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Eric Bibb: Deeper In The Well (Review)

Artist:

Eric Bibb

Eric Bibb: Deeper In The Well
Album:

Deeper In The Well

Medium: CD
Stil:

Americana / Blues / Folk

Label: Dixie Frog / Fenn
Spieldauer: 50:49
Erschienen: 24.02.2012
Website: [Link]

Jetzt wird’s sumpfig … ERIC BIBB zeigt allerdings, dass Louisiana nicht so hässlich und rotnackig ist, wie es mit Verzerrern bewaffnete Schlammmenschen häufig darstellen. Der Roots-Musiker stellt das Hübsche wie Geheimnisvolle des nordamerikanischen-Südens dar, die Lebensfreude und natürlich auch den Blues.

„Bayou Belle“ und der nachfolgende quasi-Titelsong (eine Schote von Roger Bowling) weisen den Weg: BIBB und seine Mitstreiter veredeln eine folkloristische Songwriting-Perle nach der anderen, strahlkräftig durch die sparsame wie treffsichere und abwechslungsreiche Instrumentierung, welche von bundlosen Banjos über Mundharmonika bis hin zu allerlei Klopfgeistern reicht. Zur Not tun es auch die Füße und Hände. Wo Tom Waits vor ähnlichem Hintergrund abgrundtief finster heiserte („Bone Machine“), trübt BIBB selten Wässerchen. Vielen der Stücke, allen voran „Sinner man“, haftet etwas Mantrisches, Hypnotisches an, während speziell „Boll weevil“ und „Every wind in the river“ (Mandoline!) der Musikerfraktion unter den Hörern Respekt abverlangen. Letzten Endes aber ist das Lied auf „Deeper In The Well“ König, nicht der Virtuose, zumal das Tempo stets gedrosselt bleibt.

Mit seiner warmen, nahbaren Stimme punktet der Amerikaner vor allem während des rührenden „Sittin’ in a hotel room“ und im slow bluesigen Klagestück „Could be you, could be me“ von Harrison Kennedy. Die anfangs angesprochene Heiterkeit bricht sich gegen Ende der Scheibe Bahn, etwa im Zweierpack aus „Money in your pocket“ und dem gefiedelten „Music“. Bob Dylans Zeitgeist-Standard hätte BIBB zwar nicht unbedingt covern müssen – er ist ja nicht der erste Mal –, aber trotzdem: „Deeper In The Well“ ist ein Glanzlicht von Album für Freunde US-amerikanischer Wurzelmusik ohne Hosenträger und Overall.

FAZIT: ERIC BIBB hat mit dieser Scheibe eine hübsch intime Eloge an das Leben veröffentlicht, die man auch genießen kann, wenn man nicht an der Quelle weilt. Mit „Deeper In The Well“ fällt kein Kind in den Brunnen, sondern Befürworter der Entschleunigung aus allen Wolken.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 5313x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Bayou Belle
  • Dig a little deeper in the well
  • No further
  • Sinner man
  • Boll weevil
  • In my time
  • Every wind in the river
  • Sittin’ in a hotel room
  • Could be you, could be me
  • Money in your pocket
  • Music
  • The times they are a changin’
  • Movin’ up

Besetzung:

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