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Wishbone Ash: 40 Live In London (DVD) (Review)

Artist:

Wishbone Ash

Wishbone Ash: 40 Live In London (DVD)
Album:

40 Live In London (DVD)

Medium: DVD
Stil:

Classic Rock

Label: Zyx Music
Spieldauer: 122:00 Live, 51:00 Roadmovie
Erschienen: 30.10.2009
Website: [Link]

Am Anfang schuf Gott, nachdem er all die lästige Schöpfungsarbeit hinter sich hatte, einen Gitarrenständer und fragte sich, was er damit wohl anfangen könne. Er hatte einen seiner seltenen Geistesblitze und schuf eine "Flying V"-Guitar und, weil seine Kreativität gerade einmal einen Lauf hatte, auch noch die passende Band dazu: WISHBONE ASH. Und weil Gott der ganzen Blues-Trios überdrüssig geworden war, erfand er auch gleich noch das "Twin-Guitar-Lineup" dazu, dieses geniale Duo von gleichberechtigten Lead-Gitarristen. Das war vor gefühlten alttestamentarischen Zeiten - real vor ziemlich genau vierzig Jahren.

WISHBONE ASH kamen seinerzeit, sahen und siegten... Gleich ihre erste Tour, als Support von DEEP PURPLE, spielte sie ins Rampenlicht und mit den Alben "Pilgimage" und "Argus" schufen sie gleich zu Karrierebeginn zwei zeitlos schöne Klassiker. Leider brachten personelle Querelen immer wieder Unruhe in die verschiedenen Lineups. John Wetton, Trevor Bolder oder Laurie Wisfield - die prominenten Ersatzleute kamen und gingen, bis Ende der Achtiger Martin und Ted Turner sowie Andy Powell wieder zusammenfanden. Doch irgendwie stimmte die "Chemie" zwischen den Dreien nie so richtig. Zuerst verließ Martin, ein paar Jahre später Ted Turner WISHBONE ASH, diesmal endgültig. Martin Turner hat seit ein paar Jahren ein WISHBONE ASH Konkurrenz-Projekt aufgezogen. Seitdem begegnen er und Andy Powell sich hauptsächlich vor Gericht und pflegen eine unverhohlene Feindschaft.
WISHBONE ASH 2009 sind eine absolut überzeugende Formation mit dem virtuosen Finnen Muddy Manninen an der zweiten Gitarre, Spassvogel Bob Skeat am Bass und "Küken" Joe Crabtree an den Drums. Ihren Vierzigsten feierten Powell & Co. im ehrwürdigen Londoner "Shepard's Bush Empire" vor einem ausverkauften Haus. Am selben Ort also, wo man zehn Jahre zuvor schon einmal ein Jubiläum feiern konnte.

Nach einem lustigen Intro startet "40 Live In London" mit zwei knackigen, lupenreinen Blues-Rockern: "Blind Eye" und "Runaway". Nach diesen für WISHBONE ASH eher ungewöhnlichen Tönen wird es nun "klassisch". Beeindruckend ist natürlich vor allem das Wechselspiel zwischen Andy Powell und Muddy Manninen, auf dem ASHs Sound aufgebaut ist. Diese gitarristischen "Doppelpässe" haben nahezu "brasilianisches" Niveau ;-)) Aber nicht nur das: Die gesamte Truppe präsentiert sich als hervorragend auf einander abgestimmtes Kollektiv.
Mark Birch, ein alter Kumpel Powells, wird zu "Everybody Needs A Friend", von der 1973er "Wishbone Four", auf die Bühne geholt. Diesen Song hatte früher stets Martin Turner gesungen und Powell konnte diese Stimmlage nie umsetzten. Deshalb war der Song lange Zeit aus den Setlisten verschwunden. "The King Will Come", ein epischer Klassiker der Frühphase von der "Argus", zeigt die geniale ASH-Mixtur aus treibendem Hardrock und folkigen Elementen eindrucksvoll. Mervyn "Spam" Spence, der in den 80ern WISHBONE ASH bei einer US-Tour begleitet hatte, kommt für "Cell Of Flame", leider zu poppig geraten und die wohl schwächste Nummer auf "40 Live In London", auf die Bühne und verleiht dem Song seine, an BOBBY KIMBALL erinnernde Stimme.
Der finnische Gitarrist Ben Granfelt, ein ehemaliger Guitar-Tech Powells und Freund Muddy Manninens aus gemeinsamen Tagen bei den GRINGOS LOCOS (einer finnischen Southern-Rockband), entert für zwei Songs die Bühne und macht aus ASH eine Guitar-Army. Granfelt ist einigen sicherlich auch aus seiner Zeit bei den LENINGRAD COWBOYS bekannt. Der "Almighty Blues" ist ein richtig knalliger Blues-Rocker und die "Triple-Gitarrenläufe" von "Faith Hope And Love" machen aus diesem Song einen tollen Midtempo-Rocker. Mit "Engine Overheat", einem pulsierendem Hardrocker, steuert die Geburtstagsshow auf ihren Höhepunkt zu... und dieser MUSS einfach "Phoenix" heißen... die Wunderkerzen beginnen zu glühen!
Zwei absolute Klassiker, "JailBait" und "Blowin' Free" bringen als Zugaben noch einmal richtig Feuer in den Shepard's Bush. Ersterer ein treibender, an THIN LIZZY erinnernder Hardrocker - letzterer, als DER WISHBONE ASH-Song schlechthin, der Abräumer des Abends.

Im Gegensatz zu oftmals recht sinn- und hirnlosen DVD-Features ist der als Bonus beigefügte 51-minütige Roadmovie sehr sehenswert. Musikalisch ebenso wie kulturell informativ besticht er außerdem mit einer professionellen Kameraführung, anstatt verwackelter Camcorder-Kinkerlitzchen in lausigen Qualitäten.

FAZIT: Auch wenn WISHBONE ASH heutzutage wesentlich kleinere Brötchen als in den glorreichen 70ern backen muss, ihre Performances sind nach wie vor beindruckend. "40 Live In London" gehört in wirklich jede Sammlung um diese legendären Classic-Rocker - ein Pflichtkauf also!

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Settings:
PCM Stereo, PAL, DVD 9, 16:9, Englisch, FSK 0

Steve Braun (Info) (Review 6557x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Blind Eye
  • Runaway
  • Right Or Wrong
  • Growing Up
  • Sometime World
  • Rainstorm
  • The Way Of The World
  • Everybody Needs A Friend (feat. Mark Birch)
  • The King Will Come
  • Throw Down The Sword
  • Cell Of Fame (feat. Mervyn "Spam" Spence)
  • Almighty Blues (feat. Ben Granfelt)
  • Engine Overheat
  • Phoenix
  • JailBait
  • Blowin Free

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Jesusfreak
gepostet am: 04.11.2009

User-Wertung:
1 Punkte

Wie lange müssen wir diesen gottlosen Schm*erf*nk mit seinen satanistischen Teufeleien mit seinem 'Hell yeah' und anderem Unsinn noch ertragen? Etwas mehr religiöse Toleranz wäre wünschenswert!
Nils [musikreviews.de]
gepostet am: 04.11.2009

Willkommen im Mittelalter! :-)
steve [musikreviews.de]
gepostet am: 07.11.2009

*LOL*
Selig sind die geistig Armen, denn das Himmelreich ist ihrer...
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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