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1914: Where Fear And Weapons Meet (Review)

Artist:

1914

1914: Where Fear And Weapons Meet
Album:

Where Fear And Weapons Meet

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Black

Label: Napalm / SPV
Spieldauer: 65:29
Erschienen: 22.10.2021
Website: [Link]

Obacht, extremer Metal aus der Ukraine - da schlagen unter anderem die Antifa und Cancel-Culture-affine Menschen Alarm, denn Genre-Acts aus diesem Land bugsieren sich regelmäßig oft (bewusst oder nicht) ins politische Zwielicht, oder ihre Mitglieder begehen Kontaktschuld, indem sie sich über eine oder selbst zehn Ecken mit Nazi-Kapellen und dergleichen in Verbindung bringen lassen.

Nicht dass 1914 dem Verfasser dieser Zeile in irgendeiner Weise sympathischer vorkommen, weil sich der Lackmus beim Gesinnungstest der Mitglieder nicht braun gefärbt hat, aber die Band spielt von jeher recht schmissigen extremen Metal zwischen Death, Black und Doom, wobei man ihren Weltkriegs-Fetisch sowohl ignorieren darf als auch den Kopf angesichts des trivialen Umgangs von Musikern insbesondere aus diesem stilistischen Bereich schütteln kann … horizontal wohlgemerkt.

Nichtsdestoweniger entpuppt sich "Where Fear And Weapons Meet" als genauso ordentliches Spartenalbum wie seine Vorgänger, wobei ´Vimy Ridge´ passenderweise tatsächlich ein bisschen an Bolt Thrower erinnert, die beim Kriegssujet zu keiner Zeit Zweifel an ihrer Haltung verursacht haben. Unabhängig davon sind 1914s stellenweise qualvoll schleppende elfeinhalb Minuten von ´The Green Fields of France´ echt bedrohlich (die Italiener Forgotten Tomb haben lange nicht mehr so geil gegeschwarzdoomt…), und die unter anderem mit Dudelsack erzeugte Atmosphäre ist nichts weniger als haarsträubend

´…And a Cross Now Marks His Place´ hat paradoxerweise erhöhte Hit-Qualitäten, wohingegen das Americana-Zwischenspiel ´Coward´ mit Banjo und Mundharmonika eher kurios wirkt. Für ´Pillars of Fire (The Battle of Messines)´ machen sich die Mitglieder passend zum Text über den sogenannten Kampf um Höhe 60 zwischen deutschen und alliierten Truppen bei Ypern in Belgien während des Ersten Weltkriegs die Mühe, aus dem Film "Helden von Hill 60" zu sampeln, was wiederum von ihrer nerdigen Detailverliebtheit zeugt.

An anderer Stelle wirkt das martialische Treiben musikalisch ein bisschen zu brav, als sei das inhaltliche Konzept die Hauptsache, und die Musik stehe im Verhältnis dazu hintan. In solchen Momenten dümpeln die Songs fast spießig am Rande von Allerwelts-Geknüppel vor sich hin, das immer brav melodisch ist und trotz "brutaler" Vocals letztlich doch kein bisschen aggressiv wirkt

Aber mal ehrlich: Phrasen wie ´Mit Gott für König und Vaterland´ (scheiße, die vielleicht geilste Nummer der Scheibe) oder "Für Kaiser, Volk und Vaterland" (so hieß eine frühere Compilation des Quintetts) winkt man doch nur deshalb durch, weil die politisch korrekte Leitkultur sie nicht auf eine Stufe mit "Ein Volk, ein Reich, ein Führer" (Grüße an Samael!) gestellt hat.

FAZIT: Martialischer Black Doom Death, der sich Genre-Adjudanten nahezu vorbehaltlos empfehlen lässt, auch wenn 1914s Kriegskonzept die Musik mitunter nach wie vor überschattet. Ihr stärkstes Album steht der Band wahrscheinlich erst noch bevor.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 770x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • War In
  • FN .380 ACP#19074
  • Vimy Ridge (In Memory of Filip Konowal)
  • Pillars of Fire (The Battle of Messines)
  • Don't Tread on Me (Harlem Hellfighters)
  • Coward
  • …And a Cross Now Marks His Place
  • Corps d'Autos-Canons-Mitirailleuses (A.C.M.)
  • Mit Gott für König und Vaterland
  • The Green Fields of France
  • War Out

Besetzung:

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