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Robert Finley: Sharecropper’s Son (Review)

Artist:

Robert Finley

Robert Finley: Sharecropper’s Son
Album:

Sharecropper’s Son

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Soul/Blues

Label: Easy Eye Sound
Spieldauer: 39:28
Erschienen: 21.05.2021
Website: [Link]

Sharecropper’s Son“ ist erst das dritte Album des 67-jährigen Sängers und Gitarristen ROBERT FINLEY. Dan Auerbach (The Black Keys, Blakroc, The Barnburners, The Arcs) hat es mitkomponiert und produziert und ist bei sämtlichen Songs auch als Sänger und/oder Gitarrist mit dabei. Erschienen ist FINLEYS Neuste zudem auf Auerbachs eigenem Label Easy Eye Sound. Verständlich also irgendwie, dass Auerbach FINLEY als „den größten lebenden Soulsänger“ bezeichnet...

Gemach, gemach, Herr Auerbach, möchte man da einwerfen. Jawohl, ROBERT FINLEY verfügt stimmlich über – zum Glück ungeschliffene – Urkräfte, ja, der Verlauf seiner musikalischen Laufbahn fasziniert und klar, „Sharecropper’s Son“ zählt heuer bestimmt zu den besten Alben im Bereich Soul/Southern Soul/Blues. Aber es sind, wie eigentlich immer, eine ganze Reihe von Fakten, die im Zusammenspiel dieses Werk zu etwas Außerordentlichem machen.

ROBERT FINLEY stammt aus Bernice, Louisiana, aus dem tiefen Süden der USA also. Mit dem Musizieren begann er früh und war über Jahrzehnte hinweg in einer Gospelgruppe, als Leader einer Armee-Band oder als Straßenmusiker aktiv. Von der Musik leben konnte er allerdings nicht und arbeitete deshalb als Zimmermann. Vor sechs Jahren gelangte FINLEY dann durch Zufall unter die Fittiche einer Stiftung, die sich um ältere Bluesmusiker kümmert, die aus der musikalischen Tradition des Südens stammen.

Am 6. Oktober 2016 erschien FINLEYS erstes Album mit dem bezeichnenden Titel „Age Don't Mean A Thing“. Jimbo Mathus war Mitproduzent und hatte wohl auch als einer der ersten erkannt, welches Potential in diesem inzwischen schon fast gänzlich erblindeten Straßenmusikers steckte. Nun kam Auerbach ins Spiel und produzierte „Goin' Platinum!“ (2017), eine Zusammenarbeit, die hervorragend funktionierte. Auch „Sharecropper’s Son“ ist wieder Zeugnis für Auerbachs Kunst, eine unglaublich natürliche und dynamische Stimme sorgfältig in die Musik einzubetten und ihr dabei die Ausdruckskraft hundertprozentig zu belassen.

FINLEYS faszinierende Stimme ist das eine (Anspieltipp dazu: „Souled Out On You“). Das andere sind Anzahl und Qualität der beteiligten Musiker, von Billy Sanford über Nick Movshon bis hin zu Jelly Roll Johnson – allesamt gestandene Größen auf ihrem Gebiet, die sich hier ganz in den Dienst der Sache stellen. Hinzu kommt eine – für Auerbach zwar typische, aber gleichwohl nicht immer selbstverständliche – Frische der Produktion, eine perfekte Art jedenfalls, klassischen Soul/Blues modern einzukleiden.

Highlights herauszupicken erübrigt sich diesmal. Hänger oder Füller gibt’s keine, in musikalischer Hinsicht schon gar nicht, und die Texte sind größtenteils autobiographisch, einfach und offen; sie scheinen von Herzen zu kommen.

FAZIT: ROBERT FINLEY ist kein Spätberufener, er hat schon immer seine Musik gemacht. So gesehen ist „Sharecropper’s Son“ einerseits Beleg für die Ungerechtigkeiten und Zufälle im Musikbusiness und anderseits erfreuliches Beispiel für dessen Unerschöpflichkeit als Wundertüte.
Ganz großes Ding jedenfalls, und um den Kreis zu schließen: Wenn Dan Auerbach von einem der größten lebenden Soulsänger gesprochen hätte, ja dann...

Dieter Sigrist (Info) (Review 709x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Souled Out On You
  • Make Me Feel Alright
  • Country Child
  • Sharecropper's Son
  • My Story
  • Starting To See
  • I Can Feel Your Pain
  • Better Than I Treat Myself
  • Country Boy
  • All My Hope

Besetzung:

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