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Parzivals Eye: Fragments (Review)

Artist:

Parzivals Eye

Parzivals Eye: Fragments
Album:

Fragments

Medium: CD
Stil:

Art Pop Rock

Label: Red Farm Records / Rough Trade
Spieldauer: 78:20
Erschienen: 09.09.2009
Website: [Link]

Thoralf Koss spricht in seiner SCHAFFRATH-Kritik davon, dass es manchmal unmöglich ist, vorurteilsfrei an eine Rezension zu gehen. Ich würde das eher Voreingenommenheit nennen. Und die herrscht bei mir im vorliegenden Fall. Was aber gar nicht schlimm ist.
Ich habe Chris Postl als sympathischen, aufgeschlossenen und freundlichen Menschen kennen gelernt. Und genau so ist seine Musik.
Unter dem Bandnamen PAZIVALS EYE hat Postl (das „P“ aus RPWL), der Bassist der bayrischen Band sein erstes Soloprojekt „Fragments“ veröffentlicht. Naheliegend hat Yogi Lang das Album produziert (wie schon Kollege Kalle Wallners - BLIND EGO - „Numb“) und steuert einige Keyboardsounds bei. Aber auch die weitere Gästeschar kann sich sehen lassen. Neben Postl selbst, singen Alan Reed (PALLAS) und Christina Booth (MAGENTA). An der Gitarre ist Ian Bairnson zu hören, in Deutschland hauptsächlich bekannt aufgrund seiner Tätigkeit für das ALAN PARSONS PROJECT (zu dessen Blütezeiten).

Damit ist das musikalische Spektrum der „Fragments“ ganz gut umrissen: viel an PINK FLOYD angelehnte RPWLsche Melodienseligkeit, der progressive Popappeal der besseren ALAN PARSONS-Stücke, eher selten die moderate Härte á la PALLAS und wieder ganz viel symphonische Grandezza, wie sie auch MAGENTA ganz gut beherrscht. Leichte bis unüberhörbare Anklänge gibt es noch an GENESIS. Aber diesmal nicht, wie sonst im Retroprog so gerne, an die frühen Tage der Band, sondern an die Umbruchphase zu Zeiten von „Trick Of The Tail“ und „Wind And Wuthering“.

Stimmungsvoll ist das Album durchgehend, auch wenn die ein oder andere halbwertige Idee Einzug gehalten hat, und „Through Your Mind“ ein allzu belangloses Liedchen ist - mit nicht ganz viereinhalb Minuten aber gnädig kurz. Höhepunkte finden sich besonders dann, wenn Postl zupackender zur Sache geht, wie im vorwärts treibenden Titelstück.
Eigenwillig ist die Interpretation des GRAHAM NASH-Klassikers „Chicago“ mit Christina Booth als Sängerin. Ein selbstbewusstes, ergreifendes Statement, dass manchmal gefährlich nah an die Grenze zum Kitsch gerät, sie aber glücklicherweise nicht überschreitet. Mutig allerdings, sich an einer Coverversion aus einem ganz anderen Genre zu versuchen – obwohl der Hang zu lieblichen Melodien auch ein Kennzeichen vieler Crosby, Stills, Nash & Young-Stücke ist. Hier treffen sich die Americana-Helden und der weltoffene Bayer Postl zum friedliebenden Stelldichein. Solche kleinen Experimente kann er sich in Zukunft ruhig öfter trauen.

FAZIT: Das Debüt von PARZIVALS EYE lässt sich mit zwei Worten zu beschreiben: einfach schön!
Chris Postl bewegt sich ganz nah an seiner Stammband RPWL, ersetzt die leicht frickeligen PORCUPINE TREE-Aspekte durch Pop- und Breitwandprog und schafft so ein atmosphärisches, geschlossenes Werk, das bis auf ein paar Ausbrüche - von FISCHER Z goes PINK FLOYD („Disguise) bis zu kurzen, knackigen Spoken Words-Einlagen (im fabulösen, langen Opener „Longings End") - vielleicht einen Tacken ZU homogen ist. Aber das ist Erbsenzählerei, denn Postl gelingt es, über achtundsiebzig Minuten lang, glänzend zu unterhalten. Und bislang zeigt Fragments nach mehrfachen Hören in all seiner betörenden Freundlichkeit noch keine Ermüdungserscheinungen.

Erhältlich via www.justforkicks.de

Jochen König (Info) (Review 3590x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Longings End
  • Signs
  • Fragments
  • Face My Fear
  • Meanings
  • Skylights
  • Disguise
  • Chicago
  • Where Have Your Flowers Gone
  • Through Your Mind
  • Wide World
  • Another Day (Bonus Track)

Besetzung:

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