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Schattenmann: Licht An (Review)

Artist:

Schattenmann

Schattenmann: Licht An
Album:

Licht An

Medium: CD/Download
Stil:

NDH / Gothic Rock

Label: Drakkar Entertainment GmbH
Spieldauer: 50:11
Erschienen: 02.03.2018
Website: [Link]

Ohne Licht gibt es keinen Schatten (mann) oder auch vice versa, wie CAMUS es formulierte, und folglich heißt das Debütalbum der Nürnberger Band SCHATTENMANN auch „Licht An“. Ausgeleuchtet werden in den 13 Tracks des Albums diverse menschliche Abgründe, die sich den Weg ins Licht bahnen und ausgelebt werden wollen, meistens aber verborgen bleiben.

Dabei ist ein Werk entstanden, wie es sich für ein Erstlingswerk „gehört“: Bärenstark, gediegen, grandios. Nach nur zwei Jahren Vorbereitungszeit liefert der Longplayer verschiedene Facetten einer Band, die ihre Musik selbst als „Neue Deutsche Härte 2.0“ bezeichnet. Neben den vielen musikalischen Finessen, die SCHATTENMANN aufblitzen lassen, sorgen Texte jenseits des Mainstreams und weit ab der mit Plattitüden bestückten Textbausätze für beste Unterhaltung, werden hier doch innere Dämonen ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt und bekämpft.

Es beginnt – wie könnte es anders sein – mit „Licht An“, der mit einem kleinen Keyboard-Intermezzo beginnt, um sich in der Folge zu einem hardrockenden Opener der Extraklasse zu entwickeln, der paranoide Ängste thematisiert, gefolgt von „Brennendem Eis“, der zunächst nicht minder hart zu Werke geht, bevor dann der Chorus die Fähigkeit der Band belegt, stadiontaugliche Hooks gekonnt in das stimmige Gesamtkonzept einzubinden.

Mit „Gekentert“ fährt die Band in Sachen Härte etwas zurück und kredenzt uns eine Power-Ballade, bei der sich unwillkürlich die Nackenhaare aufstellen. Packende Textzeilen, die ehrlich und schonungslos zwischenmenschliche Gefühle beleuchten, umrahmt von brillantem Songwriting, ein Signature-Track des Albums.

„Zahn Der Zeit“ behandelt den allgegenwärtigen Zerfall alles irdischen, eine reinrassige Ballade, bevor mit „Amok“ das bisher härteste Brett der Scheibe gebohrt wird. Krachendes Riffing der Stromgitarren in klassischen Metalsynkopen, dazu ein Text, der auffordert, den anstehenden Amoklauf des Protagonisten zu verhindern, wobei sich hier die inneren Dämonen erstmals bedrohlich real materialisieren, bevor mit „Generation Sex“ die Reduktion des sexuellen Akts auf den rein physischen Aspekt, aufs Korn genommen wird.

„9mm“ nimmt den härteren Ansatz wieder auf und liefert erneut einen Kehrvers der Extraklasse, hier den Rachefeldzug des Protagonisten für erlittene Demütigungen thematisierend, der den Kontrahenten zum Suizid zwingt. Harter Stoff, eventuell zu hart für zartbesaitete Gemüter, aber jederzeit packend und dem Anspruch, sich seinen inneren Dämonen zu stellen, gerecht werdend.

„Krieger Des Lichts“ im Anschluss ist kein Cover des gleichnamigen SILBERMOND Titels, sondern ein starkes Stück im Industrial-Metal Gewand mit textlich völlig eigenständigem Ansatz, der einen Gegenentwurf zu verschiedenen Religionen schafft und den Helden als Krieger des Licht wiederauferstehen lässt, ein martialischer Titel, der zusammen mit „Trümmer Und Staub“, „Schattenmann“, „Böser Mann“ sowie „Rot“ durchweg härter rockenden Stoff bietet, der in Richtung Industrial Metal tendiert, aber immer starke Gesangslinien liefert.

FAZIT: SCHATTENMANN positionieren sich mit ihrem Debütalbum „Licht An“ gleich einmal an vorderster Front der NDH-Szene. Gespickt mit krachenden Metalanleihen gibt es durchweg starkes Songmaterial, das neben hymnischen Melodien düstere Texte zum Nachdenken liefert und auf der im Herbst anstehenden Tour für Furore sorgen wird. Ein extrem konsistentes Erstlingswerk mit sehr viel Licht, das Lust auf mehr macht. Absolute Kaufempfehlung für Liebhaber/Innen des Genres, denn wer RAMMSTEIN mag, wird SCHATTENMANN lieben.

Stefan Haarmann (Info) (Review 764x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Licht An
  • Brennendes Eis
  • Gekentert
  • Zahn Der Zeit
  • AMOK
  • Generation Sex
  • 9mm
  • Krieger Des Lichts
  • Trümmer Und Staub
  • Schattenmann
  • Böser Mann
  • Rot
  • Gekentert (Unplugged)

Besetzung:

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