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Árstíðir Lífsins: Vápna lækjar eldr (Review)

Artist:

Árstíðir Lífsins

Árstíðir Lífsins: Vápna lækjar eldr
Album:

Vápna lækjar eldr

Medium: CD
Stil:

Black Metal / Folk / Ambient

Label: Ván / Soulfood
Spieldauer: 77:47
Erschienen: 18.05.2012
Website: [Link]

Das deutsch-isländisch-schwedische Kollektiv ÁRSTÍÐIR LÍFSINS veröffentlicht zwei Jahre nach seinem Debüt mit "Vápna lækjar eldr" sein zweites Mammutwerk über Ván Records. Dessen Gründer Sveinn ist hier ebenso mit von der Partie, wie Mitglieder von HELRUNAR, DRAUTRAN, KERBENOK sowie der isländisch-schwedischen Formation SKENDÖD.

"Vápna lækjar eldr" ist der inhaltliche Nachfolger zu "Jötunheima Dolgferð" und ist in der isländischen Geschichte des späten 10. Jahrhunderts verwurzelt. Kurz gesagt wird eine fiktionale Familiensaga erzählt, die auf der traditionellen Sagenliteratur der Íslendingasögur beruht. Dementsprechend sind die Texte komplett in isländisch gehalten. Wer jedoch genauer wissen will, worum es geht, der bekommt im 48-seitigen (!) Artbook nicht nur die englische Übersetzung der Texte, sondern auch neun selbstgemalte Bilder von Sänger Marsél sowie Illustrationen in einer originalen isländischen Schrift aus dem 14. Jahrhundert. Man hat sich also mit der Ausgestaltung von "Vápna lækjar eldr" extrem viel Mühe gegeben. Ähnlich detailliert gehen ÁRSTÍÐIR LÍFSINS aber auch musikalisch zu Werke.

Ein solch gelungene Verwebung von harschem Black Metal, naturnahem Folk und atmosphärischen Ambientklängen bekommt man jedenfalls selten zu hören. Akustische Gitarren, Geigen, Maultrommeln, Klavierklänge und Naturgeräusche bilden den Folk-Rahmen, in den aber konsequent nordischer Black Metal eingefügt wird, der in seiner rohen Hypnotik jedoch stets melodisch daher kommt. Dazu kommt aufgrund der Chöre ein nicht unerheblicher Anteil von hymnischer Epik, die jedoch nicht pathetisch wirkt, sondern streng in nordischer Kultur ihren Ursprung hat. Die Wechsel zwischen den unterschiedlichen Stilistiken sind völlig fließend, ebenso die Wechsel der Stimmen, denn allein für den Gesang sind fünf verschiedene Personen zuständig. Atmosphärisch und von der Herangehensweise her erinnert das Ganze ein wenig an MOONSORROW, auf der einen Seite agieren ÁRSTÍÐIR LÍFSINS jedoch schwarzmetallischer, als die Finnen, auf der anderen Seite ist der Folk ausgeprägter. Wer jedoch an den ausschweifenden Longtracks von MOONSORROW Gefallen findet, sollte sich problemlos auch an ÁRSTÍÐIR LÍFSINS erfreuen können.

"Vápna lækjar eldr" ist eines jedoch nicht: ein songorientiertes Album. Dagegen spricht allein schon, dass sich niemand die Namen der neun Tracks wird merken können, noch dass man auch nach mehrfachem Hörgenuss sagen könnte, in welchem der Songs man sich gerade befindet. Das Album ist als Ganzes zu sehen und auch so zu hören. In Kombination mit der Tatsache, dass das Album mit 77 Minuten die Kapazität einer CD fast ausreizt, stellt sich mit der Zeit jedoch auch eine gewisse Langatmigkeit ein. Vieles hört sich ähnlich dessen an, was man im Verlauf schon mal gehört hat, wodurch sich ein gewisser Abnutzungseffekt einstellt. Gibt man sich jedoch komplett den mitunter wunderschönen Melodien, der Atmosphäre und den Inhalten hin, so kann man sich gedanklich auf eine Zeitreise nach Island in Zeiten seiner Besiedlung machen.

FAZIT: ÁRSTÍÐIR LÍFSINS ist ein einzigartiges Projekt und hat Musik für jene zu bieten, die das Besondere und Authentische suchen und denen der Methorn-schwingende "Folk" Metal vieler anderer Bands ein Graus ist.

Andreas Schulz (Info) (Review 3405x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Friggjar faðmbyggvir er mér falinn
  • Frá þögn Rauma grund hefr þessi ætt komið
  • Ék sé framtíð í ísa broti
  • Blóð-Þorsteinn eystri, sonr Helga, nafn sem mælt er með reiði þessa daga
  • Gylðis kind hefr aldrei dvalist á einum stað
  • Samkoma um sumar var sett á Þingeyri fyrir hanga heimþingaðar mót ok hatr
  • Mjök erum tregt tungu at hræra eðr loptvætt ljóðpundara
  • Svo lengi sem Sutrs ætt ok ásmegir aðhafast, mun þessi jörð í ringulreið elta
  • Fjörbann var mér alltaf við hlið er ófriðr kom upp

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