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1982 + BJ Cole: 1982 + BJ Cole (Review)

Artist:

1982 + BJ Cole

1982 + BJ Cole: 1982 + BJ Cole
Album:

1982 + BJ Cole

Medium: CD
Stil:

Pedal Steel trifft auf Jazz-Improvisation

Label: Hubro
Spieldauer: 33:31
Erschienen: 26.10.2012
Website: [Link]

Einfallsreichtum sieht irgendwie anders aus als die Rückseite dieses Pappschubers, der's noch nicht mal bis zum aufklappbaren Digi-Pack gebracht hat. So ist sich der Hörer von „1982 + BJ Cole“ am Anfang, wenn er zum ersten Mal diese CD in den Händen hält, bestimmt nicht sicher, ob er aus Versehen nur die Promo-Ausgabe der Scheibe erwischt hat. Doch ich war ja bei der Rückseite dieser spartanisch verpackten CD stehengeblieben. Die ist grasgrün und enthält neben den kurzen Infos zu den Musikern, dem Verlag usw. als Titelnahmen ausschließlich die Laufzeit der Songs. Mehr is' nich'! Irgendwie blöd, oder?

Höchstwahrscheinlich sollen wir uns ja voll und ganz der Musik widmen – und alles andere Drumherum ist nur Schall und Rauch. Oder vielleicht muss HUBRO plötzlich sparen und greift dabei zum Glück auf die Verpackung statt die musikalische Qualität zurück. Denn eins ist Fakt: Fast alles, was musikalisch aus dem Hause Hubro kommt, ist ungewöhnlich, macht neugierig und erfüllt hohe Qualitätsstandards. Doch bei 1982 + BJ COLE erscheint mir erstmals auch die Musik ähnlich abgespeckt wie die Verpackung.

Selten wohl war eine Cover-Abbildung so aussagekräftig in Bezug auf die Musik, die sich dahinter verbirgt. Einsames Haus hinter Hecke samt blauem Auto bei grauem Wetter. Genau die gleiche Stimmung gibt’s hier zu hören. Bedrückende Klanglandschaften, die nicht zum Verweilen, sondern zum Rückzug einladen. Die Violine klingt abgeschieden und abwesend vor sich hin. Ein Harmonium legt düstere Klangflächen darunter, so als hätte der Pastor die Kirche abzuschließen vergessen, und ein böser Bube würde sich einschleichen und über die Kirchenorgel hermachen. Die Felle werden hauptsächlich mit den Besen bearbeitet, damit auch ja nicht diese bedrückende Stimmung ins Wanken gerät. Und eine wahre Musik-Legende, der 66-jährige B(rian) J(ohn) Cole darf sich alle Freiheiten der Welt nehmen, um endlich mal seine Pedal Steel nach Belieben unter diesen „gräulichen“ Musik-Quark zu quirlen.

Dabei erscheint auf den ersten Blick diese musikalische Hochzeit zwischen der norwegischen Jazz-Band 1982 und dem englischen Musiker, der mit dem „Who Is Who“ der internationalen Musik-Szene bereits musiziert hat, egal ob die DAVID GILMOUR, ELTON JOHN, MOODY BLUES, ROGER WATERS, BJÖRK, CAT STEVENS (Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen!) oder sogar T. REX heißen, sehr reizvoll. Jazz trifft auf die Einflüsse eines Musikers, der schon den ganz Großen der Musik-Geschichte zur Seite stand. Eine interessante Kombination – doch die gibt auf „1982 + BJ Cole“ in etwa genauso viel her wie die Titelnahmen: Zeit die vergeht und die man wie diese Musik schnell vergisst.

So bekommt auch das Statement des 1982-Schlagzeugers ØYVIND SKARBØ zu dieser „Vereinigung“ einen recht symptomatischen Charakter, der aus meiner Sicht nicht für, sondern eher gegen dieses Album spricht: „Wir haben niemals zuvor gemeinsam gespielt – und ich selber kannte auch BJ Cole bis dahin noch nicht persönlich. Und so improvisierten wir einfach für ein paar Stunden drauflos.“ Genau das hört man auch auf diesem Album!

Es passiert einfach nichts, außer ein paar todlangweiliger Improvisations-Versuche mit Pedal Steel, Violine, Fiddle, Harmonium und Schlagzeug, die es sogar schaffen, in der extrem kurzen Laufzeit von 33 Minuten ganz schnell Müdigkeit aufkommen zu lassen. Hier haben sich „zwei“ gefunden, die nicht zusammen passen und sich schnellstens wieder scheiden lassen sollten.

FAZIT: Und nun, wo ich am Ende meiner Kritik angekommen bin, drehe und wende ich gelangweilt die Papphülle in meinen Händen und lese noch einmal alles, was darauf lesenswert zu sein scheint. Und was entdecke ich da? „For promotional use only – not for sale.“ Das gibt’s doch einfach nicht! Hubro haben ihre Kritiker bisher doch immer mit den Gesamtwerken verwöhnt. Promos kenne ich von denen gar nicht. Schade, dass wir in Zukunft wohl demnächst nur noch verpackungstechnisch die abgespeckte Variante erhalten. Allerdings ändert das nichts an den Aussagen zur Musik auf diesem Album. Zu spartanisch – genauso wie meine Promo-Ausgabe von „1982 + BJ Cole“!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2452x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 4 von 15 Punkten [?]
4 Punkte
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Tracklist:
  • 09:03
  • 04:22
  • 03:43
  • 01:06
  • 05:21
  • 02:57
  • 04:00
  • 02:59

Besetzung:

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Kommentare
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 21.10.2012

Ich kenn das eigentlich nicht anders, zumindest seit meiner noisyNeighbours-Zeit kommen von Hubro standardmäßig nur Promopappschuber. Von rune grammofon kommen mal Finisheds, ja, aber sonst? Mir ist das eigentlich egal, da der musikalische Inhalt mir persönlich wichtiger ist.
Thoralf Koss [musikreviews.de]
gepostet am: 21.10.2012

Also ich habe bisher immer die komplette Packung bekommen - ist aber egal, was wirklich zählt ist die Musik darin.
Nur die hat mich leider zum ersten Mal im Falle von Hubro ganz echt enttäuscht!
Teddy
gepostet am: 16.01.2013

Das Album 1982 + BJ Cole ist leider in der Schweiz nirgends erhältlich. wo kann ich dieses (einfach) erhalten?
Thoralf Koss [musikreviews.de]
gepostet am: 16.01.2013

Am besten versuchst du es über die offizielle Seite, die du oben als Link findest, Teddy.
Allerdings ist die CD oder LP-Ausgabe ziemlich teuer (21 €).
Amazon bietet auch nur die Download-Variante für knapp 8 €.
Im Grunde ist das Album aber wirklich nicht sonderlich gelungen und eine echte Enttäuschung.
Tut mir leid, Teddy, dass ich dir in der Beziehung auch nicht viel weiter helfen kann.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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