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Jorn: Traveller (Review)

Artist:

Jorn

Jorn: Traveller
Album:

Traveller

Medium: CD
Stil:

Melodic Metal/Hardrock

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 51:06
Erschienen: 14.06.2013
Website: [Link]

Im Grunde genommen war die Kritik zur neuen JORN-Scheibe „Traveller“ im Geiste schon fertig formuliert, bevor zum ersten Mal die zehn Songs durch die Anlage rauschten. Zu berechenbar, zu gleichförmig fielen die letzten Alben des norwegischen DIO-Fans aus, als dass man mit einem wirklichen Highlight hätte rechnen können. Zu oft hatte man in den vergangenen Jahren das Gefühl, Jorn Lande setze vor allen Dingen auf schnelle und regelmäßige Veröffentlichungen, also mehr auf Quantität denn auf Qualität.

Was auf den letzten Veröffentlichungen vor allen Dingen fehlte, war ein vernünftiger Co-Songwriter. Den scheint Lande nun mit dem neu eingestiegenen Gitarristen Trond Holter (WIG WAM) gefunden zu haben, denn obwohl „Traveller“ in seiner großen Gesamtheit ein durch und durch traditionelles Melodic-Metal- und Hardrock-Album in klassischer DIO-Manier geworden ist, finden sich durchaus frische Töne.

Natürlich: Songs wie der Opener „Overload“ oder der Titeltrack sind nichts anderes als unverhohlene Tributsongs an das offensichtlich größte Vorbild Jorn Landes, und in Tracks wie „Cancer Demon“ und dem abschließenden „The Man Who Was King“ geht es auch lyrisch um den „kleinen Mann mit der großen Stimme“, wie Ronnie James Dio immer wieder umschrieben wird, wenn den Journalisten die 23. Nennung seines Namens in ihren Artikeln dann doch zu viel erscheint. Das geht bei Jorn Lande teilweise wirklich so weit, dass man das Gefühl hat, hier schreibt ein Teenager über sein großes Idol – aber nun gut, gegen ein echtes Fandasein kann man nun wirklich nichts einwenden.

Anders auf früheren Scheiben gibt es auch ein wenig Abwechslung auf dem Album. „Window Maker“ wagt einen etwas weiter zurückliegenden Blick in die JORN-Vergangenheit, als der DIO-Einfluss noch nicht so allgegenwärtig war und die Arrangement noch ein wenig epischer ausfielen. „Make Your Engine Scream“ packt den Hörer direkt mit den einprägsamen Eingangsriffs, das etwas flottere „Legend Man“ bietet starke Gesangslinien, überzeugt aber auch – und das gilt für „Traveller“ in seiner Gesamtheit – durch die ausgesprochen gelungene Instrumentierung, „Carry The Black“ traut sich gar an dezent moderne (bzw. das, was der Kritiker für modern hält…) Zwischentöne. Die größten Momente hat „Traveller“ aber dann, wenn Neugitarrist Holter melodischere Leads einfließen lässt und Jorn Lande zu etwas größeren Tonsprüngen (wie etwa in „Monsoon“) ansetzt – den DIO-Stil hat der Sänger zwar perfekt drauf, zu Gunsten einer größeren Abwechslung sind es aber gerade die melodischen Parts, die dieses Album zu einem besseren Werk als die meisten zurückliegenden JORN-Alben der jüngeren Vergangenheit machen.

FAZIT: Sensationell viel Neues gibt es auf „Traveller“ natürlich nicht zu hören, da sollte jeder, der der letzten Veröffentlichungen des Norwegers überdrüssig war, keinen falschen Hoffnungen erliegen. Doch Jorn Lande hat mit Trond Holter offensichtlich einen Co-Songwriter gefunden, der ihn auch mal auf Schienen fahren lässt, die nicht zum Ronnie-James-Dio-Tempel fahren. Und, bei aller gerechtfertigter Hommage an den Ausnahmesänger: DIO dürften bei Status, Aura und Qualität auf ewig unerreicht bleiben. Egal, wie viele Tributsongs Jorn Lande noch schreibt.

Lothar Hausfeld (Info) (Review 5864x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Overload
  • Cancer Demon
  • Traveller
  • Window Maker
  • Make Your Engine Scream
  • Legend Man
  • Carry The Black
  • Rev On
  • Monsoon
  • The Man Who Was King

Besetzung:

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