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Krachmanifest: Ausgabe 5 (Review)

Artist:

Krachmanifest

Krachmanifest: Ausgabe 5
Album:

Ausgabe 5

Medium: Fanzine
Stil:

Extreme / Death / Grind / Black

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 92 Seiten
Erschienen: 25.11.2020
Website: [Link]

...und da rumpeln Katja, Rayk, Gerste und Andi Dubpunker auch bereits mit der fünften Ausgabe des KRACHMANIFEST um die Ecke. So ganz allmählich verfestigt sich der Eindruck, dass der Ruf als "Power-Duo" (mittlerweile -Quartett) gar nicht so ungerechtfertigt ist, und die beiden über viele Jahre hinweg als Gastschreiber für andere Fanzines quasi Anlauf genommen haben, um dann mit eigener Mannschaft und dem KRACHMANIFEST so richtig durchzustarten. Ermüdungserscheinungen sind der fünften Ausgabe auf 92 Seiten nicht anzumerken, auch wenn das Heft selbst allmählich einen - Verzeihung! - halbwegs professionellen Eindruck macht: Das Layout ist nahezu sauber, die Gestaltung der einzelnen Artikel schlicht, aber effektiv, der Spirit bleibt trotz der guten Lesbarkeit nicht auf der Strecke. Dass sich an der Ausrichtung nichts Wesentliches geändert hat, verdeutlicht bereits das aufwändige Cover ARTWORK (!), welches Vurd Hazar eigens für diese Schwarte angefertigt hat und selbiger auch als Poster im Din-A3-Format beiliegt, auf welchem die ganzen Details noch mal besser zur Entfaltung kommen. Da dürften so etliche Stunden konzentrierte Illustration drinstecken - Hut ab vor so viel Enthusiasmus und Talent!
Vom KRACHMANIFEST interviewt zu werden, bedeutet für alle Beteiligten, auf Tuchfühlung zu gehen, und darum umfassen die einzelnen Verhöre häufig rund eine Handvoll Seiten, auf denen es mehr oder weniger ans Eingemachte geht. Jan von Uprising erklärt zum Beispiel, wie er als "linksgrün-versiffter Gutmensch" Black Metal mit sozialkritischer Message und gehöriger Wut im Bauch interpretiert. Morten von Gravehammer dürfte der erste Musiker im KRACHMANIFEST sein, der Namen wie Grieg oder Smetana lobend erwähnt. Tommi von Digest! (mit lustiger Fliege im Bandlogo) gibt sich pragmatisch und kann der Abstandsregel für Konzerte in Corona-Zeiten ebenso etwas abgewinnen wie einem Drum Computer für erste Aufnahmen. Schreihals Old von den ukrainischen Grind-Newcomern Statist blickt mit Rayk im Interview u.a. auf das Grind the Nazi Scum Festival zurück. Natürlich geht so etwas nicht ohne einen Hauch von Mod... ähem, von Wehmut ab, und selbiger durchwirkt denen einen oder anderen Artikel, denn das KRACHMANIFEST zieht seine intensivste Inspiration aus den Konzerten und Festivals, sowie den Begegnungen mit den mehr oder minder verrückten Menschen vor Ort.
Quasi anstelle von Konzertberichten (zwei haben sich ins Heft geschmuggelt) führt Rayk die Leser*innen durch die auf Krach spezialisierten Plattenläden der Republik, verteilt Sonderlob für ausgesuchtes Sortiment und Fachkenntnis der Betreiber, merkt jedoch auch beim einen oder anderen Shop die kritikwürdige Preisgestaltung an.
Ohne Fanzines wie das KRACHMANIFEST oder den Mold Report hätte ich anno 2020 wohl kaum eine Band wie Minenfeld entdeckt, deren letztes Album mich ziemlich begeistert, und für solcherlei Empfehlung von der krachigen Basis gebührt den schreibenden Kollegen mein Dank.

FAZIT: Das KRACHMANIFEST mausert sich zur Fanzine-Institution, denn auch die fünfte Ausgabe lässt an der Leidenschaft der SchreiberInnen keine Zweifel, und die Interviews punkten mit diesem gewissen frei-von-der-Leber-Gefühl, das einer solchen DIY-Publikation hervorragend zu Gesichte steht. Da die Erstauflage fast schon ausverkauft ist, wird es wohl eine zweite Auflage geben, und als geschmacksverkalkter Stammleser hoffe ich, dass Katja und Rajk für die nächste Schwarte die Jungs von Depression vors Mikro zerren, um 30 Jahre groovy death grind madness zu reflektieren.

Thor Joakimsson (Info) (Review 784x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Interviews mit:
  • Vor die Hunde
  • Gravehammer
  • Feaces Christ
  • Yacopsae
  • Digest!
  • Uprising
  • Statist
  • Moribund Mantras
  • Tongue
  • Meth Taxi
  • Khaos

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
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