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Burntfield: Hereafter (Review)

Artist:

Burntfield

Burntfield: Hereafter
Album:

Hereafter

Medium: CD/Download
Stil:

Soft Progressive Rock

Label: Progressive Gears/Just For Kicks
Spieldauer: 47:26
Erschienen: 07.05.2018
Website: [Link]

Das Langspiel-Debüt „Hereafter“ der finnischen Band BURNTFIELD beginnt gleich mit einer doppelten Täuschung. Erinnert der klassisch-getragene instrumentale Opener „Now“ doch an den Soundtrackbeitrag zu einer skandinavischen Krimiserie, die gerne mit illustrem Weltschmerz hausieren gehen. Der nächste Kniff ist der schwer rockende Einstieg in „Sub-zero“. Bevor die Gitarren ein Bleigewitter entfachen können, werden das Tempo und die gediegene Brachialität allerdings zurückgefahren, um dem wahrhaft Prägnantem Raum zu verschaffen: Melodiosität und eine Menge Gefühl. Oder Gefühligkeit? Beim zweiten Track noch ein bisschen verborgen hinter dem recht deftigen elektrifizierten Arrangement. Die Geschwindigkeit ist aber bereits gedrosselt und so wird das den Rest des Werkes über bleiben.

„My Grief“ macht schon titelmäßig aus seinem Anliegen keinen Hehl, zu feinnervigen Pianoläufen und später schluchzenden Streichern, überlässt sich Sänger Juho Myllyla seiner Trauer und betont es im Refrain etwas zu oft. Dieser Hang zur Repetition ist eine Schwäche, die sich auch auf weiteren Songs finden lässt. Davon abgesehen überzeugt der äußerst angenehme Gesang über die gesamte Laufzeit, egal ob solistisch oder in harmonieseligen Chorussen. Erinnert stellenweise an RPWLs Yogi Lang in wachsweichen Phasen.

Musikalisch ist das Elegische Heimstatt der Musiker, wenn man halbwegs progaffine Vergleiche sucht, käme einem Anthony Phillips zu „Wise After The Event“-Zeiten in den Sinn, „Q & A“ lässt atmosphärisch von ferne PINK FLOYD erahnen, insbesondere wenn die elektrische Gitarre prononciert zum Einsatz kommt. Doch um derartige Verweise muss man sich nicht groß kümmern, „Hereafter“ betört als Album für jene gewissen blauen Stunden, in denen die Sonne untergeht, man in einem lauschigen Pavillon vor sich hin träumt, am besten, wenn sich im Frühherbst die Blätter bereits verfärben oder schon fallen.

Glücklicherweise vermeiden BURNTFIELD überladenen Bombast, die Einsätze des kleinen Streicherensembles verkommen nie zu Kaffeehausmusik, und die Melodien sind bei aller Verwandtschaft stets berückend. Die Auflockerung durch moderate Härte und damit erhöhten Druck wie bei „The Failure“ tut dem Album gut, solche Passagen hätte es mehr geben können, wenn auch am Ende des Stücks der Lust an Wiederholung zu sehr gefrönt wird.

„What Remains“, mit knapp zehn Minuten der längste Song des Albums, lässt sich Zeit, tändelt gemütvoll herum, bevor er zu großer Form aufläuft, das Klavier jazzig phrasiert, die E-Gitarre einen relativ exaltierten und berührenden Auftritt hat, und der Synthesizer fidel quietschen darf. Die proggigsten Momente des Albums. Gerade im Kontext eindrücklich und sehr gelungen. Das pastorale Titellied setzt den gedankenverlorenen Schlusspunkt, zu dem man mit Wonne mehrfach seufzen darf. Vielleicht auch noch ein kleines Tränchen verdrücken.

FAZIT: „Hereafter“ ist ein feines Stück gefühlvollen, sehr melodischen Rocks. Kein Melodic Rock, um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen. BURNTFIELD bereiten gekonnt die Sahne zum Nachmittags-Kaffee des geneigten Hörers. Seelenbalsam für Mußestunden oder als Ausgleich für die Härten des Alltags.

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Jochen König (Info) (Review 394x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Trackliste:
  • Now
  • Sub-Zero
  • My Grief
  • Feeling Of Love
  • Q&A
  • In The Air
  • The Failure
  • What Remains
  • Hereafter

Besetzung:

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