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Indigo Dying: Indigo Dying (Review)

Artist:

Indigo Dying

Indigo Dying: Indigo Dying
Album:

Indigo Dying

Medium: CD
Stil:

Melodic Rock

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 52:25
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Bei der Band INDIGO DYING handelt es sich um ein Studioprojekt rund um die chilenische Sängerin Gisa Vatcky, die mit der vorliegenden CD ihr Debüt als Frontfrau abliefert. Dass sie kein unbeschriebenes Blatt ist, zeigt sich schon an der Liste der Künstler, mit denen sie bereits zusammen gearbeitet hat. Andrea Bocelli, Enrique Iglesias, Placido Domingo, Melissa Etherige, Luis Miguel, Perry Farrell, Meat Loaf und noch einigen mehr. Wer sich jetzt ein wenig Sorgen macht, der sei erst mal beruhigt. Ihre Mitmusiker bei INDIGO DYING sind neben John Macaluso am Schlagzeug (TNT, MALMSTEEN, RIOT), Mordechai Hauser an der Gitarre und Jamie Teeramo am Keyboard auch Michael Kiske (HELLOWEEN, PLACE VENDOME) und Mark Boals (MALMSTEEN, RING OF FIRE), die als Gastsänger für das Album gewonnen werden konnten. Für den Bass, die Orchester-Programmierung und die Akustikgitarren zeigt sich Fabrizio Grossi verantwortlich (Produzent v. GLENN HUGHES, STARBREAKER).

Dass reine Studioprojekte nicht zwingend den weit verbreiteten Vorurteilen folgen und stets als „seelenlos“ oder „unterkühlt“ daherkommen und womöglich noch der Diagnose „Identitätsproblem“ standhalten müssen, beweist die mittlerweile hohe Anzahl herausragender Alben, die auf diese Art und Weise entstanden sind. Da sich die Vorurteile gegenüber Studioprojekten aber auch nicht aus dem Nichts gebildet haben, ist es Tatsache, dass es auch viele negative Beispiele gibt, deren unterhaltenden oder künstlerischen Wert man ernsthaft in Frage stellen sollte. Mal sehen, wo sich da die Schöpfer von INDIGO DYING einreihen lassen.

Die Stilrichtung der CD lässt sich wohl am besten so beschreiben: Eine Mischung aus Rock, Pop und Metal. Ganz einfach ;-) Nun, der Gesang enthält gewisse Elemente, wie sie in der Popmusik anzutreffen sind. Das Rockelement lässt sich im Drive und Groove der Songs wieder finden, und wenn man sich den bratenden Gitarrensound und die powervollen Refrains mal richtig vor Augen führt, dann ist da eindeutig auch einiges an Metal drin! Beim Songwriting wurde genau darauf geachtet, den Gesang im Mittelpunkt zu behalten, weshalb man auf lange Instrumentalpassagen und ausgedehnte Soloeinlagen verzichtet. Im Infoblatt zur CD wird der Musikstil übrigens dem Melodic Rock zugeordnet.

Die Inspiration für das Projekt hatten Frontiers Records Präsident Serafino Perugino und Produzent Fabrizio Grossi. Mit dem Ziel, das Talent der Sängerin in einem Rahmen aus Rock und Metal zur Geltung zu bringen. Für die Produktion des Albums war das sicher eine Herausforderung. Schließlich wollte man sich im Spagat zwischen den Stilen keine Zerrungen zuziehen, aber dennoch einen in sich schlüssigen Sound erreichen.

Das erste Stück der CD heiß „All I Never Wanted“ und ist ein typischer Rocksong. Der gut abgehende Refrain nach der ruhig gehaltenen Strophe zeigt gleich zu Beginn, dass man es hier gerne auch mal gut krachen lässt. Auffällig sind die stark verzerrten und rau klingenden Gitarren. Sie verleihen nicht nur diesem Song die für das Album typische metallische Note. Die Gesangsstimme von Gisa Vatcky ist meist klar und stets ausdrucksstark, wobei es ihr im Refrain gegen die fetten Gitarrenwände schon etwas an Durchsetzungskraft fehlt. Sie hat nun mal nicht die Rockröhre von Melissa Etherige oder die unterschwellige „Rauheit“ einer Sarah Connor. Ihre Stimme glänzt vielmehr durch ihren ansprechenden Klang und ein unaufdringliches Vibrato. Ich wüsste gerade nicht, mit wem ich sie vergleichen könnte. Dass sie mir, im Gegensatz zu manch anderer Frauenstimme, auch nach dem kompletten Durchhören der CD, nicht auf die Nerven geht, spricht für sich.

Im darauf folgenden Titel „Hear Me“ befinden wir uns genau in dem oben erwähnten Spannungsfeld. Der mit Klavier begleitete ruhige Anfangsteil steht im krassen Gegensatz zum Refrain, in dem es (relativ gesehen) fast schon brachial zu geht. Das Gitarrensolo in bester Metal-Manier macht Laune und Lust auf mehr. Danach folgt mit „Breathe In Water“ eine auf den ersten Blick klassische Metal-Ballade, die sich gegen Ende jedoch in eine richtige Abgehnummer verwandelt. Hier ist Michael Kiske mit von der Partie. Für meine Begriffe immer noch einer der herausragenden Metal-Sänger unserer Zeit (man höre sich nur mal seine Leistung auf PLACE VENDOME an). Und das stellt er auch hier wieder erneut unter Beweis. Teilweise im Duett gesungen, kommt hier die ganze Klasse der beiden zur Geltung.

Typisch für die Musik von INDIGO DYING sind neben den eingängigen Melodien die immer wiederkehrenden ruhigen Passagen, meist begleitet von Piano- bzw. Keyboardklängen, die sich mit treibenden Refrains abwechseln und damit für eine willkommene Dynamik und Abwechslung sorgen. In „Superman“ sowie dem Headbanger „Far Enough“ ist als weiterer Gastsänger Marc Boals vertreten. Mit gewohnter Professionalität bringt er seine typische Art in die beiden Songs ein, ohne dabei jedoch besonders aufzufallen. Nicht unerwähnt bleiben soll die Ballade „Go“, der letzte Song der CD. Ein besinnlicher Abschluss mit einem Hauch von Schwermut. Von Streichern untermalt und mit einem Gesang, der unter die Haut geht. Glück gehabt! Gerade noch am Schmalztopf vorbei ...

FAZIT: Auch der ein oder andere Metaller könnte an dem Erstlingswerk um Sängerin Gisa Vatcky Gefallen finden. Vorausgesetzt, er steht auf den mit bratenden Gitarren unterlegten und teilweise poporientierten Gesang, welcher nicht nur technisch überzeugen kann. Die eingängigen Stücke präsentieren sich im Rock- und Metal-Gewand und gewinnen durch die wiederkehrenden ruhigen bzw. balladesken Elemente an Ausdruckskraft und Dynamik. Ich kann das Album jedoch vor allem jenen Musikhörern empfehlen, die aus dem Bereich Pop-Rockmusik kommen und einen ersten Versuch in Richtung der etwas härteren Gangart unternehmen wollen. Unterm Strich ein durchaus gelungenes Album im Spannungsfeld zwischen Pop und Rock/Metal.

Uli Mahlenbrey (Info) (Review 3122x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • All I Never Wanted
  • Hear Me
  • Breathe In Water
  • Better
  • Taken
  • Superman
  • Island
  • Remember (I.O.U.)
  • Real Life Fairytale
  • Far Enough
  • Shattered Life
  • Go

Besetzung:

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