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Subject Esq.: Subject Esq. (Review)

Artist:

Subject Esq.

Subject Esq.: Subject Esq.
Album:

Subject Esq.

Medium: CD/Download
Stil:

Jazz- / Krautrock

Label: Ohrwaschl
Spieldauer: 73:03
Erschienen: 29.11.2019
Website: -

SUBJECT ESQ. gingen aus der Sixties-Kapelle The Subjects hervor, zählen zu den weniger bekannten Krautrock-Acts und waren sogar noch kurzlebiger als selbst die "großen" Bands der Bewegung. Wie viele Vertreter des Jazzrock im weitesten Sinn stammte die Gruppe aus dem süddeutschen Raum (München) und war praktisch der Vorläufer der durchaus legendären Sahara, deren Klassiker "Sunrise" im Grunde jeder Prog-Historiker kennen sollte.

"Subject Esq" erschien indessen bereits 1972 (ursprünglich beim Major Epic) und wurde bereits 1991 sowie 2003 von Ohrwaschl neu aufgelegt, ab dem zweiten Mal übrigens mit gut einer halben Stunde Bonusmaterial in Form zweier Live-Tracks - 'Giantania' in einer Fassung von fast 20 Minuten und eine Art Jam, daher auch 'Untitled', aufgenommen unter akustisch eher suboptimalen Bedingungen in der Heimatstadt der Combo).

Organist Peter Stadler steht neben Sänger Michael Hofmann, der auch die Holzblasinstrumente (Flöte, Saxofon) übernimmt, im Zentrum des Geschehens. Gitarrist Alex Pittwohns Mundharmonika sticht seltener hervor als sein ausgezeichnetes Spiel auf der 12-Saitigen, womit er nicht selten Assoziationen zu Steve Hackett weckt. Rein musikalisch dürften dessen Genesis ein allenfalls marginaler Einfluss gewesen sein; eine stilistische Nähe zu Acts wie Caravan, If oder Egg, die ja ebenfalls aus der britischen Szene stammten, lässt sich hingegen nicht von der Hand weisen.

Es dürfte schlichtweg die Musik einer bestimmten Zeit gewesen sein, die eben auch SUBJECT ESQ. spielten - uneingeschränkt fantasievoll und mitunter halsbrecherisch virtuos, ohne wie purer Hochleistungssport zu wirken. Relativ geradlinige Tracks wie der Opener 'Alone' und 'What Is Love' wechseln sich mit bis heute spannendem Progressive-Rock reinsten Wassers ab, wofür das beschwingt sägende 'Giantania' exemplarisch steht, das sich mit einem betörenden Flöten-Bass-Zwischenspiel überraschenderweise komplett wandelt. '5:13' schlägt in ähnlicher Weise Kapriolen, bloß schneller und in kompakter Länge, ehe die LP-B-Seite SUBJECT ESQ. epische Seite zeigt.

Das 12-minütige 'Mammon' fungiert zweifellos als Herzstück, betont die rhythmische Komplexität der Gruppe und hört sich an wie eine kleine Klangreise in abstrakte Welten, wobei man die ebenfalls ausladenden Suiten der frühen Colosseum und Van Der Graaf Generator als Vergleichspunkte anführen kann. 'Durance Is Waiting' überrascht als Finale zunächst mit kalifornisches Flair verbreitendem Satzgesang im Fahrwasser von Beach Boys' "Pet Sounds", rock dann aber gehörig und mäandert auf einen unweigerlichen Höhepunkt zu, begleitet zeitweise von Geigerin Manuela Gunther …

FAZIT: …atemberaubend auch nach fast 40 Jahren! SUBJECT ESQ erstes und einziges Album bietet nicht mehr und nicht weniger hochkarätigen Fusion-Stoff, wie er typisch für die frühen 1970er war, und ist in Würde gealtert. Ob in dieser Auflage oder einer anderen: Jeder Szenegänger sollte das Ding gehört haben.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 764x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Alone
  • Gantania
  • What Is Love
  • 5:13
  • Mammon
  • Durance Is Waiting
  • Giantania (live)
  • Untitled (live)

Besetzung:

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