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Touchstone: Discordant Dreams (Review)

Artist:

Touchstone

Touchstone: Discordant Dreams
Album:

Discordant Dreams

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock / Melodic Rock

Label: Heavy Right Food / Just For Kicks
Spieldauer: 63:36
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Ist das hier nun ganz großes KINO oder doch eher eine FROST*ige Scheibe mit Elementen, die an die große ARENA im URBANEn Zustand erinnern? Oder besser: Ist alles wo JOHN MITCHELL von ARENA drin ist, auch diese sich ständig ähnelnde Musik erkennbar, die nach einer härteren Variante von ARENA mit vielen melodischen (bis hin zu popigen) Elementen klingt, aber auch immer wieder metallisch ausbricht?

Die vier britischen Herren und die eine Dame von TOUCHSTONE stehen mit diesem Debut-Album nach ihrer EP „Mad Hatters“ erstmals tatsächlich auf dem Prüfstein. Und damit „Discordant Dreams“ nicht zu einem Albtraum wird, haben sie keinen Geringeren als JOHN MITCHELL für den Mix mit ins Boot geholt und ihm sogar in „Dignity“ würdevoll das zweite Gitarrensolo überlassen. Und dass Mitchells Einfluss sich wohl nicht nur auf Mix und Solo, sondern deutlich auch auf die musikalische Ausrichtung der Band richtet, ist unüberhörbar. Aus diesem Grunde könnte man dieses Album als eine Art Geheimtipp für die Freunde der Side-Projekte des ARENA-Gitarristen verstehen, ob diese nun KINO, THE URBANE, IT BITES oder FROST* heißen. Ungewöhnlich oder ungewohnt ist daran eben nicht die Musik, sondern der, neben dem männlichen, sehr angenehme weibliche Gesang von KIM SEVIOUR.

Bereits im „Intro“ baut sich eine düstere, etwas mysteriöse Atmosphäre auf, die sich steigert und in den ersten knallharten Metalausbruch übergeht, um dann von melodiösem Gesang abgelöst zu werden. Es sind wirklich Gegensätze, die bereits in diesem Titel auf traumwandlerische Weise aufeinander treffen – das erinnert einen aber automatisch schon sehr an ARENA.

Dagegen ist „Curious Angel“ ein recht einfach gestrickter Rocksong mit Popelementen, der so vor sich hinplätschert, um sich dann zum Glück im folgenden „See The Light“ zu entladen, da hier wieder nach ruhigem Beginn die entsprechende Härte und eine gehörige Portion Bombast zum Tragen kommen. Man sieht wirklich das musikalische Licht am Ende des Tunnels und hofft auf weitere Überraschungen, weil bis zu diesem Zeitpunkt die Musik zwar relativ angenehm klingt, aber der Funke einfach nicht so richtig überspringen will. Liegt dieses Gefühl etwa daran, dass man das alles irgendwo und irgendwie schon mal gehört hat? Wahrscheinlich – und leider bleibt dieser Eindruck bis zum Ende des Albums, auf dem man sich sogar soweit hinreißen ließ, auch noch einen Hidden-Track (Sprach-Collagen, die so eine Art düsteres Traumempfinden wiedergeben – und klingen, als hätte Gollum vom „Herr der Ringe“ sie gesprochen!) nach zwei Minuten Stille anzufügen.

Vielleicht sollte man auch noch auf die recht düsteren, bedrückenden Texte von ROB COTTINGHAM eingehen, die sich neben der Sezierung einer Frauenleiche in „Being Hannah“ oder dem Ertrinken in „Ocean Down“ (wundervoll gesungen) mit einer Vielzahl von Ungerechtigkeiten unserer Zeit auseinandersetzen. Nicht umsonst schließt wohl der gelungene Longtrack „The Beggar´s Song“ dieses Album ab, in dem ein Bettler seine Empfindungen schildert, die ihn bewegen, wenn er die „Normalos“, die ihn so völlig unbeachtet lassen, beobachtet. Am Ende gelangt er zu der Erkenntnis, dass wohl wirkliche Freiheit nur solche Menschen wie er erlangen können, nur sterben sie auch eher im „Schmutz dieser oberflächlichen Welt“. Schade nur, dass Musik und Text nur selten eine wirkliche Einheit bilden, was besonders schmerzlich bei „Being Hannah“ (belanglose Musik für einen guten Text) zum Ausdruck kommt.

Dagegen ist „Dignity“ eine unglaublich gelungene, etwas schmalzige Ballade, die Text und Musik sehr gut miteinander verschmelzen lässt und neben einem gelungenen Keyboard-Solo auch das „berüchtigte“ Mitchell-Solo enthält. Würde man´s nicht besser wissen, könnte man eine Wette halten, dass dieser Titel (vom Gesang abgesehen) von einem ARENA-Album stammt.

Welche Erkenntnis bleibt am Schluss? Auch hier hilft uns ROB weiter: „We all have one song we can sing / … / A song of hope, for you and me / A simple song – called Dignity” Ja, das ist ein würdevolles, aber schlicht und ergreifend noch zu einfaches Album, das wirkliche Höhepunkte vermissen lässt, aber trotzdem richtig gute gesangliche und musikalische Momente besitzt.

FAZIT: Wer sich nach nunmehr so langer Zeit endlich wieder nach einem Album von ARENA sehnt, in dem alle Zutaten nur etwas härter gemischt sind und der Gesang auch weiblich sein darf, der sollte „Discordant Dreams“ zum Prüfstein seines nächsten Prog-Rock-Kaufs machen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2027x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Discordant Dreams Intro
  • Discordant Dreams
  • Curious Angel
  • See The Light
  • Being Hannah
  • Shadow
  • Winter Coast Instrumental
  • Ocean Down
  • Blacktide
  • Dignity
  • The Beggar´s Song
  • WTFWT

Besetzung:

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