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Omega: Greatest Performances - DVD (Review)

Artist:

Omega

Omega: Greatest Performances - DVD
Album:

Greatest Performances - DVD

Medium: DVD
Stil:

Zwei Live-Klassiker, die gar keine sind!

Label: Edel Germany GmbH
Spieldauer: DVD 1 - 60:09 / DVD 2 - 60:32
Erschienen: 14.09.2012
Website: [Link]

Damit also ist die Trilogie zum 50. Geburtstag von OMEGA komplett! Nachdem in diesem Jahr zuerst die jämmerliche, orchestral schwülstige „Rhapsodie“ den 50. eröffnete, gefolgt von der Live-Doppel-CD „Greatest Performances“, schließt nun genau die gleiche (angebliche) Konzert-Highlight-Zusammenstellung auf DVD das Geburtstagsständchen ab. Und mal wieder kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass wir es auch hier mit einer seltsamen Mogelpackung zu tun haben.

Mein lieber Kollege Jochen König hat sich bereits auf unseren Seiten sehr ausgiebig mit der Musik von “Greatest Performances“ auseinandergesetzt und auf herrlich akribische und zugleich ironische Art und Weise dieses akustisch-bombastische Live-Erlebnis der zwei Audio-CDs wiedergegeben. Nun also ist es an mir, die visuelle Variante vorzustellen.

Zwei DVDs, die jeweils eine Laufzeit von etwa 60 Minuten haben und genau die gleichen Aufnahmen wie die Doppel-Audio-CD enthalten, sind doch etwas mager. Zumindest in der heutigen Zeit, in der es für viele Musiker selbstverständlich geworden ist, ihre Konzerte auf DVD und Audio-CD in einem Package zu veröffentlichen, scheinen das die in Ehren gealterten ungarischen Kult-Musiker nicht ganz so zu sehen. Nach irgendwelchem Bonus-Material, heutzutage eine weitere DVD-Verständlichkeit, sucht man leider vergeblich.

Die Jungs jedenfalls sind definitiv die ungarischen ROLLING STONES, wenn es um ihre Live-Auftritte geht! Genauso alt wie die Stones und mit ähnlicher Bühnenerfahrung sowie ausverkauften Stadionkonzerten stehen die Ungarn ihren englischen Musikerkollegen in nichts nach.

Dafür sind die Aufnahmen allerdings ein wenig verpixelt und nicht im gängigen 16:9-Format, was aber nicht weiter stört, da auf der Bühne gehörig die Post abgeht. Die begeisterten Fans in den rappelvollen Stadien scheinen das auch zu belegen, selbst wenn hier Souveränität musikalischer Leidenschaft vorgezogen wird. Am Tonformat gibt es nichts zu bemängeln: LPCM Stereo / DOLBY AC3 Surround / DTS Surround sind über das Menü anwählbar.

Nur....
Die besten Konzerte?
Na, ich weiß nicht so richtig.
Denn auf den beiden DVDs gibt’s nicht etwa eine kluge Auswahl verschiedener Live-Mitschnitte zu sehen, sondern gerade mal die Aufnahmen aus insgesamt zwei (!!!) Konzerten, die in den Jahren 1999 und Anfang 2000 im Nep-Stadion (heute Puskas-Ferenc-Stadion) gefilmt worden. Beinahe schon frech ist es, dass auf der DVD-Verpackung ausschließlich die fünf Stamm-Musiker aufgeführt sind, obwohl bei beiden Konzerten zusätzlich ein zweiter Gitarrist, ein zweiter Keyboarder, mehrere Background-Sänger und sogar ein Orchester mitwirken.

Auch frage ich mich ernsthaft, warum nicht wenigstens ein paar Ausschnitte vom 1982er Jubiläumskonzert zu sehen sind, von dem in Ungarn eine Doppel-LP erschien und neben einem halbnackten Sänger sogar ein riesiges Tanz-Ensemble zum Einsatz kam. Unverzeihlich aber ist, dass bei diesen „größten Konzertauftritten“ die wirklich besten Konzerte fehlen, von denen das 79er-Konzert im Kiss-Stadion (ebenfalls in Ungarn als Doppel-Vinyl erschienen), bei dem während „Gammapolis I“ ein gigantisches Unwetter losbrach, das wie der rhythmische Background zu diesem Song klang, noch nicht mal eine Erwähnung findet, wie man beispielsweise hier sehen kann. Stattdessen lässt sich Kóbor bei der 99er-Konzertaufnahme dieser DVD zu dem unsäglichen Satz hinreißen: „Unsere Musik hatte ihre Blütezeit in den 60er und 70er Jahren – sie wird als die Musik des letzten Jahrhunderts in die Klassik gedrängt.“ Hier begräbt eine Legende ihren Status und verkauft das auch noch als „Greatest Performance“. Außerdem ist diese Aussage natürlich totaler Quatsch, wenn man bedenkt, wie viele Bands auch heute noch erfolgreich in die Fußstapfen von DEEP PURPLE, GENESIS oder PINK FLOYD treten. Bei dieser Konzertzusammenstellung wurde wirklich eine ganze Menge vergeben und ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht noch ein paar bessere Live-Impressionen in den OMEGA-Archiven schlummern.

So bleiben am Ende ein paar Titel, die belegen, dass OMEGA auch öfters Vergleichen mit PINK FLOYD standhalten mussten (Hütten Barátok), obwohl der Vergleich mit ELOY treffender wäre. Sogar im Hardrock purplescher Prägung fühlen sie sich zuhause, was beeindruckend auf „A Madár“ bewiesen wird, während bei „Ébredés“ das anfangs zu schwach ausgesteuerte Orchester ran darf und JÁNOS KÓBOR nicht immer den richtigen Ton trifft. Der Bass erhält bei „A Malomban“ ausgiebigen Spielraum, um eine Ballade zwischen Ruhe und Bombast einzuleiten, die sogar mit ein paar zarten Jazz-Einsprengseln aufgehübscht wird. Auf einem der größten OMEGA-Klassiker „Nem Tudom A Neved“ darf Kóbor dann zu einem ausgiebigen Keyboard-Solo über die Bühne hüpfen. Sogar ein dicker Fan-Kuss für den Gitarristen, der plötzlich Zylinder trägt, muss zwangsläufig noch bei „Örültek Órája“ bewundert werden. Ja, es ist eben doch authentischer, wenn der OMEGA-Fan nun seine Ton-Bild-Kombination genießen darf.
Ach, der arme Jochen, der das alles nicht sehen kann, tut mir trotz aller Gefallen, die er mir leistet, schon ein wenig leid ;-)

Die wirklichen Highlights erwarten einen dann aber am Anfang der 2. DVD!
Auf „Gammapolis“ sausen einem über die riesige Leinwand im Hintergrund Meteoriten entgegen und dazu erklingt die für mich bei OMEGA reizvollste Musikmixtur aus neoprogressiven Klängen, gemischt mit Space-Rock und DAVID GILMOUR-Gitarren. Nur leider gibt es genau aus dieser Hoch-Zeit (späte 70er Jahre) von OMEGA viel zu wenig auf den angeblich „größten Auftritten“ zu hören. Und dass der zumindest für mich großartigste Titel von OMEGA, der 13-minüter „Idörabló“ (Time Robber) – ein Titel, der eigentlich die tiefe Atmosphäre von „Shine On You Crazy Diamond“ atmet – nur als kurzer Auszug gespielt wird, ist wiederum unverzeihbar! Selbst die opulente Laser-Show bei „Start“, ein Keyboard-Solo zwischen WAKEMAN und JARRE, entschädigt einen dafür auch nicht mehr. Über die weiteren Titel, die besonders die ganz frühe Ära von OMEGA abdecken und wohl zum Pflichtprogramm gehören, breite ich hier besser den Mantel des Schweigens.

FAZIT: „Solange die Stones spielen, können wir das auch!“ Das ist die Meinung von JÁNOS KÓBOR, womit er auch recht behält. Nur wäre es ganz nett gewesen, wenn uns dieser DVD-Doppeldecker ein bisschen mehr zur Live-Geschichte von OMEGA geboten hätte. Das ist man seinen Fans zum eigenen 50. eigentlich schuldig!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 4828x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • DVD 1:
  • Addig élj
  • Hütlen Barátok
  • Varazslatos Fehér Kö
  • A Madár
  • A Köyvelö álma
  • Ezüst Esö
  • A Nagy Folyó
  • Ébredés
  • A Malomban
  • Hazafelé
  • A Hetedik Napon
  • Van Aki Nyugtalan
  • Nem Tudom A Neved
  • Örültek Órája
  • DVD 2:
  • Gammapolis
  • Életfogytig Rock And Roll
  • Naplemente
  • Mozgó Világ
  • Ballada A Fegyverkovács Fiáról
  • Léna
  • Start
  • Napot Hoztam, Csillagot
  • Égi Vándor
  • Nyári éjek Asszonya
  • Petróleumlámpa
  • Gyöngyhajú Lány

Besetzung:

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