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Smalltape: Hungry Heart (Review)

Artist:

Smalltape

Smalltape: Hungry Heart
Album:

Hungry Heart

Medium: LP+CD/Download
Stil:

Progressive-, New-Art-Rock

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: CD1: 41:32 / CD2: 24:04
Erschienen: 25.06.2021
Website: [Link]

Hungry Heart“ ist das dritte Album von Philipp Nespitals Projekt SMALLTAPE. „Solo“ kann man weglassen, da Nespital von etlichen exzellenten Musiker*innen begleitet wird, von denen nicht nur der Saxophonist Omri Abramov mit seinem eindrücklichen Spiel tiefe Spuren hinterlässt.

Das Album ist zwar nur 65 Minuten lang, erscheint aber auf zwei Tonträgern. Die Laufzeit beschert keine Notwendigkeit für den Split, es ist eher eine konzeptionelle Entscheidung. Wohlgeformte kleine Wunderdinger sind beide Scheiben. Die erste, längere CD wandelt stilsicher und eigenständig auf den Pfaden, die PORCUPINE TREE einst anlegten, der nur knapp 25minütige zweite Tonträger öffnet sich mit viel Klavier und orchestralen Parts Richtung Jazz und ausgefeiltem (es gibt kein wirklich gelungenes deutsches Äquivalent für „sophisticated“) Rock.

Bei allen Verweisen ist die Musik SMALLTAPEs keine Kopie, sondern eine originelle Kreation, bis hin zu den leicht gewöhnungsbedürftigen Spoken-Words-Passagen, die dank der eindrücklichen Begleitmusik nicht zum bloßen Hörspiel mutieren. Als Sänger überzeugt Nespital durchgängig, bei den eingesprochenen Passagen hätte eventuell ein SCHILLER-mäßiger Sprechereinsatz das Album noch ein bisschen aufgepeppt. Eine Marginalie in einem überzeugenden musikalischen Rund. Mit Platz für dezenten Funk („Hunger“), sowohl smoothes wie entfesseltes Saxophon („Burning House“) und relaxte Piano- und Vibraphonspielereien (im Verlauf des Longtracks „Dissolution“). Serviert mit einer Lakonik, die zu keiner Sekunde gelangweilt oder uninspiriert wirkt.

Der Einstieg ist andächtig, schwebend, mit akustischer Gitarre, leise brodelnden Keyboardflächen und verhaltenem, fast flüsternden Gesang. Nach drei Minuten wird es lauter, ohne zu explodieren. Das beherrschen SMALLTAPE extraordinär, über Sanftheit Druck aufzubauen, ohne in metallische Bereiche zu switchen. „The Golden Siren“ beginnt als pluckernde Drum’n’Bass-Paraphrase, baut dann eine Soundwand auf, um im poppigen Refrain zu verkünden: „I’m not afraid of no ghosts“. Aus der gespenstischen Atmosphäre schält sich eine elektrische Gitarre, die den Song in härtere Gefilde vorpreschen lässt. Danach wird es orchestral, die BEATLES winken vom Wegesrand und immer wieder lässt Steven Wilson freundlich grüßen. Das ist fein arrangiert und mit Inbrunst und Eleganz ausgeführt. Ergibt…

FAZIT: ... ein äußerst stimmungsvolles Album, das meditativ, verspielt und mitunter wuchtig unterhält. Erneut erweist sich Phillip Nespital als bemerkenswerter Musiker und Multiinstrumentalist, der besonders beim Erzeugen einer soghaften Atmosphäre, im Verbund mit seinen kompetenten Mitstreitern, meisterlich agiert.

Jochen König (Info) (Review 634x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • CD1:
  • The Hungry Heart (4:51)
  • The Golden Siren (5:30)
  • Hunger (7:20)
  • Our Desert (4:08)
  • One Day (4:40)
  • Burning House (6:57)
  • Colors (5:18)
  • Asylum (2:44)
  • CD2:
  • Where We Belong (2:47)
  • Dissolution (21:15)

Besetzung:

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