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Robert J Zimmer?: Robert J Zimmer? (Review)

Artist:

Robert J Zimmer?

Robert J Zimmer?: Robert J Zimmer?
Album:

Robert J Zimmer?

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock / Fusion

Label: RAIG
Spieldauer: 51:25
Erschienen: 07.12.2018
Website: [Link]

RAIG, ein Label mit verpflichtendem Namen, das sich für außergewöhnliche Musik verbirgt und sich neuerdings häufiger von reinem Psych- und Kraut-Kram abkehrt, um jazzigere Töne Einzug erhalten zu lassen - so auch mit ROBERT J ZIMMER?, die als eine Art zeitgenössischer Wiedergänger des Art Ensemble of Chicago durchgehen.

Die 2013 gegründete Gruppe stammt ebenfalls aus der von Verbrechen gebeutelten Universitätsstadt. Der Kosename "Windy City" für ihre Heimat passt auch gut zur Band selbst, denn Holz- und Blechbläser sind ihre tragenden Mitglieder. Alle kommen aus dem Studentenmilieu und spinnen ein abstraktes, aber bisweilen geradezu anschauliches Klanggewebe, das der freien Form nur dann stärker verpflichtet ist, wenn es nicht ordentlich rockt.

ROBERT J ZIMMER? sind also Fusion, aber keine bloße Berieselung, im Gegenteil. Schon 'A Capella is the Paleo Diet of Music' - ein zappaesker Humor ist den Musikern in Hinblick auf ihre Titel nicht abzusprechen -stellt sich als Trompeten- und Tuba-Kakophonie heraus, die sich wiederholt in wohlgefällige Harmonie auflöst und den Hörer ins buchstäbliche Wechselbad der Gefühl taucht.

Glimpflicher angehen lassen kann es die Truppe jedoch auch, und das kommt der Dynamik des selbst betitelten Albums entgegen. 'Loopy Fiasco' ist kürzer als der Einstieg und bleibt getragen; sachte voranschreitend weckt es Neugierde auf die weiteren, ausnahmslos hübsch kompakten Tracks, unter welchen 'Heard Bobby Doesn't Even Do Math Anymore' nicht weniger einträchtig anmutet. Mit stimmungsvollem Bass-Arpeggio während eines treffsicheren Breaks und Mariachi-Flair wirkt es stellenweise sogar regelrecht traurig.

'6//7' wird hingegen manchmal heavy und düster, auch trotz seiner schönen Melodien, die wiederum Zuversicht spenden. Auch hier sorgt ein unerwartetes, aber stimmig gesetztes Break dafür, dass das Ganze in der zweiten Hälfte eine in diesem Fall unter rhythmischen Gesichtspunkten deutlich andere Form annimmt. 'Progestant Work Ethic' folgt dann mit Tuba-Einwürfen - zwei Noten gleicher Tonhöhe - gespickt und bietet dem Klarinettisten des Septetts, Benno Giammarinaro, seine prominentesten Augenblicke

'Haute Garbage' verzeichnet schließlich gegenläufige Linien von Gitarre, Keyboard und Bläsern, womit es als akustische Visitenkarte schlechthin von ROBERT J ZIMMER? angesehen werden kann, ehe sich 'Simulacroix' witzig torkelnd in Klezmer-Gefilde verirrt und in einer Heavy-Doom-Elegie endet. Im Anschluss daran weist 'Light Dawns Slowly Over the Whole (Foods)', nachdem die klagende Solotrompete zu Beginn verklungen ist, mit fast nur Tuba und perkussivem Schlagzeugspiel einen tänzerischen Charakter auf, auch wegen ständig im Hintergrund klingelnder Glocken.

Das hämmernde Finale macht dann noch einmal bewusst, dass wir es mit einer avantgardistisch gesinnten Kapelle zu tun haben.

FAZIT: Fantasievoller Fusion-Stoff (aufgenommen komplett live im Sommer 2017 im Chicagoer Logan Center for the Arts) mit ungewöhnlicher Instrumentierung und einem melodischen Esprit, das ihn über Veröffentlichungen artverwandter Acts hinaushebt - ROBERT J ZIMMER? sind bis auf weiteres ein Geheimtipp in Sachen Jazz, der rockt: fieberhaft und doch ungezwungen, kopflastig und beherzt zugleich.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 278x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • A Capella is the Paleo Diet of Music
  • Loopy Fiasco
  • 6//7
  • Heard Bobby Doesn't Even Do Math Anymore
  • Progestant Work Ethic
  • Haute Garbage
  • Simulacroix
  • Light Dawns Slowly Over the Whole (Foods)

Besetzung:

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