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Marco Mattei: Age Of Fragility (Review)

Artist:

Marco Mattei

Marco Mattei: Age Of Fragility
Album:

Age Of Fragility

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: M.P. Records/Just For Kicks
Spieldauer: 53:56
Erschienen: 21.11.2025
Website: [Link]

„Dieses Album ist allen Menschen gewidmet, die darum kämpfen, sich in die heutige Gesellschaft einzufügen.“ (Marco Matteis zweiseitige Widmung auf „Age Of Fragility“ genau in der Mitte des Booklets)

Wer auf der Suche nach einem Album ist, das solche Tiefe und klangvolle Schönheit, ja, mitunter auch den Pathos eines Albums von PETER GABRIEL entfaltet, der hat dieses ab sofort mit „Age Of Fragility“ von MARCO MATTEI gefunden. Und das liegt nicht nur daran, dass auf diesem mit TONY LEVIN am Bass und JERRY MAROTTA am Schlagzeug auch zwei feste Gabriel-Mitstreiter mitwirken (und einer der vielen Sänger sehr deutlich Gabriel-like klingt), sondern in erster Linie daran, welch faszinierende Atmosphäre zwischen Progressive Rock sowie Weltmusik Mattei darauf zu entfalten versteht und auch, dass sein nachdenklich machendes Konzept bestens in den lyrischen Kosmos des ersten unvergleichlichen GENESIS-Sängers passt.

Schon der düstere Beginn mit „Just Tired“ (Sagt der Titel nicht schon, wie später dann auch „Wrong“ alles?), der genauso klingt, als hätten wir uns in eins der bewegendsten Alben von ROBERT WYATT verirrt (Ein Eindruck ,der sich die knappe Musikstunde lang fortsetzen wird!), fesselt alle melancholisch und nicht auf Friede-Freude-Eierkuchen stehende Musikfreunde.


Dazu schieben sich Levins Bass und Gitarren-Loops, die von klaren Piano-Klängen überlagert werden, in den Vordergrund: „And I feel so empty / When you are not with me / So please, please / Don't leave“ („Wrong“).
Es geht um Verlustängste. Bleibende. Ver- und Zerstörende. Genau das Gefühl, welches einen erfasst, wenn man erahnt, dass einem Einsamkeit und Schutzlosigkeit bevorstehen. Noch dazu werden ein paar originale Dialog-Szenen aus dem Kurzfilm „Your Reality“ in den Song eingebaut. Mehr als wirkungsvoll. Und um reine Angstgefühle, die klar im Album-Opener thematisiert werden: „Tired of people / Tired of deadlines / Tired of being concerned / Tired of suffering / Tired of thinking / Tired of the earth“ („Just Tired“)

Doch dann wird es noch spannender, wenn Fabio Trentini in „You Don't Deserve It“ seine Stimme im besten Gabriel-Style erhebt, so als müsste er einen überzeugenden Beitrag zu „Us“ (1992) oder „Up“ (2002) leisten.


Purer Abwechslungsreichtum wird bereits von den vielen, zugleich stimmlich vielseitigen – männlichen und weiblichen – Sängern garantiert, aus denen besonders der herrlich nach PETER GABRIEL klingende („You Don't Deserve It“ und „End Of The Line“) Fabio Trentini als Sänger deutlich hervorsticht.

Aber auch FRIPPsche Gitarren-Ambient-Sounds und Loops fehlen nicht. Eine echte Spezialität von MARCO MATTEI, die in der über elf Minuten andauernden Extended Version von „Just Tired“ noch einmal ausgiebig und intensiv betont wird. Auf diese Weise findet Mattei einen idealen Rahmen für sein Album, das mit besagten kürzeren Titel beginnt und der langen Version endet.


Zudem begeistern auch die Geigen, die einen an DAVID CROSS erinnern, welche immer wieder zum Einsatz kommen („A Trick Of The Mind“, „Watermark In My Heart“ und „So Fragile“) oder dann das komplett durch seinen Gesang, aber auch die musikalische Ausrichtung verblüffende „Watermark In My Heart“, das sich deutlich Richtung „Amnesiac“-RADIOHEAD orientiert: „All is left is a watermark in my heart“.


Da bleibt man bereits nach dem ersten Hördurchgang sprachlos zurück und kann im Grunde nur dieses FAZIT ziehen: Mit seinem wortwörtlich zerbrechlich wirkenden zweiten Album „Age Of Fragility“ ist MARCO MATTEI noch am Ende des Jahres 2025 ein absolutes progressives Highlight gelungen, dem sich wahrscheinlich kaum ein Prog-Head aus dem Umfeld von FRIPP bis GABRIEL oder gar RADIOHEAD entziehen kann.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 60x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Just Tired
  • You Don't Deserve It
  • Human Again
  • Wrong
  • Insomnia
  • A Trick Of The Mind
  • Watermark In My Heart
  • So Fragile
  • End Of The Line
  • Just Tired (Extended Version)

Besetzung:

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