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BRDigung: Tot aber lebendig (Review)

Artist:

BRDigung

BRDigung: Tot aber lebendig
Album:

Tot aber lebendig

Medium: CD
Stil:

Punk Rock/Metal

Label: AntiRockstar Industries
Spieldauer: 47:34
Erschienen: 13.08.2010
Website: [Link]

BRDIGUNG aus Nordrhein-Westfalen veröffentlichen mit „Tot aber lebendig“ ihr zweites Album. Trotz der Texte hat man es nicht mit reinem Deutsch-Punk zu tun, der Sound der Band weist stattdessen eine deutliche Metal-Schlagseite auf, die sich vor allem im Drumming und den schön ausgearbeiteten Leadgitarren und Soli zeigt. Teilweise klingen die Songs sogar mehr nach urwüchsigem Heavy Metal mit Punk-Rock-Einflüssen, was in Einzelfällen ein wenig an die ganz frühen IRON MAIDEN erinnert („Zeichen Des Himmels“). Hinzu gesellt sich ab und zu ein leichter Rock’n’Roll-Touch, und im Intro und bei der Ballade „Verlorene Hoffnung“ schreckt die Band sogar vor dezenten Keyboard-Orchestrierungen nicht zurück.

Musikalisch also durchaus eine interessante und abwechslungsreiche Mischung, die auch technisch und klanglich ansprechend vorgetragen wird. Leider kann der Gesang da nicht ganz mithalten, die dreckige und oft ein wenig gepresste wirkende Stimme klingt ziemlich BÖHSE-ONKELZ-kompatibel und hat leider auch ähnliche Probleme: Oft liegt Sänger Julez leicht neben der Spur oder steuert zu wenig griffige Melodien bei. Das ist bedauerlich, denn gerade diese kleinen Melodieansätze, die sich manchmal in seinen rauhen Gesangslinien verstecken, machen den Unterschied aus. Besonders im Kombination mit den vereinzelt im Hintergrund eingesetzten, mitreißenden „ooh“- und „aah“-Chören, sorgt dies für echtes Hitpotential, wie z.B. in „Nichts dazu gelernt“, „Zeitgeist der Angst“ oder „Sinfonie des Verderbens“. Leider fehlen solche Hooks an vielen anderen Stellen des Albums.

Der zweite Knackpunkt sind die Texte. Laut eigener Aussage klingt man nun reifer, erwachsener und ernster. Positiv ist sicher zu vermerken, dass BRDIGUNG schonungslos den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft legen. Allerdings werden die meisten Themen völlig humorlos und ironiefrei angegangen, so dass sich desöfteren eine etwas unangenehm trostlose Stimmung breitmacht. Zeugt die Erkenntnis, dass eigentlich alles keinen Sinn mehr macht, da unsere Gesellschaft völlig verkommen ist, und es kein Zurück und keinen Ausweg gibt, wirklich von Reife? Das ist zumindest die Botschaft, die stellenweise durchschimmert. Labile Zeitgenossen sollten deshalb vielleicht vom Genuss von „Tot aber lebendig“ absehen.

Vor allem in der ersten Hälfte des Albums gelingen BRDIGUNG einige mitreißende Nummern, gegen Ende hin geht der Band ein wenig die Luft aus. Vieles ähnelt sich dann doch ein wenig, vielleicht hätte man auch ein paar Tracks weglassen sollen.

FAZIT: Musikalisch bieten BRDIGUNG eine ansprechende Mischung aus Punk und Metal, bei der vor allem die Leadgitarrenarbeit aufhorchen lässt. Die Band hat einige mitreißende Hits auf Lager, kann jedoch das Niveau nicht über die gesamte Spielzeit halten, in erster Linie aufgrund des eindimensionalen Gesangs und der damit einhergehenden mangelnden Eingängigkeit. Mich persönlich würden auch, trotz der unbestreitbaren musikalischen Qualitäten, einige Texte und die damit verbundene Negativität von einem Kauf abhalten. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Daniel Fischer (Info) (Review 5650x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Intro
  • Wieder da
  • Nichts dazu gelernt
  • Zeitgeist der Angst
  • Party jeden Tag
  • Immer öfter
  • Sinfonie des Verderbens
  • Alles wird gut
  • Zeichen des Himmels
  • Der falsche Prophet
  • Verlorene Hoffnung
  • Geld regiert die Welt
  • Die letzte Frage
  • Nie wie immer

Besetzung:

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