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Burges Gränzer Schade: Jenseits schillernder Welten - Farben der Liebe (Review)

Artist:

Burges Gränzer Schade

Burges Gränzer Schade: Jenseits schillernder Welten - Farben der Liebe
Album:

Jenseits schillernder Welten - Farben der Liebe

Medium: CD/Download
Stil:

Chanson/Folk/Jazz/Weltmusik

Label: Grenzron
Spieldauer: 60:52
Erschienen: 12.03.2021
Website: [Link]

Zwei Jahre nach „Jenseits schillernder Welten“ erscheint der Nachfolger, ergänzt um die „Farben der Liebe“. Das trifft den Inhalt sehr gut, denn die Liebe in all ihren, auch zerstörerischen, Facetten, spielt eine wichtige Rolle auf dem aktuellen Album des Trios BURGES GRÄNZER SCHADE. Die Stimmung ist einen Hauch positiver als auf dem Vorgänger, doch bleibt die Weltsicht geprägt von Vergänglichkeit, Einsamkeit, Verlust, Zerstörung und den Irrwegen, die Menschen nicht nur aus Liebe beschreiten.

Die examinierte Opernsängerin Katharina Burges und der sonore Rezitator Gränzer (der sich zum Vorgänger noch gesteigert hat) ergänzen sich aufs Feinste, bestens nachzuhören beim expressiven Tango Por una mirada“, basierend auf einem Gedicht Gustavo Adolfo Bécquers, in dem ein widersprüchliches Paar seine Liebesbeziehung Revue passieren lässt. Burges schmettert ihren kürzeren Part voluminös und mit Wonne, während Torsten Gränzer fast Achim Reichel-mäßig (ohne Hamburger Akzent) vor sich hin grantelt.
Burges ist als Sängerin eh eine Wucht. Sie kann säuseln und kraftvoll auftrumpfen, ohne je in gnadenlose Trällerorgien, wie man sie aus dem symphonischen Metal kennt, auszubrechen. Mit „Sternenblicke“ sitzt eine äußerst gelungene Annäherung an Marlene Dietrich drin, ebenso groß ist das lasziv hingehauchte „Einsamkeit“. BURGES GRÄNZER SCHADE wissen um die Kraft der Zurückhaltung in den richtigen Momenten.

Musikalisch bewegt sich das Werk zwischen Reminiszenzen an die (künstlerisch) goldenen Zwanziger, Weltmusik, die sich gern Richtung Lateinamerika orientiert, gefühlvollem wie expressivem Bar-Jazz (im exzellenten „Ein längst vergangener Sommer“ singt Torsten Gränzer sogar), Chanson-Kunst („So frei“ – Gränzer sings again) bis hin zu den düsteren Eskapaden Nick Caves. Wobei BURGES GRÄNZER SCHADE explosiv wie verhalten agieren können.

Dass die perkussive Arbeit ausgefeilt ist, dürfte beim Background Göran Schades nicht verwunderlich sein. Abwechslungsreiches Schlagwerk und das ausdrucksstarke Klavierspiel Katharina Burges prägen das Album zwar, aber der Einsatz von Violine, Saxophon, Cello, Bass und Synthesizer gelingt höchst eindrücklich. Spieltechnisch und klanglich ist „Jenseits schillernder Welten - Farben der Liebe“ insgesamt ein Genuss.

Das düster dröhnende „Stufen“ mit seiner geisterhaften Geige ist ein Höhepunkt der musikalischen Erzählungen aus schillernden Welten. „So fühlt sich Leere an“ ist textlich einprägsam, gilt aber nicht für die famose Darbietung, die in die Tiefe geht. Was für die Texte komplett gilt. Keine peinlichen Possen, niemand der atemlos durch die Nacht eilt oder tanzen muss, wenn das Hausfrauendasein die zarten Sinne plagt. Ein Studium des sorgsam gestalteten Booklets lohnt sich. Bis zur großartigen Verabschiedung „Lasst uns gehen“. Das (nicht nur) mit seinem euphorischen Saxophoneinsatz zum Schluss ein Rausschmeißer par excellence ist.

FAZIT: „Farben der Liebe“, der zweite Part von „Jenseits schillernder Welten“ ist eine der Fortsetzungen, die ihren bereits starken Vorgänger noch toppt. BURGES GRÄNZER SCHADE wandeln stilsicher durch die gewählten musikalischen Genres und Zeiten, überzeugen ganzheitlich und machen mit ihren Kunstliedern der ganz eigenen Art, trotz teils schwermütiger Lyrics, immens Laune.

Jochen König (Info) (Review 1561x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Das letzte Land
  • Por una mirada
  • Sternenblicke
  • Liebelei
  • Der Dienst
  • Wie eine Blume
  • Einsamkeit
  • Stufen
  • Ein längst vergangener Sommer
  • So frei
  • Weil du bist
  • Lasst uns gehen

Besetzung:

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