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Tombs: Under Sullen Skies (Review)

Artist:

Tombs

Tombs: Under Sullen Skies
Album:

Under Sullen Skies

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Black Metal

Label: Season of Mist / Soulfood
Spieldauer: 60:01
Erschienen: 20.11.2020
Website: [Link]

Genau zwei Songs brauchen TOMBS auf ihrem neuen Longplayer, um sich aufzuwärmen und die vertraut kalte Black Metal-Steppe hinter sich zu lassen: Auf keinem Album der Band vor „Under Sullen Skies“ hat man so deutlich erkannt, dass sich ihr Gründer und Federführer Mike Hill längst anderweitig orientiert, was seine persönlichen Hörvorlieben angeht.

Unabhängig von seiner auf seiner vorhersehbar den Schattenplätzen der Zivilisation gewidmeten Thematik handelt es sich um das erste Album der Combo, das in derselben Besetzung wie sein Vorgänger realisiert wurde, wobei Hill auch verstärkt mit Gästen kollaborierte - besonders Gitarristen wie Todd Stern (Psycroptic) für Solos in einzelnen Stücken, aber auch zusätzliche Stimmen wie jener von Black Anvils Paul Delaney, der als Sprecher in 'Angel Of Darkness' auftritt, und Sera Timms, der gewohnt betörenden Frontfrau von Ides Of Gemini, die das körperlos anmutende ‚Secrets Of The Black Sun‘ zu einer schwarzen Perle zwischen den Muschelkiefern Sisters Of Mercy und Fields Of The Nephilim macht.

Nach den relativ konventionell aufgegangenen Stilblüten ‚Bone Furnace‘ und ‚Void Constellation‘ zu Beginn (Knüppeln, Kreischen, Klirren) evozieren die tieftraurigen Melodien von ‚Barren‘ junge Katatonia, ehe sich das dreckig schleifende 'The Hunger' zur Backbordseite des Black 'n' Roll-Flaggschiffs Satyricon neigt, und auf das vage im Sinne der frühen Oranssi Pazuzu psychedelisch antreibende ‚Descensum‘ hin folgen weitere unverschleierte Experimente, obgleich stets im gegebenen Genre-Rahmen:

Kurze Synthesizer-Einschübe schreien zwar nicht gleich nach Retro-Wave, beleuchten das dunkle Ganze aber so stimmig, dass sie der Platte mit minimalem Aufwand mehr Räumlichkeit verleihen. Ansonsten legt ein Stelldichein von Integrity-Shouter Dwid Hellion die Hardcore-Wurzeln der New Yorker frei, bis von lupenreinem Thrash Metal-Riffing (‚Lex Talionis‘) in den Äther katapultiert zurück nach Skandinavien brausen, wo in Gestalt des dezent orchestral arrangierten ‚Plague Years alles so endet, wie es begonnen hat.

FAZIT: "Under Sullen Skies" bietet im Verhältnis zu TOMBS' bisherigem Schaffen die meisten Schlenker über die Grenzen des herkömmlichen Black Metal hinaus, ohne dass sich die Szene-Basis verprellt sehen müsste. Das könnte progressiver gesinnten Hörern wie ein fauler Kompromiss vorkommen, funktioniert aber dank Mike Hills solidem, flexiblem Songwriting gut bis hervorragend.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 570x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Bone Furnace
  • Void Constellation
  • Barren
  • The Hunger
  • Secrets Of The Black Sun
  • Descensum
  • We Move Like Phantoms
  • Mordum
  • Lex Talionis
  • Angel Of Darkness
  • Sombre Ruin
  • Plague Years

Besetzung:

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