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Grenzenlos: Die Welt wartet nicht (Review)

Artist:

Grenzenlos

Grenzenlos: Die Welt wartet nicht
Album:

Die Welt wartet nicht

Medium: CD/Download
Stil:

Deutschrock

Label: Rookies & Kings / Soulfood
Spieldauer: 58:54
Erschienen: 05.10.2018
Website: [Link]

Die Krux der Selbstbeschränkung: Mittlerweile scheinen Rookies & Kings als unzweideutig auf pathetischen Rock in deutscher Sprache ausgerichtete Plattenfirma händeringend nach neuen Bands zu suchen und jeden Schrott unter Vertrag zu nehmen, der ungefähr in ihr Beuteschema passt. Eines der ärgerlichsten "Opfer" dieser aus der Not geborenen Strategie sind GRENZEN|LOS, die auf ihrer dritten Platte in so ziemlich jeden erdenklichen Fettnapf treten.

Offengestanden vermittelt das Quartett nicht den Eindruck, längere Erfahrung in dem zu haben, was es tut. Ihre auf Hymne gebürsteten Kompositionen langweilen mit spielerisch noch weniger Glanz als die allgemein sowieso nur zweckmäßige Performance der meisten Szene-Acts, die Riffs und Melodien nur als austauschbare Vehikel für ihre vor Stereotypen erstickenden Texte über Kumpeltum und Sauferei nutzen.

Folglich muss es eine sauber kraftvolle Produktion richten, die GRENZEN|LOS endgültig zum erwünschten Einheitssound verhilft. Schließlich muss sich jeder frische Elektriker- oder Heizungsbauer-Lehrling (nichts gegen diese Berufe wohlgemerkt!) sofort mit "Die Welt wartet nicht" identifizieren können, und Frontmann Martin Kaun lässt sich auch nicht zweimal bitten, ihnen mit dem Zaunpfahl zu winken.

Das Ihr und das Wir spielen in seinen Texten eine wichtige Rolle: Ausgrenzung, die Verklärung des Selbst zu etwas Besonderem, Stärke dank Gruppenzugehörigkeit - alles verpackt in Reim-dich-oder-ich-fress-dich Refrains wie jenen des fadenscheinigen Zusammengehörigkeits-Plädoyers 'Alles was war'. Die stilistische Breite der Band ist keine, sondern ein Engpass zwischen den Wänden Pop Punk und unwesentlich "schmutzigerer" Kram, dem man das vermutlich politisch motivierte 'Alles dreht sich um dich' zuordnen darf.

FAZIT: Von Internationalität kann im Falle GRENZEN|LOS keine Rede sein, zumal deutschsprachige Bands den Sprung auf Weltbühnen sowieso höchst selten schaffen. Aus dem Allgäu zu stammen zieht bei diesen Herren hier bedauerlicherweise unangenehmen Stallgeruch nach sich, den sie in absehbarer Zeit bestimmt nicht loswerden. Alternativ könnten sie sich auch Billig-Frei.Wild nennen.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 382x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
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Tracklist:
  • Intro
  • Ihr habt uns unterschätzt
  • Alles dreht sich um dich
  • Melancholie
  • Die Welt wartet nicht
  • Versprochene Freiheit
  • Aus Freund wird Feind
  • Komm mit uns
  • Wir sterben jeden Tag
  • Handwerk (Ohne uns geht nichts)
  • Alles was war
  • Wie weit kann ich gehen
  • Narben, Lügen, Hoffnung, Trauer
  • Wir
  • Akzeptier die Realität (Version 2018)
  • Ganz nach oben (Version 2018)
  • Wieder jung (Version 2018)
  • Allgäuweit (Version 2018)

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
hendrik
gepostet am: 09.10.2018

Diese High-End-Lyrik erinnert an in der Provinz-Tageszeitung Abgedrucktes wie: "Kaum zu glauben, aber wahr, Bumsi wird heut 30 Jahr...".

Und: Alles Pathos ist verdächtig. (Christian Morgenstern)

Warum wurde die deutschsprachige Rockmusik eigentlich so konsequent von dieser ekligen Spießer-Selbsgerechtigkeit gekapert? Weil sie so schön niedere, dummdeutsche Instikte füttert? Muss wohl...
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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