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Manuel Schmid und Marek Arnold: Zeiten (Review)

Artist:

Manuel Schmid und Marek Arnold

Manuel Schmid und Marek Arnold: Zeiten
Album:

Zeiten

Medium: CD
Stil:

Melodic Art Pop

Label: A&O Records
Spieldauer: 55:54
Erschienen: 04.01.2019
Website: [Link]

Zeiten“ ist die fünfzigste Veröffentlichung, an der der rührige Marek Arnold beteiligt ist. Ein deutschsprachiges Album im Duo mit Sänger Manuel Schmid, der Arnold auch an den Keyboards unterstützt. Eine Handvoll fähiger Musiker, wie die CYRIL-Mitglieder, begleiten die titelgebenden Musiker. Das Album enthält neben eigens entstandenen Kompositionen auch stark veränderte Neubearbeitungen von zwei TOXIC SMILE-Songs und einem CYRIL-Track.

Der Opener „Doch dann dreht sich die Welt“ ist solch eine Adaption und gehört zu den stärksten Stücken des Albums. Fließende Klavierläufe, Manuel Schmids einfühlsamer Gesang und als Sahnehäubchen das Saxophonspiel Marek Arnolds, machen das Lied zum Genuss. Melodischer Art-Pop vom feinsten, dominiert von Tasteninstrumenten, insbesondere dem Piano. Nicht nur durchs Saxophon kommt ein leichter Jazz-Einschlag hinzu. Diese Momente – Arnold am Blasinstrument und ein Hauch Jazz – gehören zu den besten auf „Zeiten“.

Leider kann der zweite Track „Kleines Glück“, eine Eigenkomposition, das hohe Level nicht halten. Die Musik ist nett, aber keineswegs aufregend, und die Lyrics von der Suche nach dem kleinen Glück, das uns nicht immer hold ist, neigen sich arg gen prätentiösen Betroffenheitskitsch zwischen PUR und Max Giesinger. Wieder mal scheint die Entwicklung deutschsprachiger Lyrik zwischen Blauer Blume und Gartenlaube zu enden, mit gedrechselten Zeilen in einer wachsweichen Sprachgestaltung, die auch scharfe Kritik sanft ummantelt (das Wort „Megalomanie“ fast nahtlos unterzubringen ist allerdings große Kunst). „Unendlichkeit verstehen“ ist die mindeste Zielsetzung – auf der Suche nach dem kleinen Glück wohlgemerkt. Dass es wesentlich besser geht, zeigt „Diese Zeit“, im Original von CYRIL, in dem die Sorge um den Zustand unserer Welt eindrücklicher artikuliert wird und das auch musikalisch Feuer besitzt.

Handwerklich ist „Zeiten“ eine elegante und kompetente Einspielung. Inhaltlich klingt das stellenweise zu bemüht und nach betulicher Schlagerhaftigkeit, gerade lyrisch mit der Tendenz ins unfreiwillig Komische und/oder Plattitüden (hach ja, die gute alte Gefühlsachterbahn) zu kippen. Die wird glücklicherweise von eindrücklichen Songs aufgefangen. So am Ende, wenn das beherrschende Klavier einmal Pause macht. „Stiller Schrei“ ist berührende Kammermusik mit Streichquartett. Mit diesem positiven Ausklang endet das reguläre Album. Fast, denn es folgen noch (bei Durchlauf nach einer Pause von rund fünf Minuten) vier Radio-Edits als „versteckter“ Bonus. Hätte es nicht unbedingt gebraucht, denn die „Zeiten“ sind schon im Urzustand gefälliger, wenn man sie in Häppchen genießt. Und „Stiller Schrei“ setzt einen passenden, gelungenen Schlussakkord.

FAZIT: Von „Musik zwischen Punk und Biedermann“ spricht das Presse-Info, lässt aber ein Fragezeichen am Ende stehen. Das ist auch gut so. Denn von Punk gibt es keine Spur zu finden. Es herrscht Nachdenklichkeit, Sorge, Bestürzung; aber Wut oder Rebellion gegen die herrschenden Zustände kommen kaum vor. Gereicht wird gepflegt eingespielter, melodischer Pop mit dezenten Prog- und Jazz-Dreingaben. Der in schwächeren Momenten leider zu dudeliger Rührseligkeit tendiert.

Jochen König (Info) (Review 1076x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Doch dann dreht sich die Welt
  • Kleines Glück
  • Tagtraum
  • Irgendwann
  • Raum der Illusion
  • Diese Zeit
  • Zeig mir Dein Gesicht
  • Stiller Schrei
  • Zeig mir Dein Gesicht (Radio Edit)
  • Kleines Glueck (Radio Edit)
  • Irgendwann (Radio Edit)
  • Tagtraum (Radio Edit)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Zeiten (2019) - 8/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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