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Phideaux: AutoMoto Animus (Review)

Artist:

Phideaux

Phideaux: AutoMoto Animus
Album:

AutoMoto Animus

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Art- und Progressive-Rock

Label: Bloodfish Records/Just For Kicks
Spieldauer: 43:14
Erschienen: 03.07.2026
Website: [Link]

Es hat einem ernsthaft gefehlt – dieses Filou namens PHIDEAUX!
Erst beglückt PHIDEAUX Xavier, der seine ersten Musikgehversuche bereits 1992 startete, unter seinem Band(vor)namen seit 2004 regelmäßig bis 2011 mit mehreren Alben, die in relativ kurzen Zeitabständen (zwischen 2004 und 2006 allein fünf Alben) erschienen, alle progressiv und nostalgisch eingestellten Freigeister und plötzlich – nach 2011 – ganze sieben Jahre Funkstille, bis „Infernal“ als abschließender Teil der „Doomsday Afternoon“-Trilogie (2018) wieder richtig mit dieser von PHIDEAUX bekannten und gewagten Musik-Kombination aus Sympho-Prog, Psychedelic, Sixties-Flair und Pop-Appeal sowie Singer/Songwriter-Texten einschlägt. Die Begeisterung vieler Kritiker – auch unseres Andreas („Mit so etwas zementiert man den eigenen Status, eine der wichtigsten zeitgenössischen Prog-Bands zu sein, bloß dass die breite Masse dies immer noch nicht würdigt.“) – war kaum zu bremsen und dann...


...wieder Funkstille!
Und dieses Mal gleich acht Jahre lang!
Auch das einzige Video von damals, „We Only Have Eyes For You“, beschränkte sich wohl tatsächlich nur noch auf die Augen – das echte Ohrenfutter von PHIDEAUX blieb wiederum eine gefühlte Ewigkeit aus.


Grund genug, dass die Promo-Abteilung dieses lang erwartete, dann nur noch erhoffte und endlich doch erschienene Album mit beachtlichen, aber passenden Worten ankündigt: „Begleiten Sie uns auf dieser neuen Reise. Vom Erhabenen bis zum Absurden, vom Ergreifenden bis zum ironisch Komischen – dieses Album wird Sie dazu bringen, aufmerksam zuzuhören und mit den Zehen mitzuwippen. Manchmal sogar im 4/4-Takt“.

Die lange Zeit des Wartens hat sich tatsächlich gelohnt. Denn auch anno 2026 überraschen einen PHIDEAUX (deren Namensgeber gerne als so eine Art DAVID BOWIE des Prog bezeichnet werden darf) mit einem außerordentlichen Album, das den verunsichernden wie ironisch anmutenden Titel „AutoMoto Animus“ trägt.
Typisch PHIDEAUX eben!


Allerdings müssen alle Prog-Affinos ganz stark sein. Denn mit Prog hat „AutoMoto Animus“ kaum noch etwas zu tun, dafür aber beschwört es den Hit-Appeal der Siebzigerjahre auf ganzer Breite herauf. Und das mit einer gehörigen Portion Perfektion, die offensichtlich aus der unbändigen PHIDEAUX-Leidenschaft schöpft. Also sollte man ganz genau bei diesem Album hinhören, so eingängig es auch im ersten Moment klingen mag.


PHIDEAUX spiegeln den Zeitgeist und lassen dabei konzeptionell auch die Korken der Provokation krachen, wobei sie viele tiefe Verbeugungen vor Altbekanntem absolvieren, ohne dieses zu kopieren.
So einigen Songs wohnt offensichtlich der Geist der BEATLES („Hey Humanity“ oder „Driving To Destruction“) inne, andere wiederum klammern sich an das ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA („Charlie New“) oder STYX und SUPERTRAMP („Stay With Me“), um am Ende nach all den Drei- bis Vierminütern im überraschenden viertelstündigen Longtrack, dann doch die progressive Breitwandkeule herauszuholen und tief in die GENESIS- oder DISCIPLINE-Ära abzutauchen.
Und da hat sie PHIDEAUX dann eben doch wieder an der Leine – die anfangs zu verzweifeln scheinenden Prog-Affinos.


FAZIT: Das progressive Bandprojekt aus Amerika um PHIDEAUX Xavier, das unter dessen Vornamen PHIDEAUX firmiert und bereits seit 1992 durch extrem abwechslungsreiche, immer progressive wie hitmäßig orientierte Musik auf sich aufmerksam machte und begeisterte, ist er endlich nach acht Jahren und dem Abschluss der „Doomsday Afternoon“-Trilogie mit „AutoMoto Animus“ wieder zurück. Sicher verblüfft viele, die mehr auf die progressive Seite PHIDEAUXs standen, dass diesmal die Orientierung deutlicher denn je auf die eingängigeren Songs mit 70er-Jahre- (ELO, SUPERTRAMP) und BEATLES-Bezug genommen wird, auch wenn am Ende der viertelstündige Longtrack „Legend Of Mary Jo“ textlich (alle Texte sind im achtseitigen Falt-Booklet des Mini-LP-Gatefoldcovers zu finden) wie musikalisch ein paar unüberhörbare Alt-GENESIS- und DISCIPLINE-Bezüge offenbart. Echter Art Rock voller spannender, aber immer sehr eingängigen Wendungen. Typisch PHIDEAUX! Typisch gut!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 144x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Do What U Will
  • Hey Humanity
  • Driving To Destruction
  • Stay With Me
  • Charlie Knew
  • Siren In The Storm
  • Enigmatic Terminus
  • Legend Of Mary Jo

Besetzung:

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