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The Orphaned Bee: Thinking Without Language (Review)
Artist: | The Orphaned Bee |
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Album: | Thinking Without Language |
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Medium: | CD/Download | |
Stil: | Synth Rock |
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Label: | Bird’s Robe Records | |
Spieldauer: | 23:18 | |
Erschienen: | 28.02.2025 | |
Website: | [Link] |
Brett Tollis, seines Zeichens australischer Multiinstrumentalist und u.a. Toningenieur, denkt unter dem Banner THE ORPHANED BEE über die Bedeutung der Sprachlosigkeit nach. Gemessen daran, dass der Mensch all seine Gedanken in artikulierte Sprache umsetzt (egal ob ausgesprochen oder nicht), ist der Ansatz eines Denkprozesses ohne sprachlichen Umsatz durchaus interessant.
Wie würde das Denken ohne Artikulation aussehen, funktionieren, von statten gehen? Würden Brummtöne oder eine Form von Frequenzreferenzen (also Schwingungswahrnehmung) die Artikulation ersetzen? Oder wäre diese Form der Kommunikation nicht immer noch eine Form der Sprache?
Diesen und anderen Fragen nach Optimismus generell, Hoffnung, oder auch, weiter gefasst, dem Sinn des Lebens versucht „Thinking Without Language“ auf den Grund zu gehen. Das stilistische Mittel der Wahl ist dabei eingängiger Synthwave, der manche instrumentale Parallele zur Rockmusik nicht leugnet, wenngleich ein Stück wie „Sanctuary“ komplett im melancholisch anmutenden Vocoder-/Synthesizer-Klangwald aufgeht.
„Rain“ und „Water“ dagegen wirken nicht nur in ihren Titeln zusammenhängend, sondern scheinen sich auch musikalisch zu bedingen. Während der Regen anfangs nervös und irgendwie aufgekratzt erscheint (die Vocoder-Stimme trägt einen nicht unerheblichen Teil zu diesem Empfinden bei), stampft der Groove von „Water“ ungeahnt kraftvoll, beinahe stoisch voran.
Auch der Gesangseinsatz wirkt verzerrt-kraftvoll und gemahnt ganz kurz an eine sehr sanfte Version von Elektronik-Schreihälsen wie z.B. STATIC-X oder in manchem Moment auch Chris Harms Schreistimme. Für den Antrieb sorgen dagegen die repetitiven Soundmuster der Synthesizer und das stoische Schlagzeug, das die Beats unnachgiebig vorantreibt.
Dass da ausgerechnet „Fire“ regelrecht entspannt, fast introspektiv verträumt daherkommt, verwundert anfangs doch ein wenig, macht im Kontext der EP aber immer mehr Sinn, denn es bildet mit dem Abschluss „Ascendance“ eine klangliche Einheit, die sich in getragenen Klangteppichen, repetitiven Mustern und ätherischem Rauschen letztendlich in einer Art sonnendurchfluteten Finale entlädt. Womit sich der Verlauf dieser EP fast wie ein vertonter Jahreszeitenzyklus im Zeitraffer anfühlt.
FAZIT: THE ORPHANED BEEs „Thinking Without Language“ spiegelt ein verworrenes Konstrukt aus Hoffnung und Trauer wider, das, auch dank der Bezugnahme auf die Elemente in einigen Titeln, fast wie ein Jahreszeitenverlauf im Zeitraffermodus wirkt. Dadurch rückt der futuristische Ansatz, der dem Synth-Rock/Synth-Pop-Genre zuweilen anhaftet eher in den Hintergrund und macht einer gewissen Bodenhaftung Platz. Freunde dieser Musik dürfte das aber weniger stören, als es vielleicht anfangs scheint, denn klanglich toben sich die Musiker immer noch auf, dem geneigten Hörer, bekanntem Terrain aus.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Rain
- Water
- Sanctuary
- Fire
- Ascendance
- Gesang - Brett Tollis
- Keys - Ron Pollard, Brett Tollis
- Schlagzeug - Alex O'Toole
- Thinking Without Language (2025) - 10/15 Punkten
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