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It Bites: The Tall Ships (Review)

Artist:

It Bites

It Bites: The Tall Ships
Album:

The Tall Ships

Medium: CD
Stil:

Progressive Pop-Rock

Label: Inside Out/SPV
Spieldauer: 69:39
Erschienen: 26.09.2008
Website: [Link]

Ist es noch KINO, oder beißt es schon? Eigentlich müßig, diese Frage zu stellen denn „The Tall Ships“ ist das neue Album von IT BITES und nicht von KINO, obwohl die Band-Besetzung größtenteils identisch ist. Waren KINO in Teilen härter, so ist beiden Bands gemein, eine gehörige Portion Pop-Appeal ins schwerblütig-progressive Fach zu bringen. Was nicht gleichbedeutend mit Substanzverlust ist. Meistens zumindest. Es gibt zwar Ausrutscher, wie den nervenden Refrain des ansonsten ordentlichen Titelsongs, oder das unsägliche „Great Disasters“, das klingt wie eine verkorkste Parodie auf den wohlbekannten „Iko Iko“-Gassenhauer. Überflüssig, aber bei einer CD-Spieldauer von 70-Minuten zu verschmerzen. Genau wie der Einstieg ins Album, eine Art GENTLE GIANT-Light in Modern. Nicht wirklich gelungen. Doch nach wenigen Sekunden fängt sich die Band, und aus „Oh My God“ wird ein mehr als respektabler poppiger Prog-Schmachtfetzen. „Ghosts“ und vor allem „Playground“ können nahtlos und positiv daran anschließen. Beschwingte Melodien, lockere Haltung und trotzdem wird allzu seichten Wendungen aus dem Weg gegangen. Hier könnten sich Neal Morse und Roine Stolt mal eine Scheibe Lässigkeit abschneiden, denn immer wenn die Band um John Mitchell im Ideenfluss bleibt, zeigt sie, das moderner Progressiv-Rock kein ausladender, bombastischer und in seine eigenen Fertigkeiten verliebter Overkill sein muss.

Eine Frage steht allerdings aus: Kann IT BITES ohne Francis Dunnery die eigene Identität bewahren? Kurze Antwort: durchaus. Denn bereits in der ersten Inkarnation schuf die Band drei recht unterschiedliche Studio-Werke. Von „Once Around The World“ sind die „Tall Ships“ zwar musikalisch am weitesten entfernt, aber Spuren finden sich auch hiervon, näher dran ist allerdings das Debüt „The Big Lad In The Windmill“. Und John Mitchell macht seine Sache gut – sowohl als Sänger wie Gitarrist – ohne Dunnery zu kopieren, dessen Stimmlage er eh ziemlich nahe kommt. Auch wenn es blasphemisch klingen mag: ich wünschte mir eher ein weiteres gelungenes Solowerk Dunnerys als eine verzweifelte IT BITES-Reunion in Originalbesetzung. Denn wie auf „The Tall Ships“ und dem Live-Vorgänger „When The Light Goes Down“ zu hören, funktioniert auch die aktuelle Version der Band sehr passabel.

FAZIT : „The Tall Ships“ zeigen, dass Prog mit poppigem Gestus (meistens) sehr gut funktionieren kann. Auf Songs zwischen vier und vierzehn Minuten Länge, zelebrieren IT BITES zwar kein Feuerwerk an zündenden Melodien und Ideen, aber äußerst wohlige und schmackhafte Unterhaltung sitzt offenkundig drin. In den besten Momenten faszinierend und ergreifend, in ein paar schlechten hätte eine erneute Sondierung und weise Beschränkung gut getan. Wer nach dem mitunter zweifelhaften Genuss bleischwerer und frickeliger Prog-Hochleistungsattacken ansprechende Entspannung und Unterhaltung sucht, der ist bei „The Tall Ships“ sehr gut aufgehoben.

Jochen König (Info) (Review 4020x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Oh My God
  • Ghosts
  • Playground
  • Memory Of Water
  • The Tall Ships
  • The Wind That Shakes The Barley
  • Great Disasters
  • Fahrenheit
  • For Safekeeping
  • Lights
  • This Is England
  • When I Fall (bonus track)

Besetzung:

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