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Open Air Stereo: Primates (Review)
Artist: | Open Air Stereo |
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Album: | Primates |
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Medium: | CD | |
Stil: | Radio Rock |
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Label: | Goomba Music / SPV | |
Spieldauer: | 38:08 | |
Erschienen: | 21.06.2013 | |
Website: | [Link] |
Wenn es eine Wikipedia-Seite zum Sänger gibt, nicht aber zur Band, ist Vorsicht angesagt. Gut, ein Strahlemann im Hawaiihemd vor einer Strandpromenade, dessen obere Gesichtshälfte so aussieht, als sei sie von David Beckham geborgt, das alleine muss nicht automatisch für Mülleimerqualität bürgen, man hebt aber doch gerne schon mal vorsorglich den Deckel an. „OPEN AIR STEREO“ klingt dann auch eher nach Strandparty mit Dixieklo und dass die Live-Premiere im Rahmen einer Reality-Doku mit Baywatch- bzw. O.C.-California-Setting stattfand, lässt so manche Rückschlüsse zu.
Die Erwartungen werden nicht enttäuscht: „Primates“ klingt wie ein inszeniertes Starvehikel mit künstlicher Fassade. Indes bekommt Orange County, Austragungsort besagter Doku, einen konsensfähigen Soundtrack zum allabendlichen Sonnenuntergang spendiert – so schüttelt eine Hand die andere.
Die Platte beginnt recht größenwahnsinnig mit einem wobbelnden Intro, das für einen imaginären Einmarsch in ein tosendes Stadion wie gemacht ist, „The Right“ bricht dann fließend das Gegrummel auf den furztrockenen kleinsten Nenner des alternativen Poprocks herunter. Mit jedem folgenden Stück wird die Form noch ein wenig mehr geschliffen. „Uuuuh“-Chöre in „Love Is Blind“, HOOBASTANK-Doppelstimmenrefrains in „Give Me Everything“ (ganz zu schweigen von der Zeile „Are You Ready To Fly With Me Tonight“) und schon wieder „Uuuuh“-Chöre in „Stuck On You“.
Dann kommt „Damned“, und „Damned“ ist der wohl unverfrorenste „Beautiful Day“-Klon der jüngeren Musikgeschichte. Wer nach den ersten Takten nicht postwendend U2 schreit, hat zu viele Konzerte ohne Ohrstöpsel über sich ergehen lassen.
Es folgen noch ein paar affektierte Yeahs und das ein oder andere „Ladidaaah“ (und irgendwo sicher noch ein „Uuuuh“). „Where Do We Go From Here“ haben FILTER damals auch deutlich cooler geschmachtet. Mitunter findet man vielleicht sogar noch ein, zwei nette Ideen an der Gitarre (die Akustische auf „What Do You Want“ ist ganz nett), das Vergessen macht sich dennoch recht kurzfristig nach Ablauf der knapp 40 Minuten bemerkbar. Dicke Produktion und kompetent eingezimmerte Instrumente bekommen in einem solchen Kontext dann auch keine Extrapunkte.
FAZIT: Sonne, Cocktails, Bikinis, schlechte Realityshows und Bermudamucke zum Im-Dreieck-Versinken. Dürfte man sich drei dieser Zutaten aussuchen, würde die Wahl vermutlich nicht auf ein Strandkonzert von OPEN AIR STEREO fallen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Maurader
- The Right
- Love Is Blind
- Give Me Everything
- Stuck On You
- Damned
- Where Do We Go
- Hung Over You
- What Do You Want
- Living Proof
- Your Way Is My Way
- Bass - Evan Smith
- Gesang - Chase Johnson
- Gitarre - Scott Pounds
- Schlagzeug - Nick Gross
- Primates (2013) - 5/15 Punkten
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