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Grafi: Ektoplasma (Review)

Artist:

Grafi

Grafi: Ektoplasma
Album:

Ektoplasma

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Trap / Black Metal

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 26:21
Erschienen: 15.05.2020
Website: [Link]

Mit nicht einmal 27 Minuten ist "Ektoplasma" als "Album" grenzwertig … und generell sowieso, denn sein Schöpfer hat sich aufgemacht, nichts weniger miteinander zu versöhnen als (Punk) Rock, Black Metal und diverse Strömungen des zeitgenössischen Hip Hop.

Ob GRAFI wegen Der-Weg-Einer-Freiheit-Gitarrist und -Sänger Nikita Kamprad, der die Produktion sowohl von "Ektoplasma" als auch schon dem Vorgänger „Unter Null“ (2018) begleitete, stärkeren Anklang in der Metal-Szene finden wird, sei dahingestellt, aber darum geht es gar nicht; der Berliner will generell ein breiteres Publikum ansprechen, was ihm mit diesem sonderbaren Pop-Hybriden bis zu einem gewissen Grad wirklich gelingen könnte.

Im Grunde genommen sind die "schwarzweiß" flirrenden Tremolo-Gitarrenriffs und Drumcomputer-Blastbeats auf "Ektoplasma" bloßer Zierrat, mit dem der junge Mann seinen Deutschrap lediglich anders in Szene setzt, als es gemeinhin in dieser Disziplin üblich ist. Der anfänglich gleichsam undenkbare Crossover von Zeal And Ardour (Black Metal und "field hollers" bzw. Blues in seinem Embryonalstadium) wirkte wesentlich organischer und authentischer als beispielsweise das pappige Geschepper von 'Dolch Saga' oder 'Insomnia'.

Das bedeutet nicht, dass man GRAFIs Reime oder überhaupt die assoziationsreichen Texte in Abrede stellen müsste, und grundsätzlich ist "Ektoplasma" insbesondere unter rhythmischen Gesichtspunkten ein fesselndes Album - bloß dass eben schnell der Eindruck entsteht (und sich bis zuletzt nicht überwinden lässt), dass jegliche Black-Metal-Versatzstücke (dazu gehört im Übrigen auch Genre-konformes Gekreisch) um iher selbst willen eingebaut wurden.

Demzufolge gefallen ausgerechnet die relativ gewöhnlichen Modern-Hip-Hop-Tracks, allen voran das ruhige 'Mahlstrom'

FAZIT: Auf seinem zweiten "Longplayer" schafft es GRAFI nicht ansatzweise, kernigen deutschsprachigen Rap mit Elementen aus dem (skandinavischen) Black Metal zu kombinieren. Letztere laufen wie plumpe "Gimmicks" nebenher mit, sind aber an und für sich völlig unerheblich, denn würden sie fehlen, hätte der Hauptstädter ein uneingeschränkt okayes, wenn auch gewöhnliches Hip-Hop-Album vorgelegt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 376x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Ektoplasma
  • Dolch Saga
  • Neptun
  • Mahlstrom
  • Insomnia
  • Dämmerung
  • Nevada
  • Palmen

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Kevin
gepostet am: 24.05.2020

User-Wertung:
15 Punkte

Wer die Geschichte hinter der Musik und vergangene Musikprojekte von Grafi kennt, sollte als seriöser Musikjournalist in der Lage sein zu erkennen, dass die Metal Elemente für ihn auch Musik bedeuten und er einen Weg gefunden hat, diese zwei Lieben zu verbinden. Warum interessiert der potentielle Marktwert eines von einem Künstler abgelieferten Kunstwerks mehr, als die Geschichte und die Entstehung eben seiner Kunst? Das Sounddesign ist so wie es ist perfekt, da alles so klingt, als sei es auch dazu bestimmt, so zu klingen. Wer sich mit Musik auseinandersetzt und wie solche überhaupt entsteht bzw. aufgenommen wird (Stichwort: wieder Sounddesign), sollte das erkennen. Ich mag diese Zitationen in seine musikalische Vergangenheit sehr. Ich finde es sogar sehr mutig, da das Gebrüll nicht jedermanns Sache ist. Metalfans hören das gerne aber das Hip Hop Hauptpublikum empfindet dieses eher als gestört. Während Hip Hop immer noch bei vielen Metalintoleros für Aufstossen sorgt. Und dass sein Gesang hier als Genretypisches Gekrächze hingestellt wird, sagt mir, dass der Redakteur sich mit dem anderen Genre überhaupt nicht auskennt, denn selbst seine Art zu brüllen ist alles andere als Genretypisch und wirkt auf mich um einiges authentischer als die meisten keifenden Vocalisten im Black Metal Bereich, da sein Gesang tief aus der Seele gebrüllt ist und mehr Kraft fordert als diese Fry Technik bei diesen säuselnden Nebelkrähen. Grafi ist der Kolkrabe unter diesen Krächzern.

Meinungen differieren. Aber hier mangelt es meiner Meinung nach an gründlicher Recherche und tiefgehenderem Fachwissen.

Ich gebe ihrem Review wegen der guten Rechtschreibung eine 4-

Dr. Alpfeiffer Kevin

PS: Das geht doch besser Leute, wenn man sich schon die Zeit nimmt zu schreiben, dann doch auch um ein wenig zu recherchieren.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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