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Benediction: Scriptures (Review)

Artist:

Benediction

Benediction: Scriptures
Album:

Scriptures

Medium: CD/Download
Stil:

Death Metal

Label: Nuclear Blast / Rough Trade
Spieldauer: 47:03
Erschienen: 16.10.2020
Website: [Link]

Die Spatzen pfeifen es bereits anderswo von den Dächern: Nach zwölfjähriger Sendepause wirken BENEDICTION wie ausgewechselt: Die nach der Jahrtausendwende nicht zuletzt aufgrund personeller Instabilität zusehends der Bedeutungslosigkeit anheimgefallenen Briten legen mit "Scriptures" ein Comeback aufs Parkett, das sich gewaschen hat.

Die Frische, von der die englischen Pioniere 2020 zehren, mag zum Teil auch ihrem zurückgekehrten zweiten Sänger Dave Ingram gedankt sein, der ihre goldenen Jahre prägte. Nach einem explosionsartigen Einstieg mit 'Iterations Of I' (inklusive Metallica-'Hit The Lights'-verdächtigem Intro), der die Anfänge der Band mit Barney Greenway am Mikro ins Gedächtnis ruft, walzen u.a. 'The Crooked Man' und das dreiminütige 'Embrace The Kill' - einer von mehreren kurzen Knallern - fast wie BENEDICTIONs verblichene Nachbarn Bolt Thrower, bloß dass deren Düsterkeit unantastbar bleibt.

Die beiden Gründer, Gitarristen und Songwriter Darren Brookes und Pete Rew wollten aber ohnehin nie mit den Kollegen konkurrieren, sondern hatten stets ihre ganz eigenen Vorzüge … die sich auch im weiteren Verlauf von "Scriptures" in gebündelter Form offenbaren. Dem perfide ins Ohr gehenden Uff-tata von 'Progenitors Of A Paradigm' etwa (übrigens: Daves Texte machen wie ehedem den kleinen, feinen Unterschied zwischen dieser und etlichen austauschbar Blut und Teufel heraufbeschwörenden Szene-Kapellen aus) steht vergleichsweise komplexe Ware wie 'In Our Hands, The Scars' oder das stampfende Finale 'We Are Legion' gegenüber.

Punk-Elemente schließlich genügen dort, wo es eben ohne Umschweife wehtun muss ('Scriptures Of Scaret', 'Rabid Carnality'), und in 'Stormcrow' ist dann auch wieder der untrügliche Groove am Start, den der nicht mehr zur Band gehörende Neil Hutton während seiner Mitgliedsjahre einbrachte. Das Beste aus allen BENEDICTION-Äras also?

Ja, wobei sich die Band halt auch ihre alten (unbedingt charmanten!) Schwächen bewahrt hat: einen stimmlich eingeschränkten Vokalisten (alle bisherigen waren das) und eine gewisse Beschränktheit auf rein spielerischer Ebene.

FAZIT: In einem starken Death-Metal-Jahr rangiert "Scriptures" locker unter den zehn stärksten Old-School-Veröffentlichungen des Genres. BENEDICTION versöhnen auf ihrem ersten Album seit 2008 die furiose Direktheit ihrer Frühphase mit Ideen, die ihrem musikalisch anspruchsvollsten (aber etwas lahmen) Werk "The Dreams You Dread" nicht unähnlich sind, und reduzieren ihre zwischenzeitlichen Stumpf-Hardcore-Anwandlungen auf ein Mindestmaß, sodass scheinbar mühelos (Rückkehrer Ingram sei Dank?) ihre ausgewogenste Platte überhaupt entstanden ist.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 955x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Iterations Of I
  • Scriptures In Scarlet
  • The Crooked Man
  • Stormcrow
  • Progenitors Of A New Paradigm
  • Rabid Carnality
  • In Our Hands, The Scars
  • Tear Off These Wings
  • Embrace The Kill
  • Neverwhen
  • The Blight At The End
  • We Are Legion

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Ch.Ze.aus.SLS
gepostet am: 07.10.2020

Geil. Ewig nix mehr von gehört. Gekauft. Danke für den Tipp.
Andreas [musikreviews.de]
gepostet am: 09.10.2020

Gern geschehen, Bester!
Ch.Ze.aus.SLS
gepostet am: 28.10.2020

Läuft seit Erscheinen in Dauerschleife. Muss sich nur mit dem neuen Ärzte-Album um den Platz im CD-Fach streiten :-)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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