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Brother Hawk: The Clear Lake (Review)
Artist: | Brother Hawk |
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Album: | The Clear Lake |
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Medium: | CD/Download | |
Stil: | Blues Rock / Southern Rock / Roots Rock |
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Label: | DIY / Selbstvertrieb / Just For Kicks | |
Spieldauer: | 58:16 | |
Erschienen: | 19.07.2018 | |
Website: | [Link] |
Manchmal fragt man sich mit Blick auf diverse Promo-Beilagenblätter, wer - um alles in der Welt – sich solchen Firlefanz aus dem Schuh saugt. Kostprobe gefällig? In der Beilage zum zweiten Studio-Album von BROTHER HAWK heißt es beispielsweise: „Die vierköpfige Band aus Atlanta handelt mit wütenden Riff und gewaltigen Hooks. Rhythmen hämmern und pulsieren während sich schlangenartig Lead-Gitarren winden und schlittern, gespickt mit giftigen Licks, wie sie wohl nur gespaltene Zungen produzieren können. Auf der Bühne reiten sie auf Raketen, die von einem bösen Cocktail aus Schweiß und Höllenfeuer angetrieben werden.“
Liest man solches Geschwafel unvoreingenommen, könnte man zu dem Schluss gelangen, man hätte hier eine bitterböse Metal-Combo, eine Ausgeburt der Hölle vor sich, bei der sich vier Satanspriester in ihren schauerlichen Ritualen ergehen. Umso überraschender ist dann die Tatsache, dass mit „The Clear Lake“ eine starke Blues- und Southern-Rock-Scheibe im Player steckt, deren Stärke sich schon ab den ersten Sekunden entfaltet.
Weit entfernt von Höllenfeuer oder Raketen greifen hier versierte Musiker zu den Instrumenten, die obige, völlig am Thema vorbeigehende Promotion nicht nötig haben, es sei denn, selbige sollte als Satire gesehen werden. Vielmehr handelt es sich hier um Southern- und Blues-Rock zwischen Wohlfühlgroove und Melancholie mit in epischer Breite ausgeführten Gitarrensoli, die aber immer auf dem Punkt sind.
Ein Highlight ist „White Oak“, ein Titel, der nur von der Spannung zwischen einer Akustik-Gitarre und der fesselnden Gesangsperformance J.B.s lebt. Textlich verarbeitet Frontmann J.B. Brisendine die Krebsdiagnose seines Vaters, der zudem während der Studioaufnahmen zum Album, kurz nach dem Einspielen seines Mundharmonika-Parts auf „Black Dog“ verstarb. Womit wir direkt beim Anspieltipp wären. „Black Dog“ steht stellvertretend für „The Clear Lake“, denn er bündelt alle Stärken der Band und liefert quasi die Essenz des künstlerischen Potentials der HAWKs.
Die neun Titel des Albums sind durchweg kurzweilig, obwohl nur „White Oak“ mit knapp vier Minuten noch in etwa eine radiotaugliche Länge besitzt, eine Platte also, bei der man zuhören muss, nicht gedacht als Fastfood für zwischendurch.
FAZIT: Southern/Bluesrock mit großartigen Momenten bieten BROTHER HAWK auf ihrem neuen Album „The Clear Lake“. Laid-back und voller Gefühl werden hier großartige Songs zelebriert, deren Faszination des Öfteren allein von der Virtuosität der Musiker ausgeht. Und wer nochmal eine derart sinnfreie Promo-Beilage schreibt: Ab ins Teufelsmoor!
PS: Und wo das Album von Freunden guten Blues- und Southern-Rocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, genau hier mit einem Klick und nicht bei...
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Quittin' Time
- Keep Your Fingers Crossed
- Good as Gold (feat. Charlie Starr)
- White Oak
- The Clear Lake
- The Black Dog
- West Asheville Sea
- Weight
- Force of Will
- Bass - James Fedigan
- Gesang - J.B. Brisendine, Nick Johns-Cooper
- Gitarre - J.B. Brisendine
- Keys - Nick Johns-Cooper
- Schlagzeug - Allan Carson
- Sonstige - Joe Brisendine Sr.: Harmonica
- Big Medicine (2016) - 11/15 Punkten
- The Clear Lake (2018) - 12/15 Punkten
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