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Gentle Giant: In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered (Review)

Artist:

Gentle Giant

Gentle Giant: In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered
Album:

In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered

Medium: CD/Remaster
Stil:

Progressive Rock

Label: Madfish
Spieldauer: 37:47
Erschienen: 31.07.2026
Website: [Link]

„Ich erinnere mich, dass ich damals „In A Glass House“ in einem Plattenladen in Montreal gekauft habe. Es war zu dieser Zeit nur als Import erhältlich, und ich weiß noch, dass es zweieinhalb Mal so viel kostete wie eine normale LP. Bei meinem knappen Studentenbudget war das zwar eine ziemliche Belastung, aber jeden Cent wert. Ich begann gerade, mich für GENTLE GIANT zu begeistern, da sie im FM-Radio von Montreal viel gespielt wurden und ihre Musik mich faszinierte. Ich habe sie nur einmal live gesehen, auf der „The Missing Piece“-Tour, und selbst nach all den Jahren habe ich noch lebhafte Erinnerungen an das Konzert. Eine phänomenale Band, die viel mehr Erfolg verdient hätte, als sie tatsächlich hatte.“ (@dexterdog62 unter dem Werbevideo zu „In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered“ des 1973er-Albums von GENTLE GIANT, bei dem besonders der letzte Satz auch dem Kritiker aus dem Herzen spricht!)


Im Jahr 1973 schienen sich GENTLE GIANT, die sehr ungewöhnlichen britischen Vertreter des Progressive Rock, die Klassisches, Rockiges, Kammermusikalisches und Mittelalterlich/Renaissance-Traditionelles mit Progressivem und Jazzigem vereinten und dabei zusätzlich auf grandiose Satzgesänge setzten, die Spitze ihres eigenen Album-Berges erklommen zu haben, nachdem sie bereits mit ihren vier Vorgänger-Alben (1970 „Gentle Giant“; 1971 „Acquiring The Taste“; 1972 „Three Friends“ und „Octopus“) zwar qualitativ faszinierten, aber nicht wirklich die Aufmerksamkeit erhielten, die sie unbedingt verdient hätten. Mit „In A Glass House“ befand sich die Band um die Gebrüder Shulman bereits auf dem Zenit ihres Schaffens. Denn all das, was in diesem Glashaus-Album passierte, war im Grunde kaum noch zu toppen.


„In A Glass House“ beginnt und endet mit zersplitterndem Glas, das offensichtlich zerschlagen wird. Da hat wohl jemand, der mitten im Glashaus sitzt, zu viel mit Steinen um sich geworfen und erhält nun die entsprechende Antwort darauf. Ja, so ist das nunmal. Und dass es in den Glashaus-Zeiten der Digitalisierung noch um Längen schlimmer wird, konnten GENTLE GIANT - damals vor über 50 Jahren - noch nicht im Entferntesten ahnen.
Doch ganz stimmt das mit dem Sitzen im Glashaus dann doch nicht. Es geht in dem Album besonders um den Irrsinn und beispielsweise einen in der Psychiatrie gefangenen 'Verrückten', dessen Leben in Gefangenschaft aus seiner Sicht besonders intensiv in „An Inmates Lullaby“ dargestellt wird: „Hearing voices of the silly friends of mine / Always lock the door nurses waiting outside all the time […] Why does everybody else think that I'm mad? […] I can talk to my funny friends here / I was told to rest why … I am not quite clear.“


Dieses Glashaus umgibt uns auch heute noch (leider nicht nur auf so hervorragend musikalische Art) – gerade wenn man eben aus der Reihe trat und nicht nur widerstandslos als gehorsames Schaf Richtung Schlächter mitlief, auch vor über einem halben Jahrhundert.
Die Geschichte wiederholt sich oder ändert sich nie.
Ist das normal?
Wem hierbei die Antwort „Nein!“ einfällt, der darf sich gerne sofort einweisen lassen. Oder er wirft Steine aus dem Glashaus, in das man ihn verfrachtet, weil er längst zum gläsernen Menschen geworden ist, weil der Orwellsche „1984“-Albtraum anno 2026 längst bittere Wahrheit geworden ist. Den idealen Soundtrack zu diesem Irrsinn haben 1973 bereits GENTLE GIANT geschaffen.


Leider liegt uns im Rahmen dieser Besprechung nur die schlichte, sehr einfach ausgelegte „In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered“-Version vor, bei der das Jewelcase mit der CD und einem vierseitigen Booklet im ausgestanzten Pappschuber steckt. Das war's dann auch schon. Bonusbeigaben oder Sonstiges fehlen bei dieser Variante, sodass wir nichts zu der sicher deutlich interessanteren Deluxe-Edition von „In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered“ und der neuen Klangqualität auf der zusätzlichen Blu-Ray beitragen können, was sicher sehr interessant gewesen wäre.


So bleibt es hier nur bei der Info, dass dieses legendäre Album aus dem Jahr 1973 – neu abgemischt und remastered – auch als Deluxe-Edition auf CD/Blu-ray mit 5.1-Surround-Sound, Dolby Atmos, Stereo-Mischungen und eigens für jeden Titel gestalteten Visuals erhältlich ist. Wie das alles klingt und aussieht, bleibt bei der einfachen Ausgabe von „In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered“ ein Geheimnis. Bis auf den wirklich guten 'neuen', sehr gelungenen Stereo-Klang und die ebenfalls bestens ausgepegelten Höhen und Tiefen besitzt diese einfache 2026er-CD des 1973er-GENTLE-GIANT-Albums keinen großen Neuwert für den Käufer, sodass der unbedingt (auf gut Glück) auf die erweiterte Deluxe-Variante zurückgreifen sollte.


FAZIT: Mit „In A Glass House – 2026 Remixed & Remastered“ wird einem der besten Alben von GENTLE GIANT, das ursprünglich im Jahr 1973 erschien, über ein halbes Jahrhundert später gedacht, obwohl es diese Ehren viel früer verdient hätte. Der singende und Saxophon spielende GENTLE GIANT-Kopf Derek Shulman stellt hierzu selber begeistert fest: „Wir wollten 'In A Glass House' so präsentieren, wie wir es uns immer gewünscht haben: klarer, dynamischer und der ursprünglichen Vision treu. Die Details der Darbietungen kommen in diesem neuen Mix wirklich gut zur Geltung“. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass es noch weitere Formate von dieser Ausgabe gibt, von der uns leider zur Besprechung nur die recht spartanisch gehaltene CD-Ausgabe vorlag.


Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 40x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • The Runaway
  • An Inmates Lullaby
  • Way Of Life
  • Experience
  • A Reunion
  • In A Glass House
  • Index

Besetzung:

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