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Sorgsvart: Gardar Og Grende (Review)

Artist:

Sorgsvart

Sorgsvart: Gardar Og Grende
Album:

Gardar Og Grende

Medium: CD/LP
Stil:

Norwegian Folk Black Metal

Label: Einheit Produktionen / Pesttanz Klangschmiede / Schattenpfade
Spieldauer: 52:42
Erschienen: 28.11.2025
Website: [Link]

Die selbst gewählte Außenseiterposition gibt das norwegischen Folk-Black-Metal-Soloprojekt SORGSVART auch nach seiner Rückkehr nach rund 16 Jahren nicht auf und präsentiert auf "Gardar Og Grende" sieben neue Songs, die den bekannten Sound einmal mehr ziemlich sperrig transportieren.

Dabei mangelt es dem alles in Eigenregie regelnden Sorg weder an Ideen noch an Leidenschaft, wie gleich beim ersten Hören deutlich wird, und auch der für sein Projekt typische melancholische Unterton schwingt in seinen idiosynkratisch arrangierten, meist sechs bis zehn Minuten langen Kompositionen mit. "Gardar Og Grende" könnte somit in einiger Hinsicht kaum weiter vom "business as usual" entfernt sein.
Der Enthusiasmus, mit dem der musikalische Hans-Dampf-in-allen-Gassen seine Aufnahmen verwirklicht hat, spiegelt sich nicht zuletzt in vielschichtigen Gesangsarrangements, und seine Flötentöne rauben der Musik keineswegs ihre metallische Substanz. Der Folk-Charakter ist also ein halbwegs seriöser, und mancher Chorgesang, wie zum Beispiel im zweiten Song "Frå bakom Bergafjedlet onda Tjuvandehidlar i løyndo dei bur", erinnert an den monumentalen Einstand von Storm. Im Vergleich zu deren geradlinigen Hymnen dürfen die Kompositionen von SORGSVART allerdings als progressiv bezeichnet werden.
Abteilung Attacke regiert hingegen beim fünften Track "Alt Rivna!", dessen prägnantes Riffing Satyricon huldigt, während zwischendurch schon mal das reine Chaos auszubrechen scheint, dann eine Wendung zum Epischen überrascht – nein, an Abwechslung mangelt es diesem Album wahrlich nicht!
Es ließen sich nicht wenige Kritikpunkte finden, was die Umsetzung des Sorg’schen Ideenreichtums angeht, doch die Sturheit, mit welcher der Norweger seine Ideen verwirklicht, zeichnet SORGSVART eben auch auf wiedererkennbare Weise aus. Und wenngleich etliche Melodien auf diesem Album daran erinnern, dass ureigener Folk Black Metal aus Norwegen bestenfalls eine Klasse für sich ist (Windir, Myrkgrav, Ulvhedner…), haftet SORGSVART eben auch anno 2026 noch allerhand Anarchisches an, das sich unvermittelt Bahn bricht. Das muss niemand lieben, doch Respekt hat sich der kreative Eigenbrötler für seine Kompromisslosigkeit zweifelsohne verdient.
Selbige zeichnet auch den thematischen Fokus des Albums aus, das mit seiner Idealisierung von Selbstversorgung und heimatlichem Idyll den meisten Internet-Ideologen dieser Tage beherzt in die Suppe spuckt. Wohl bekomm’s!

Einige der Lieder geisterten bereits vor der offiziellen Veröffentlichung durchs Netz, irgendwann tauchte sogar das ganze Album kommentarlos auf, doch nun liegt "Gardar Og Grende" als Tonträger auf Vinyl und als Digipak-CD vor, deren Gestaltung den rustikalen DIY-Charakter der Musik mit „verkratztem“ Logo und rumpeligem Layout authentisch reflektiert. Über allem liegt auch hier die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn…?

FAZIT: Fans von norwegischem Folk Black Metal kommen auch 2026 kaum an SORGSVART vorbei, müssen jedoch in Kauf nehmen, dass Sorg sein drittes Album "Gardar Og Grende" so weltabgewandt komponiert und eingespielt hat, dass wir es mit einem Werk mit vielen Ecken und Kanten zu tun haben, auf dem wesentlich mehr Potential aufblitzt als hier in letzter Konsequenz umgesetzt wurde. Das wiederum ist natürlich auch konsequent – und doch irgendwie auch ein bisschen schade.

Thor Joakimsson (Info) (Review 88x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Da gamla ligg aude...
  • Frå bakom Bergafjedlet onda Tjuvandehidlar i løyndo dei bur
  • Ein mann oppsto or Skogjen
  • Atterhalden i Kveilarvalden
  • Alt Rivna!
  • Gardar og Grende i æve Attende (Ei røyst i einsemde)
  • Landesorg

Besetzung:

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