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Syrinx Call: Mirrorneuron 2 (Review)

Artist:

Syrinx Call

Syrinx Call: Mirrorneuron 2
Album:

Mirrorneuron 2

Medium: CD
Stil:

Konzeptioneller Progressive- und Art-Rock

Label: Flat Earth Music/Timezone
Spieldauer: 60:15
Erschienen: 27.03.2026
Website: [Link]

„Diesmal wollten wir definitiv einen weiteren Schritt in Richtung Art-Rock, Progressive-Rock gehen, ohne den ‚filmmusikalischen Touch‘ zu vernachlässigen.“ (Jens Lueck)

Ein Sturm zieht in den Anfangsminuten des zweiten Teils von „Mirrorneuron“ auf. Er scheint Bedrohliches anzukündigen. Weniger bedrohlich dagegen, sogar mitunter sehr episch und hymnisch, ist der Progressive Rock von SYRINX CALL dahinter, in dem die spannende wie bedrückende Geschichte des humanoiden KI-Roboters – der tatsächlich menschliche Gefühle zu entwickeln scheint und daher seine 'unmenschliche' Programmierung zu hinterfragen beginnt – weitererzählt wird und wir bei diesem Konzept erschreckt feststellen dürfen, wie nah doch die lange als rein utopisch bzw. futuristisch gedachte Welt der Zukunft mit unserer Gegenwart kollidiert, wenn beispielsweise schon bei Staatsbesuchen in China die politischen Granden von Robotern in Menschengestalt begrüßt werden, die fein programmierte Rückwärtssaltos und Tanzeinlagen zur allgemeinen Belustigung vorführen. Nun ja, sind wir den Chinesen mal dankbar, dass die Blechjungs nicht auf Kampfmodus programmiert waren.

Ein wenig klingt die „Mirrorneuron“-Geschichte jedenfalls wie die erschreckende Fortsetzung von ALDOUS HUXLEYs „Schöne neue Welt“.

Erneut wandelt SYRINX CALL auf „Mirrorneuron 2“ tief in den Spuren von ELOY – musikalisch wie konzeptionell. Auch die Wahl, „Mirrorneuron“ fortzusetzen, ist genau richtig, da bereits der erste Teil so viel Spannung aufbaute, dass die Erwartungshaltung auf „Mirrorneuron 2“ ein große ist. Und vor allem: Sie wird erfüllt!


Natürlich stehen wieder die vielfältigen Blasinstrumente des Düsseldorfer Blockflötisten Volker Kuinke (dessen Frau zugleich das literarische Album-Konzept mit entwickelte), neben dem singenden Multiinstrumentalisten Jens Lueck (auch Produzent des Albums) der Kopf hinter SYRINX CALL, und die ausgiebigen, oft in floydianische Richtung tendierenden Lueck-Gitarren-Ausflüge im Mittelpunkt des Konzept-Albums. So bestätigt die Band ihr sich selber verliehenes Musik-Prädikat „Blockflöten-Prog“ wieder auf ganzer Linie und vereint diesen mit Melodic-, Art- und Pop-Rock-Elementen, welche oft neben aller Harmonie auch so einige Melancholie in sich tragen.


Aber auch Streicher und männlicher wie weiblicher Gesang (wie der Sopranistin Isgaard oder Kuinkes Ehefrau Doris Packbiers) bestimmen den einstündigen Verlauf von „Mirrorneuron 2“, der garantiert bei allen ELOY-Fans der Siebzigerjahre sehr angenehme Erinnerungen wecken wird. Sogar Mr. ELOY-Bornemann steuert auf dem Album ein Gitarren-Solo bei und verstärkt damit den Eindruck zusätzlich.
Zudem setzt der zweite Teil auf etwas mehr Prog-Dynamik, woran Volker Kuinke einen erheblichen Anteil hat, sodass Jens Lueck betont: „Volker hat mir dieses Mal ein paar extrem unkonventionelle Ideen und Fragmente präsentiert, die am Ende zu außergewöhnlichen Songs geführt haben“. Bestes Beispiel hierfür ist das komplexe „Organic Embodiment“ mit seinen Tempo- und tonalen Motiv-Wechseln.

Auch die CD-Verpackung überzeugt mit einem zweiflügeligen Digipak samt 20-seitigem Booklet, in dem auf den Booklet-Seiten 3 bis 5 die Geschichte um den humanoiden KI-Kai so weit, wie sie im ersten Teil vertont worden war, erzählt wird, um dann auf den folgenden 10 Seiten alle Texte der Fortsetzung und einige passende Illustrationen zu enthalten. Am Ende wird in „The Difference“ ein emotionaler Abschluss angestrebt, der allerdings trotzdem noch viel Raum für eine Fortsetzung lässt.
Also: Fortsetzung folgt? Oder bleibt es bei diesem: „We're here, We're still here!“?


FAZIT: SYRINX CALL setzen ihren 'Blockflöten-Prog' und die Geschichte um den humanoiden KI-Roboter Kai mit „Mirrorneuron 2“ fort und zeichnen konzeptionell eine musikalische wie textliche Dystopie, die deutliche Erinnerungen an die frühen Zeiten von ELOY weckt, diese mit Melodic-, Art- und Pop-Rock-Elementen sowie ausgiebigen Block-Flöten- und elegischen Gitarren-Parts verbindet und damit in bester progressiver 'Made in Germany'-Gesellschaft ist.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 77x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Returning
  • Boundless Choices
  • Organic Embodiment
  • Are You My Image?
  • Wheel Of Emotions
  • Yearning
  • Attachment
  • Emptiness
  • Mind Over Matter
  • Here...
  • ...And Now
  • The Difference

Besetzung:

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