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Agent Bla: Agent Bla (Review)

Artist:

Agent Bla

Agent Bla: Agent Bla
Album:

Agent Bla

Medium: LP/Download/Limitiert
Stil:

Indie- und Alternative-Rock, Shoegaze

Label: Through Love Records/Indigo
Spieldauer: 34:24
Erschienen: 09.06.2017
Website: [Link]

Ein kleiner Junge im Superman-Kostüm, der auf dem Bett hüpft, begrüßt uns vom Cover der schwedischen Shoegaze-Death-Pop-Band AGENT BLA und stimmt uns auf Musik ein, die man wahrscheinlich hinter solchem Cover nicht gleich erwartet. Denn lustige Hüpfburg-Mucke muss man anderswo als auf dieser in Deutschland erschienenen, limitierte LP erwarten.

Oder versuchen wir es anders auszudrücken: Während viele Bands sich leidenschaftlich dem „Dream-Pop“ verschreiben und darin schwelgend zarte Harmonien entfalten, haben sich die Schweden anstatt solcher Träumereien für den Tod entschieden und begeben sich in die finsteren Abgründe des „Death-Pop“.

Vielleicht denkt jetzt jemand an solche Alben wie „Meat Is Murder“ oder „The Queen Is Dead“ von THE SMITHS – und schon nähert er sich deutlich der Musik von AGENT BLA aus Göteborg an. Nur dass die statt einem männlichen Hardcore-Veganer, der faszinierend singen kann und den Namen MORRISSEY trägt, mit Emilie Alatalo eine Sängerin präsentieren, die sich darin versucht, in Morrisseys Musik-Spuren zu bewegen, was ihr zwar ansatzweise, aber nicht gänzlich gelingt. Das ist natürlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass dieses schwedische Quintett noch echte Jungspunde zwischen 17 und 20 Jahren sind.

Die Geschichte von AGENT BLA begann bei einem Wettstreit in Göteborg, bei dem junge Bands angetreten waren, um JOY DIVISION zu covern. Und was zuvor Gegner waren, wurde dann, der Liebe zu JOY DIVISION und SLOWDIVE wegen, zu AGENT BLA. Selbstverständlich sind auf „Agent Bla“ auch die Vorbilder, mit denen alles begann, unüberhörbar. Dass wir es bei dieser Band zugleich mit sehr kritischen Musik-Zeitgenossen zu tun haben, beweist die Wahl ihres Namens. Denn der „Blaue Agent“ verweist auf einen Krimi von Agatha Christie, in dem dies der militärische Code für ein blaue Streifen hinterlassendes Entlaubungsmitel ist, das im Vietnam-Krieg eingesetzt wurde, um Graspflanzen und ganz besonders den Reis zu vernichten, damit der Vietkong seine Kampfkraft verlor.
Doch keine Angst, die Musik auf der gleichnamigen LP ist nicht blaustreifig zerstörerisch, sondern lebt neben den oft treibenden Gitarren auch von eingängigen Melodien und tanzbaren Rhythmen, bei denen einem ein weiteres amerikanisches Kriegsgerät, genauer ein achtstrahliger Ami-Kampfbomber, der in einem Bandnamen verewigt wurde, in den Sinn kommt: B-52s.

Eine wichtige Rolle hinter der Musik von AGENT BLA nimmt ihre Sängerin Emilie ein, die seitdem sie schreiben konnte, immer wieder versuchte, Kurzgeschichten zu verfassen und so die absolute Texthoheit auf dem Album genießt, wozu sie selber feststellt: „Die Songs auf ‚Agent Bla‘ handeln von schlechten Parties und das lästige Warten darauf, dass sie endlich zu Ende gehen, aber auch von Beziehungen, gifitgen Freundschaften und der jungen Liebe.“ Na gut, solche Themen sind eben der jugendlichen Aura der Musiker geschuldet, die allerdings nur wenig mit der Botschaft hinter dem Bandnamen zu tun haben.

Mit „Faust“, dem besten und zugleich dunkelsten Titel des Albums, der sich am Ende zu einer echten Post-Rock-Nummer entwickelt, endet „Agent Bla“ und hinterlässt einen insgesamt zwiespältigen Eindruck und die Frage: „Was ist das denn nun – dieser Death Pop?“

FAZIT: Eine junge schwedische Band präsentiert ihre limitierte LP und ihren Hang zur Musik von JOY DIVISION über THE SMITHS bis hin zu den B-52s. Wenn AGENT BLA auf ihrer gleichnamigen LP ihren „Death Pop“ erklingen lassen, vermag man kaum zu glauben, dass wir es hier mit Musikern zu tun haben, die größtenteil noch nicht einmal das zwanzigste Lebensjahr überschritten haben. Da geht noch was!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1218x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (16:10):
  • Derogatory Embrace (3:29)
  • Strand (3:24)
  • (Don‘t) Talk To Strangers (3:01)
  • Red, White Rose (2:50)
  • Rote Learning (3:24)
  • Seite B (18:12):
  • Lucid (3:28)
  • Frustrerad (2:37)
  • Dream Boy Dream (3:04)
  • 21:38 (4:03)
  • Faust (6:00)

Besetzung:

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