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Rock Hard: Ausgabe 472 (Review)

Artist:

Rock Hard

Rock Hard: Ausgabe 472
Album:

Ausgabe 472

Medium: Magazin
Stil:

Heavy Metal

Label: Eigenverlag
Spieldauer: 100 Seiten
Erschienen: 25.09.2026
Website: [Link]

Vom Deckblatt der Ausgabe 1 nach dem Hilferuf grüßt die schwedische Viking-Death-Metal-Band Amon Amarth bemerkenswert lässig – ein Fingerzeig, dass es dem finanziell in die Krise geratenen ROCK-HARD-Magazin wieder ein wenig besser geht?

Die Titelstory von Alexandra Michels lässt weder in dieser, noch in anderer Hinsicht tiefer blicken, obwohl sie drei Interviews – mit Sänger und Bandkopf Johan Hegg sowie den beiden für die Musik hauptverantwortlichen Gitarristen Olavi Mikkonen und Johan Söderberg – auf immerhin acht Seiten umfasst. Selbige spiegelt die Band als gut geölte Maschine, die bei überschaubaren Neuerungen musikalisch nichts mehr anbrennen lässt und inhaltlich bewährte Einsteiger-Kost für mythologisch interessierte Wikinger-Freunde bietet. Besonders spannend ist das alles nicht, zumal die Musiker klarmachen, wo sie im Interview die Grenze ziehen und Persönliches außen vor lassen (was natürlich total in Ordnung ist), doch vielleicht kann Johan Heggs Exkurs über Odin als "Gott des Geistes" wenigstens das eine oder andere Klischee aufweichen?

Warum ein Interview mit Witchburner auf einer einzigen Seite so gestaltet wird, dass das Bandfoto über die Hälfte der Seite einnimmt und für die Niederschrift des Gesprächs darunter nur noch einige Dutzend Zeilen bleiben, verstehe wer will – spiegelt das die Wertschätzung für eine mehr als 30 Jahre aktive Band? Natürlich hat das Deaf Forever mit dem Witchburner-Interview von Ulf Imwiehe im direkten Vergleich die Nase vorn.

Eine ähnliche Gewichtung von ganzseitigem Foto und Text auf der gegenüberliegenden Seite begegnet der Leserschaft beim "Psychotherapie aus dem All" überschriebenen Interview mit Alex Karametis von Villagers of Ioannina City, das Herausgeber Holger Stratmann geführt hat. Was spricht hier dagegen, die zwei Seiten Text-freundlicher zu nutzen, näher nachzufragen und etwas mehr in die Tiefe zu gehen, zumal der Sänger und Gitarrist wirklich etwas zu erzählen hat? Wiegt der wirtschaftliche Druck so schwer, dass es derweil vor allem darum geht, Ausgaben "pro forma" an den Kiosk zu bringen und die inhaltliche Qualität hintanstehen muss?

Lesenswert hingegen ist das Interview mit dem enthusiastisch erzählenden Marco Chai vom Jugend- und Kulturzentrum Spirale in Westberlin, in dem sich viele junge Hard-Rock- und Metal-Bands die Klinke in die Hand drücken und über die dortige Infrastruktur dankbar sind. Solche Berichte von der Basis verleihen dem ROCK HARD etwas Lebendiges – also gerne mehr davon!
Wie sich vergleichsweise spannender Inhalt auf je einer Seite unterbringen lässt, demonstriert (der auch hier auf Musikreviews.de aktive) Andreas Schiffmann mit seinen Interviews mit Chelsea Wolfe und Emma Ruth Rundle. Deren Musik mag (noch?) nicht so populär sein wie die von Amon Amarth, doch dafür viel Persönliches transportieren.

FAZIT: Das ROCK HARD muss man sich leisten wollen, denn der Preis von 9,90 € für ein hundertseitiges Magazin (davon rund 20 Seiten Anzeigen) ist kein Pappenstiel. Einen angemessenen musikjournalistischen Gegenwert liefert das Team längst nicht mit allen Beiträgen, und manche Artikel sind leider kaum mehr als "business as usual". Vielleicht kann ja die Krise zum Anlass genommen werden, das "Megazine" journalistisch ehrgeizig, kreativ und mit größerem Fokus auf den metallischen "Nachwuchs" und spannende Bands abseits des Mainstreams weiter zu entwickeln…?

Thor Joakimsson (Info) (Review 45x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • HANSEN
  • EUROPER
  • ROSE TATTOO
  • THE OCEAN
  • METAL CHURCH
  • CHELSEA WOLFE
  • EMMA RUTH RUNDLE
  • KISSIN´ DYNAMITE
  • BETONTOD
  • SPACE CHASER
  • RAM
  • VILLAGERS OF IOANNINA CITY
  • UNCLE ACID & THE DEADBEATS
  • WOLFBRIGADE
  • DEVIL MASTER
  • THE TEMPERANCE MOVEMENT
  • CLOVEN HOOF
  • SPIDERS
  • REVEL IN FLESH
  • VELVETEEN QUEEN
  • WITCHBURNER
  • THE FIFTH ALLIANCE
  • BOÖTES VOID
  • OMEN
  • Beat-Club (Hinter den Kulissen)
  • Jugend- und Kulturzentrum Spirale in Berlin (Hinter den Kulissen)

Besetzung:

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