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Different Light: Binary Suns: Part II (Alternate Reality) (Review)

Artist:

Different Light

Different Light: Binary Suns: Part II (Alternate Reality)
Album:

Binary Suns: Part II (Alternate Reality)

Medium: CD
Stil:

Progressive- und Melodic-Rock, Art Pop

Label: Shaded Moon Records/Just For Kicks
Spieldauer: 64:51
Erschienen: 12.06.2026
Website: [Link]

Bedrohlich und spannungsgeladen mit kurzem Piano-Intro und Stimm-Samples beginnt der zweite Teile des Doppel-Sonnen-Albums der amerikanischen-tschechischen Prog-Rock-Band DIFFERENT LIGHT, nachdem Teil 1 unter dem Titel 'Operant Condition' bereits sechs Jahre zurückliegt.
Da hatte man langsam schon den Glauben daran verloren, dass das Prog-Quartett tatsächlich noch einen zweiten Teil folgen lässt, obwohl unser Kollege König ein wortwörtlich himmelhochjauchzendes Fazit zu „Binary Suns: Part I (Operant Condition)“ gezogen hatte: „Musikalisch himmelhochjauchzend, lyrisch beinahe zu Tode betrübt – in diesem Spannungsfeld kreieren DIFFERENT LIGHT ihre Vision von himmlischem, hochmelodischem Wohlklang. Das ähnelt vom Gestus (und mannigfachen Klaviereinsatz), nicht der Musik, den großen Epen SUPERTRAMPs und in Anbetracht manch schwelgerischen Chorusses fühlt man sich an den Artpop des ELECTRIC LIGHT ORCHESTRAs erinnert (oder an BARCLAY JAMES HARVEST, wenn man die Messlatte etwas niedriger hängt). Musikalisches Zuckerwasser. Der leckeren Art.“


Ein Fazit – so viel vorab – das man ganz ähnlich auch für die Fortsetzung des ersten Teils verfassen könnte. Denn viel ist in den sechs Jahren aus musikalischer Sicht nicht passiert (Und das ist durchaus für alle harmoniesüchtigen Prog-Freunde auch gut so!), nur dass eben die düstere Story in den 65 Minuten des zweiten Teils ein ebenso düsteres Ende – allerdings mit einem unweigerlichen Hoffnungsschimmer – findet.

Hier also ist er nun – der zweite Teil: „Binary Suns: Part II (Alternate Reality)“ unter einem neuen Label nach der Schließung ihres bisherigen Labels 'Progressive Gears', auf dem noch Teil 1 erschien, ist es nun 'Shaded Moon Entertainment'.


Gehen wir darum gleich der altbekannten Weisheit auf den Grund, ob das, was lange währt, auch wirklich gut wird. Aber ja, nur wirklich neu oder stimmungsmäßig andersartig wird es wiederum nicht.
Alle, die den ersten Teil besitzen und mögen, dürfen sich gerne nunmehr auf den zweiten Teil stürzen. Sie können nichts falsch machen. Selbst wenn man den bereits zehn Jahre zurückliegenden Vorgänger den bereits zehn Jahre zurückliegenden Vorgänger „The Burden Of Paradise“ besitzt, wird man in dem Nicht-Paradies von „Binary Suns: Part II (Alternate Reality)“ glücklich werden.
Zehn Jahr hin oder her – die drei Alben knüpfen sich nahtlos aneinander.


DIFFERENT LIGHTs „Binary Suns: Part II (Alternate Reality)“ vereint klassischen neo-progressiven Rock mit melodischem Rock und Art Pop sowie einem spannenden zwischenmenschlichen wie zeitkritischem Konzept.
Die Kompositionen zielen auf viel Harmonie statt komplexe Verschachtelungen hervorzubringen, was die gute (Neo-)Prog-Stunde mitunter etwas zu entspannt klingen lässt, gerade weil sich das düstere Konzept, das sich um die menschliche Gegensätzlichkeit und Emotionalität dreht und dabei Themen wie Liebe, Misstrauen, Depression, Rache, Vergebung behandelt, wobei es die offensichtliche Gegensätzlichkeit zwischen Kraft/Macht und Ohnmacht/Verletzlichkeit in den Mittelpunkt stellt und dabei alles zwischen Leben und Tod sowie der Flucht vor der Realität in Traumwelten nicht auslässt. Wie wichtig der Band das Beenden ihres zweiteiligen Epos gerade in thematischer Hinsicht ist, erkennt man speziell an dem 28 Seiten starken Booklet mit allen Texten, das dem Digipak beiliegt.


Beachtlich ist zudem, dass DIFFERENT LIGHT derzeit NICK MASON'S A SAUCERFUL OF SECRETS supporten, was für sie (die doch eher in der zweiten Prog-Liga spielen) natürlich eine hochgradig beachtenswerte Musik-Adresse ist, selbst wenn der größte Teil des Klanguniversums hinter DIFFERENT LIGHT weniger auf den Klangwelten von PINK FLOYD, sondern mehr in Richtung BARCLAY JAMES HARVEST oder ALAN PARSONS PROJECT und GENESIS tendiert, auch wenn besonders das Gitarrenspiel immer wieder ein paar floydiansche Tendenzen ans differente Licht befördert (Das Wortspiel musste einfach sein!).

Belassen wir es also dabei und enden mit den letzten vier Zeilen des letzten Songs „Last Call“, der die (recht harmonieschwangere) Stimmung mit einer optimistischen Erkenntnis abschließt: „They say the truth will set you free / As long as I believe in me // So walk along my faithful friend / And I'll be with you till the end“.

Und so endet nach sechs Jahren auch dieses DIFFERENT LIGHT-Album mit einem durchaus optimistischen...


...FAZIT: DIFFERENT LIGHT beenden mit „Binary Suns: Part II (Alternate Reality)“ ihre zweiteilige Konzept-Reise zwischen neoprogressivem und melodisch rockenden Sonnensystemen, die menschliche Abgründe bescheinen. Der in Prag lebende Amerikaner Trevor Tabone und seine tschechischen Mitmusiker setzen hierbei auf harmonischen Prog der Marke BJH oder APP sowie ein recht bedrückendes, sehr umfangreiches Textkonzept, das im 28-seitigen Booklet mit- oder nachgelesen werden kann. Ansonsten zählten die Zahlenkombinationen des Album-Covers, das jeder gern für sich entschlüsseln kann, wobei die Musik einem genug Ruhe gönnt, um sich dieser Aufgabe ausgiebig zu widmen...

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 36x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Mindspeaker
  • I: Parallel Fantasy
  • II: Mrs. Winslow's Soothing Sirup
  • III: The Esape Room
  • IV: Mythopoeia
  • V: An Unenviable Fate
  • VI: The Singularity
  • VII: Labour Of Love
  • The Syncretist
  • I: Sober Dancing
  • II: Pillage Of Souls
  • III: Full Circle
  • IV: Now Just Keep Well
  • A Fool's Errand
  • Constant Silver Lining
  • I: Living The Dream
  • II: Our Destination
  • III: Apophenia
  • IV: An Endful Winter
  • The Stalker Talks
  • I: Happiness (Part 2)
  • II: A State Of Disarray
  • Binary Child

Besetzung:

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