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Paul McCartney: The Boys Of Dungeon Lane (Review)

Artist:

Paul McCartney

Paul McCartney: The Boys Of Dungeon Lane
Album:

The Boys Of Dungeon Lane

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Pop, Rock, Psyche, Singer/Songwriter

Label: MPL/Capitol Records
Spieldauer: 47:14
Erschienen: 29.05.2026
Website: [Link]

„Für mich ist das ein Album voller Erinnerungen.“ (Paul McCartney zu „The Boys Of Dungeon Lane“)

Herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag, lieber Paul!


Es ist kaum zu glauben, dass PAUL MCCARTNEY, der heute am 18. Juni 2026 seinen 84. Geburtstag feiert, noch immer ein Solo-Album nach dem nächsten – und zwar in immer kürzeren Zeitabständen – veröffentlicht!
Getreu dem WINGS-Motto schwört er bis heute auf die „Band On The Run“, die nun weit, weit in die Vergangenheit zurückblickt.
Gemeinsam mit Mr. McCartney begeben sie sich auf die Straße seiner Kindheit, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und in der ein alter Mann nicht wie ein Hemingway auf das Meer, sondern mitten hinein in den Alltagstrubel einer Straße, die lange Zeit der Lebensmittelpunkt eines jungen Burschen war, der später weltberühmt werden sollte, und der heute auf die (un)beschwerte Zeit seiner Jugend zurückblickt.
Willkommen in der Dungeon Lane!
Willkommen in der Vergangenheit!
Willkommen in einer Jugend vor über 70 Jahren!


The Boys Of Dungeon Lane“ ist nach seinem Solo-Debüt „McCartney“ aus dem Jahr 1970 nunmehr sein insgesamt 18. Studio-Album. Und noch dazu tatsächlich eins seiner besten (Oder DAS Beste!), was eigentlich noch weniger zu glauben ist.
Hierfür gibt es allerdings ein paar schlagkräftige Gründe, die wir einfach mal nicht nur daran festmachen, dass „The Boys Of Dungeon Lane“ in der aktuellen Juni-Ausgabe des 'Rolling Stone' unter dem Titel „Der Klang der Zeit“ (verfasst von Maik Brüggemeyer) zum 'Album des Monats' erhoben wurde.
Verdient jedenfalls hat es diese Ehrung!


The Boys Of Dungeon Lane“ ist McCartneys intimstes Album, das weit in seine Vergangenheit und auf die Straße zurückgeht, in der er sich als Jugendlicher regelmäßig mit seinen Freunden herumtrieb. Dort schlich er abends als pubertierender Teenager gerne – wie er singt – an den beleuchteten Fenstern vorbei, um dort ein Mädchen, das wohl seine erste große Liebe war (auch wenn die das nie wusste oder erfuhr), zu beobachten. Mehr als 70 Jahre ist das her – und in „The Boys Of Dungeon Lane“ outet sich Mr. McCartney nun also.
Und um auch von der Gestaltung her genauso persönlich zu bleiben wie die Geschichten, die er über sich in seinen Songs erzählt, gibt es zu der CD im Mini-LP-Gatefoldcover ein fantastisches 32-seitiges Booklet mit allen von Hand geschriebenen McCartney-Texten im Pappschuber mit dazu.


Es war noch die Zeit vor einem JOHN LENNON, die PAUL MCCARTNEY hier besingt und die er unfassbar breit instrumentiert, wobei er fast alle Instrumente selber spielt.
Manchmal klingt das Album wie die Wiedergeburt der BEATLES oder der WINGS. Und wie die Technik es hinbekommen hat, McCartneys Stimme dermaßen großartig und vielfältig klingen zu lassen, wird wohl sein Geheimnis bleiben und präsentiert zugleich die hohe technische Kunst von stimmlichen Dopplungen sowie leistungsstarken Filtern, die hier Produzent und musikalischer Mitstreiter ANDREW WATT zum Einsatz bringt. Jedenfalls sitzt man als Hörer echt geplättet mit der Frage: „Wie ist das nur möglich?“, zwischen seinen Boxen.
Also „Come Inside“ und höre das, was uns McCartney hier bietet, indem er deutlich in der Vergangenheit schwelgt und dazu auffordert: „You could read my mind / If you wanted to / You could come inside...“


Das ist noch längst nicht alles an Überraschendem.
Tatsächlich gibt’s da noch ein extrem lebendiges Duett mit dem zweiten noch lebendigen Beatle RINGO STARR zu entdecken. Ein Wunder, denn so lange die beiden auch auf diesem Weltenrund wandeln, zu einem gemeinsamen Duett hat's bisher noch nie gereicht.
In „Home To Us“ singen die beiden fast frech ihre gemeinsamen Erinnerungen wie eine Naturbeobachtung aus den Mauern der Stadt heraus und lassen die Rosen im Hinterhof erst wiederaufblühen und dann ganz schnell welken und zu Staub zerfallen: „The world around us wasn't safe / The place was falling down / But it was my hometown.“


Für „Never Know“ holt McCartney dann sogar seine Blockflöte aus Kindertagen hervor, um am Ende des Songs tatsächlich ein kindlich klingendes Blockflöten-Solo hinzulegen.
Demgegenüber steht ein großartiges Trompeten-Solo, gespielt von MIKE DAVIS (Das mutet fast neben Miles wie ein spitzbübisches Witzchen an!), wobei die Trompete auf „Salesman Saint“ tatsächlich die ist, welche McCartney zu seinem 14. Geburtstag (also auf den Tag genau vor 70 Jahren) von seinem Vater Jim geschenkt bekommen hatte und zu denen er singt: „My father was a salesman / My mother was a saint“, um dann die Zeit unmittelbar nach dem Krieg anschaulich und sehr direkt zu beschreiben („The war was nearly over / The peace would soon begin / Living on the edge of the city / When the roads were going in“).


Mit der traurigen wie nachdenklichen Ballade „Momma Gets By“ über die unfassbare Stärke von Müttern, die in jeder Situation die Familie zusammenhalten, geht das Album mit etwas Melodramatik und orchestraler Größe zu Ende.

Auf „The Boys Of Dungeon Lane“ passt einfach alles.
So viele Erinnerungen!
So ein wunderschönes Album!
Ein wahres Geburtstagsgeschenk an sich selber und alle seine Fans und Freunde, denen vor Überraschung beim Hören Herz und Ohren aufgehen werden und die zugleich gemeinsam mit PAUL MCCARTNEY tief in die ganz intimen Momente seiner Kindheit, Jugendzeit und seinem Weg hin zum Erfolg eintauchen dürfen.


FAZIT: Was für ein (unerwartetes) Album von PAUL MCCARTNEY. Hätte man es ihm, den heute seinen 84. Geburtstag feiernden Beatle, noch so zugetraut? Ehrlich gesagt: Nein! Aber dann verblüfft McCartney wohl alle Erwartungsvollen, indem er mit „The Boys Of Dungeon Lane“ alle Erwartung übertrifft. Der „Yesterday“-Mann blickt weit auf seine Kindheit, seine musikalischen Anfänge und die Freundschaft mit John Lennon sowie die BEATLES zurück, immer eine Träne oder ein hintergründig-spitzbübisches Lächeln auf dem Gesicht. Noch dazu gibt’s, wenn das Album schon so persönlich und emotional ausfällt, sogar ein Duett – das erste überhaupt – mit RINGO STARR zu hören. Sogar die Blockflöte und Trompete aus seiner Jugendzeit holt der in Erinnerungen schwelgende PAUL MCCARTNEY wieder hervor, genauso wie die harten E-Gitarren oder orchestralen Streicher. Doch am verblüffendsten ist sein Gesang, der (mit technischer Hilfe) so frisch klingt, als stünden die BEATLES wieder in ihren 60er-Jahre-Startlöchern.


Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 70x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • As You Lie There
  • Lost Horizon
  • Days We Left Behind
  • Ripples In A Pond
  • Mountain Top
  • Down South
  • We Two
  • Come Inside
  • Never Know
  • Home To Us
  • Life Can Be Hard
  • First Star Of The Night
  • Salesman Saint
  • Momma Gets By

Besetzung:

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