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Viamaer: In lumine lunae (Review)

Artist:

Viamaer

Viamaer: In lumine lunae
Album:

In lumine lunae

Medium: CD/Download
Stil:

Post- und Black-Metal, Shoegaze

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 42:43
Erschienen: 29.01.2026
Website: [Link]

Alleinmusiker Krystian Jurkiewicz schreibt sich auf dem Debüt seines Projekts VIAMAER seinen Schmerz und seine Schmach von der Seele und gewährt (laut Booklet und Promoschrieb) einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und seine individuelle Sicht auf das Leben.
Dabei lässt sich in Sachen Stimmung und Klangfarbe eine gewisse Nähe zu ALCEST nicht leugnen, denn ähnlich wie Neige changiert auch Krystian Jurkiewicz zwischen sanftem, ätherischen Klargesang und verzweifelten Schreien, die Schmerz und Schmach ausdrücken. Zugleich fällt die Musik sanft, introvertiert und doch in gewisser Weise farbenfroh aus.


So vereint der Titeltrack sanfte Gitarren mit flächigen Soundmotiven, die Blackgaze in jeder Note atmen. Dass da ein sanftes Klavier genauso wenig fehl am Platz ist wie der ätherisch sanfte Gesang versteht sich für Genregänger von selbst.
Mit „Dimensio Mortis“ schleicht sich ein marginal urbanes Element in die Musik ein, schielt das Stück doch leicht gen Post-Punk, während sich die warmen Gitarren ihren Bildern von Blumen und Mondlandschaften hingeben (diese Assoziation fußt zuvorderst auf der Gestaltung des Frontcovers der CD).


„Ultra insaniam“ wirkt derweil wie vertonte Apathie, schleppt sich in langsamem Tempo voran und lässt in der Mitte des Stücks akustische Ruhe zu, nach der sich die Gitarren bzw. der Groove erst nach und nach wieder aufbauen, ehe das Stück beinahe nahtlos in „Liberum arbitrium“ übergeht.
Hier gerät der Start sogar noch schleppender und eine marginal Doom-affine Stimmung schleicht sich in die Musik ein. Der ratternde Doublebass suggeriert zunächst Schwere und Dunkelheit, ehe sich die gesprochenen Vocals zwischen den geisterhaften Schreien hindurchschlängeln und damit eine karge Atmosphäre erschaffen, die davon zeugt, dass sich das lyrische Ich womöglich in sich selbst verläuft und wenig Aussicht auf Hoffnung hat.


Der schwarzmetallische Tempoausbruch gen Ende des Stücks fällt derweil weniger kontrastreich aus, als es zunächst scheint, denn die schwermütigen Gitarren bleiben ebenso bestehen, wie sich der Flüstergesang mit den harschen Schmerzensschreien abwechselt.
„Haec vox“ dagegen wirkt trotz seiner Trägheit verspielter. Die Melodien und auch der atmosphärische Klargesang zeugen eher von romantisiertem Weltschmerz als von Lebensmüdigkeit.
„Magna paranoia“ drosselt das Tempo noch stärker, was der zugrundeliegenden Verzweiflung der Musik noch mehr Tragik verleiht.


Gleichzeitig färben die lautmalerischen Gitarren den Sound in akustische Herbsttöne, was eine gewisse Transformation andeutet. Denn mit dem Verwelken der Blätter verabschiedet sich das Leben in den Winterschlaf und ein neuer Zyklus darf sich vorbereiten.
Ob diese Thematik hier vollends greift, beantwortet das Album zwar nicht, aber das Finale „Smaragdus somnium“ gerät mit langsamem Tempo, cleanen Gitarren und einer marginal komplexeren Struktur zum nachdenklich-philosophischen Knackpunkt des Albums, der auf der Gefühlsebene sowohl die vorangegangene Verzweiflung als auch den zuvor beschriebenen Zyklus hinterfragt.


FAZIT: VIAMAER ist mit „In lumine lunae“ ein stimmiges und stimmungsvolles Album zwischen Shoegaze und Post-Black-Metal gelungen. Dass dabei eine gewisse Schwermut sowohl musikalisch als auch textlich nicht ausbleibt, gehört zum guten Ton des Genres, wobei dieses polnische Ein-Mann-Projekt die blumige Bildsprache des Artworks passend in seine Musik transferiert.

Dominik Maier (Info) (Review 37x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • In excitatione terrae
  • In lumine lunae
  • Dimensio mortis
  • Ultra insaniam
  • Liberum arbitrium
  • Haec vox
  • Magna paranoia
  • Smaragdus somnium

Besetzung:

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