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Avatar: Hunter Gatherer (Review)

Artist:

Avatar

Avatar: Hunter Gatherer
Album:

Hunter Gatherer

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Melodic Death / Modern Metal

Label: Century Media / Sony
Spieldauer: 45:25
Erschienen: 27.08.2020
Website: [Link]

Auch 2020 stehen AVATAR für überlebensgroßen, comicartigen Horror-Fantasy-Metal, wie er bestens in die Popkultur der Vereinigten Staaten passt - eines Landes, in dem sich die Musiker ohnehin wohler als in Europa zu fühlen scheinen, auch weil ihr jüngstes Werk erneut mit Slipknot und Stone-Sour-Produzent Jay Ruston in Los Angeles eingefädelt wurde.

Und es gibt eine weitere Wiederholung: "Hunter Gatherer" ist nach "Hail the Apocalypse" (2014) das zweite Album, das die Band live im Studio einspielte. Hört man das Ergebnis, kann man nur den (Zylinder-)Hut vor ihr ziehen, denn ihr wie gewohnt speziell auf der rhythmischen Ebene enorm abwechslungsreich gestalteter Death-Thrash-Modern-Metal (oder so …) wirkt bei artverwandten Kapellen nicht annähernd so unmittelbar.

Diese Eigenschaft ist auch der wertvollste Posten in AVATARs Portfolio, denn die Band war und ist im Grunde genommen kein bisschen originell, sondern punktet innerhalb des vertrauten stilistischen Spektrums sowohl durch ihre Gabe, massentaugliche Songs zu schreiben, als auch mit einer bodenständigen Authentizität, die eigentlich gar nicht zur nicht wegzudenkenden Image-Komponente des Ganzen passt.

Schließlich sind die Göteborger so etwas wie ein Gesamtkunstwerk, doch selbst wenn man die optisch grelle Inszenierung verhehlt, bleibt im Fall von "Hunter Gatherer" eine Menge schier zeitloser Substanz übrig - vor allem der Retro-Gothic-Rocker 'Colossus', die geradlinige Aggro-Nummer 'God of Sick Dreams' mit ihrem kurios poppigen Refrain und das von einem breitflächigen Sound getragene 'Child', in dem man wie ansonsten selten Ruhe findet.

"Hunter Gatherer" sprudelt also fast vor Schwung über, während seine Schöpfer jederzeit die Kontrolle behalten; falls man ihnen dabei eines vorwerfen kann, ist es ein geradezu offensichtliches Kalkül, was den wohl sowieso unausweichlichen kommerziellen Erfolg der Platte betrifft. Obwohl (oder gerade weil?) AVATAR diesmal keine konzeptionelle Erzählung vertonen und die enthaltenen Songs jeweils mehr oder weniger für sich allein stehen (wenngleich sich Leitmotive durch die Texte ziehen), gelingt ihnen das vielleicht in sich rundeste Album ihrer Karriere.

Eines der unerwarteten Glanzlichter der Platte ist übrigens die Klavierballade 'Gun'; Johannes Eckerström könnte ruhig häufiger auf diese Weise in den Mittelpunkt rücken.

FAZIT: Perfekt für den Mainstream inszenierte Hymnen für den Untergang, gesungen und gespielt im diffusen Idiom Modern Metal (trotzdem: ihr könnt euch anschaulich vorstellen, was mit der Bezeichnung gemeint ist) - AVATAR zeichnen mit "Hunter Gatherer" im Großen und Ganzen ein dystopisches Bild, das sich in selbst für Verhältnisse ausgesprochen finsterer Musik niedergeschlagen hat … was wiederum nicht bedeutet, dass die Schweden etwas von ihrem Hit-Potenzial eingebüßt hätten …

Andreas Schiffmann (Info) (Review 470x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Silence in the Age of Apes
  • Colossus
  • A Secret Door
  • God of Sick Dreams
  • Scream Until You Wake
  • Child
  • Justice
  • Gun
  • When All but Force Has Failed
  • Wormhole

Besetzung:

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