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Cirith Ungol: Forever Black (Review)

Artist:

Cirith Ungol

Cirith Ungol: Forever Black
Album:

Forever Black

Medium: CD/LP/Download/farbig
Stil:

Epic Heavy Metal

Label: Metal Blade Records
Spieldauer: 39:11
Erschienen: 24.04.2020
Website: [Link]

Es hätte so schön sein können. Am 24. April sollten CIRITH UNGOL drei Jahre nach ihrem triumphalen ersten Auftritt in Europa das Keep It True Festival headlinen und – fast 30 Jahre nach „Paradise Lost“ – ihr neues Album live vorstellen. Wie es die Band selbst aber schon 1986 besang, leben wir auf einem „doomed planet“, und derzeit ist an solche Aktivitäten nicht zu denken. Statt sich also auf der Autofahrt mit „Forever Black“ einzustimmen, ist die Scheibe derzeit lediglich der Soundtrack zum Home Office.

Aber auch da macht sie sich sehr gut. In der Rezension der ersten EP nach dem Comeback „Witch’s Game“ (2018) hatte ich in Aussicht gestellt, dass CIRITH UNGOL „mit einem neuen Albun erneut Maßstäbe im Epic Metal setzen“ könnten. Heute ist zu konstatieren, dass ihnen genau das gelungen ist. Nur selten schafft es eine Band nach so langer Pause dem eigenen Sound treu zu bleiben und gleichzeitig noch relevant zu klingen. Doch CIRITH UNGOL bringen auf „Forever Black“ einige sympathische Selbstzitate unter, schaffen es aber zugleich der Diskographie Neues hinzuzufügen.

Der gurgelnd-grummelnde Cirith-Ungol-Sound, mit seiner Mischung aus schweren Doom-Riffs, lockeren 70er-Jahre-Gitarrensoli und dem immer noch komplett abgedrehten Gesang von TIM BAKER klingt auch im Jahr 2020 ähnlich aus der Zeit gefallen wie bereits 1984. Auch der Sound wurde lediglich behutsam modernisiert. Das Verwaschene und zugleich Schrille, das es so nur bei CIRITH UNGOL gibt, klingt nach wie vor völlig einzigartig.

Der schnelle Opener „Legions Arise“ steht mit seiner rockigen Grundausrichtung in der Tradition von „I’m alive“ oder „100 MpH“ und schmiert den Fans, die so lange gewartet haben, etwas Honig ums Maul, wenn es heißt: „You never lost hope, you never have strayed. / Arise now my children, arise from the grave. / We lead not the weak, they won't answer the call. / As chaos descends, false metal will fall!“

In „Stormbringer“ gibt es anfänglich berührenden Klargesang zu hören, den man TIM BAKER so gar nicht zugetraut hätte, danach wird der Song zu einem finsteren, zähen Brocken, der aber (wie auch das ähnlich gelagerte „Nightmare“) eingängig ist.

Mit nur 40 Minuten Spielzeit ist das Album eher kurz geraten. Dafür ist aus jedem Ton die Leidenschaft und Hingabe zu hören, welche alle Beteiligen hineingesteckt haben. Das ist kein „Projekt“ ehemaliger Kollegen, die wieder gemeinsam musizieren, sondern das Herzensanliegen einer Band, die sich nie um Konventionen scherte und mit großer Verspätung etwas von der Reputation bekommt, die sie schon lange verdient hat.

Auch wenn „Forever Black“ nicht ganz an die Abgründigkeit und den Wahnsinn von „King Of The Dead“ herankommt, weil die Band vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer sicher geht, erscheint es doch vertretbar, für das neue Album von CIRITH UNGOL erstmals in mehr als drei Jahren Rezensionshandwerk die Höchstnote zu vergeben. Selbst wenn da sentimentale Gründe mit hineinspielen.

FAZIT: Cover, Sound, Texte, und natürlich die Musik: es ist beinahe irreal, wie CIRITH UNGOL fast 30 Jahre nach ihrem letzten Album auf allen Ebenen Volltreffer landen. „Forever Black“ ist besser als selbst Optimisten zu hoffen wagten. So ein Comeback-Album hat es lange nicht gegeben und es ist der Band zu wünschen, dass sie damit den verdienten Erfolg einfahren. Alle anderen dürfen darauf hoffen, diese Songs zumindest irgendwann noch live hören zu können.

Sebastian Triesch (Info) (Review 3063x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 15 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • The Call
  • Legions Arise
  • The Frost Monstreme
  • The Fire Divine
  • Stormbringer
  • Fractus Promissum
  • Nightmare
  • Before Tomorrow
  • Forever Black

Besetzung:

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