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BOCHUM TOTAL 2018 - Bermuda3Eck, Bochum - 19.07.2018

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Bochum Total 2018, 19.07.- 22.07.2018, Bochum, Bermuda3Eck

Seit 32 Jahren Kult. Seit 32 Jahren eine Institution. Seit 32 Jahren eine Plattform, sowohl für arrivierte aber insbesondere auch für aufstrebende, junge Künstler. Was anno 1986 als kleines Straßenfest begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem der größten Musikfestivals in Europa unter dem Motto: „Heute schon sehen, was man morgen hören wird“ und das alles für „Umsonst und draußen.“

Dass die Macher ein feines Gespür für Trends und Newcomer haben, beweisen Namen, die schon in Bochum für Stimmung sorgten, lange bevor sie den kommerziellen Durchbruch schafften. Zu ihnen zählen u.a. SILBERMOND, OOMPH!, SASHA, WIR SIND HELDEN, SEED, DONOTS und DIE HAPPY.

Auch in diesem Jahr verrät der Blick ins Programmheft, dass die Organisatoren wieder ein buntes Potpourri an nationalen und internationalen Acts an den Start gebracht haben, die sich auf den verschiedenen Bühnen das Mikrofon in die Hand geben. Charakteristisch sind neben den drei großen Bühnen die unzähligen kleinen Locations, an denen Kleinkunst und viele Überraschungen geboten werden, die teilweise spontan ablaufen und in keinem Programmheft zu finden sind.

Freitag, 20.07.2018

Für mich startet BOCHUM TOTAL am Freitag mit FYE & FENNEK, die ihre Version des Synthie-Pop auf der Sparkassen-Bühne erklingen lassen und unter den schon zahlreich erschienenen Besuchern für Stimmung sorgen.

Fye & Fennek Fotos

Dann aber wird es Zeit, denn ich habe eine Verabredung der besonderen Art. Anfang des Jahres hatte ich das Vergnügen, mich mit dem Capitano von CAPITANO, John Who?, ausführlich über Musik und die weiteren Ziele der Band zu unterhalten. Es folgte ein denkwürdiges Konzert in der Kölner BLUE SHELL, aber wie sagte kürzlich ein befreundeter Fotograf zu mir: „Wenn kein Licht ist, ist kein Licht.“ Daher hatte ich mir vorgenommen, den Berlinern einen erneuten Besuch abzustatten, denn die Lichtverhältnisse bei BOCHUM TOTAL sind State of the Art. Auch hiervor kann man nur den Hut ziehen.

CAPITANO betreten die turmhohe 1Live Bühne in ihrem gewohnten Outfit, wobei John Who? nach Dive! bei 30°C neckisch damit hadert, sich sein Kostüm im Winter ausgedacht zu haben. Federboa, Bauchbinde, Fellsakko sowie Maske gehören aber unbedingt zum Gesamtkunstwerk. Auch wenn letztere schon ein paar Auflösungserscheinungen zeigt – der tollen Stimmung tut das keinen Abbruch und routiniert bläst John Who? die sich lösende Pfauenfeder in die Menge. Großes Kino.

CAPITANO Fotos

Dann geht es weiter zur HEINZ-Bühne, auf der zeitgleich LOST IN LUCY ihren elektrisierenden Mix aus leidenschaftlichen Texten und mitreißenden Melodien unters Volk bringen. Der Power-Deutschpop kommt ausgesprochen gut an und Bassmann Chris entpuppt sich als echte Rampensau mit der Lizenz zum Toben. Ein starker Auftritt.

LOST IN LUCY Fotos

Die letzte Runde des Tages startet auf der 1Live Bühne mit QUERBEAT, deren Tour schon seit Monaten ausverkauft ist. Angesagt ist Brasspop in Kompaniestärke und 13 Bandmitglieder wollen auch erst einmal auf einer Riesenbühne wie hier in Bochum, untergebracht werden. Die Stimmung, die die Truppe sofort verbreitet, ist ausgelassen, mindestens. Krachende Bläsersätze, die immer dann in den Vordergrund treten und zum Hüpfen und Springen animieren, wenn man gerade geglaubt hatte, die Combo fährt etwas zurück, liefern die Basis eines phänomenalen Auftritts. In diesem Sinne: The sky is the limit.

QUERBEAT Fotos

Währenddessen reißen die Silberrücken von THE FRITS MEET WINNETOU KOSLOWSKI auf der HEINZ-Bühne ihre Show ab. Dem zwar kreativen, aber nicht sonderlich einprägsamen Namen der Band steht ein starker Mix aus Ska-, Reggae- und Soulelementen gegenüber, der sofort in die Beine geht. Leider kann ich den Klängen nicht allzu lange lauschen, denn ich muss es noch zur SPARKASSEN-Bühne schaffen, auf der zeitgleich Wacken-Maskottchen MAMBO KURT stattfindet. Bewaffnet nur mit seiner Heimorgel und einer Discokugel hat der Edel-Alleinunterhalter sein Publikum fest im Griff und liefert sich noch ein Rap-Battle mit einem der anwesenden Zaungäste. Derweil bitten QUERBEAT noch einmal zum Tanz und pünktlich zum Schussakkord – sprich Flamingo-Surfen – bin ich wieder an der 1LIVE-Bühne und werde Zeuge eines furiosen Finales der Bonner Brass-Popper, die vom Publikum mit frenetischem Jubel verabschiedet werden.

THE FRITS MEET WINNETOU KOSLOWSKI Fotos

MAMBO KURT Fotos

Da sich die Veranstalter von BOCHUM TOTAL strikt an das Nachtruhegebot halten, endet das Treiben auf den großen Bühnen pünktlich um 22.00 Uhr Ortszeit. Ab diesem Zeitpunkt verlagert sich das Geschehen auf die vielen kleineren Bühnen und dauert meistens bis in die frühen Morgenstunden. Mir bleibt bei einem Bier noch ein bisschen Zeit, die Geschehnisse des Tages Revue passieren zu lassen. Ein toller Freitag neigt sich dem Ende, die Vorfreude auf den morgigen Samstag steigt indessen schon merklich.

Samstag, 21.07.2018

Los geht’s mit THE GYPSYMACHINE: Hinter diesem Bandnamen verbergen sich keine Geringeren als Schauspieler PETER LENGKEIT und Punker VOLKER WENDLAND von DIE KASSIERER. Grandioser Gypsy-Swing bei bestem Sommerwetter liefert das erste Highlight des Tages.

THE GYPSYMACHINE Fotos

Auf der 1LIVE-Bühne haben sich TOM ALLAN & THE STRANGEST angesagt. Vor der Bühne kann man noch die Projektile der von CAPITANO abgefeuerten Federkanonen bestaunen, orangefarbene Federn, die im Bühnengraben sanft vom Wind bewegt werden. Dieses Arrangement wird durch die bunten Papierschnipsel komplettiert, die QUERBEAT in die Menge gefeuert haben. Rock´n´Roll Stillleben.

TOM ALLAN & THE STRANGEST betreten gutgelaunt die Mega-Bühne und spielen routiniert moderne, poppige Gitarrenmusik, die hervorragend ankommt. Bestechend ist die Kombination aus starken Melodien, die durch punktgenaue Licks von Gitarrist Evan gekonnt in Szene gesetzt wird. TOM ALLAN liefert dazu die Songs und die Attitüde, die es im Pop-Business braucht. Diese Jungs werden ihren Weg machen.

TOM ALLAN & THE STRANGEST Fotos

Der Trip zur HEINZ-Bühne gestaltet sich nun schon etwas langwieriger, denn der Andrang der Besucher nimmt von Minute zu Minute an Intensität zu. Während ich noch ein Wasser „to go“ an einem der vielen kleineren Verkaufsstände mitgehen lasse, treffe ich vor der Bühne auf eine schon euphorisierte Menge. Auslöser hierfür: THE PETERS. „Syndie“ nennen die fünf Berliner ihren Genremix aus Indie und Synthie-Klängen, der dazu angetan ist, die Sonne an diesem Tag noch heller erstrahlen zu lassen. Die Ausgelassenheit vor der Bühne dokumentiert die Durchschlagskraft der Combo.

THE PETERS Fotos

Noch schnell ein Handshake mit meinem Lieblings-Security („Wir sehen uns noch...“) und weiter geht’s mit LUCAS NEWMAN; seines Zeichens Singer-Songwriter und Vertreter aktueller Pop- und Soulmusik, der zudem ein breites Spektrum musikalischer Genres gekonnt bespielt und seinerzeit Teilnehmer des POPCAMPs, eines bundesweiten Projekts des DEUTSCHEN MUSIKRATs zur Qualifizierung von Bands und Einzelkünstlern für das High Level Bandcoaching war. Dieses Coaching hat sich offensichtlich ausgezahlt, denn die routiniert vorgetragene Mischung starker Hooks und eingängiger Grooves wird vor der Bühne ordentlich abgefeiert.

LUCAS NEWMAN Fotos

Die Einzigartigkeit des Ereignisses BOCHUM TOTAL manifestiert sich immer wieder in den „kleineren“ Events, die abseits der großen Bühnen ihr Publikum finden. Hier regieren oft die leisen, dafür umso ausdrucksstärkeren Töne. Ein Beispiel hierfür liefert ANJA LIEDTKE, die zusammen mit WERNER ZAPP aus ihrem Roman SCHWIMMEN WIE EIN DELPHIN: ODER BOWIES BUTLER liest, in der sie die Biographie DAVID BOWIEs gekonnt mit Fiktion zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen lässt. Unterstützt wird die Autorin durch RAY PARADISE, der die Lesung musikalisch abrundet. 

ANJA LIEDTKE Fotos


BRETT aus Hamburg verfolgen indessen einen komplett anderen Ansatz, was schon der Titel ihres aktuellen Albums „Wutkitsch“ erahnen lässt.

Maskiert und vollgepumpt mit Adrenalin bis zur Halskrause entern die Jungs die 1LIVE-Bühne. Die explosive Mischung aus Alternative, Indie, Stoner und Rock der 60er und 70er macht keine Gefangenen, sondern Compañeros und funktioniert unter Livebedingungen hervorragend.

BRETT Fotos

Auch die ALEX MOFA GANG bittet zum Tanz. Mit ihrem zweiten Album „Perspektiven“ im Gepäck verbreiten die Jungs um Frontmann Sascha Hörold Stimmung unter dem Motto „Mehr! Mehr! Mehr!“, was in der Menge begeistert aufgenommen wird und Sascha zu einem Stagediving inspiriert, das trotz der frühen Stunde ausgezeichnet funktioniert. Auf BOCHUM TOTAL ist eben Verlass.

ALEX MOFA GANG Fotos

Die SPARKASSEN-Bühne erlebt mit SAMUEL HOPE hingegen einen Vertreter der ruhigen, fast schon melancholischen Art, der sein Augenmerk auf die Wechselwirkung von Melodie und Stimme legt. Der letzte Song des Sets gerät zum ungeplanten Höhepunkt der Show, denn als einer der vielen Flaschensammler, die das Festival als Nebenerwerb nutzen, plötzlich seine Mundharmonika hervorkramt und vor der Bühne SAMUEL HOPE begleitet, kann dieser nicht anders, als den Zaungast zum Weiterspielen zu animieren und ihm quasi die Einsätze vorzugeben. Ein Gänsehautmoment.

SAMUEL HOPE Fotos

Weiter geht die wilde Reise durch die Menschenmassen zum Auftritt von TIM KAMRAD. Der Velberter, gerade noch im Vorprogramm von SUNRISE AVENUE zu sehen, erzählt, dass er vor kurzer Zeit noch selbst als Gast von BOCHUM TOTAL mit seinem Vater vor der 1LIVE-Bühne stand und diesem sagte: „Auf dieser Bühne will ich später mal spielen.“ Dass dies schon so schnell wahr geworden ist, kann er selbst kaum fassen, eine Aussage, die man ihm angesichts der rasanten Entwicklung, die er genommen hat, sofort abnimmt.

TIM KAMRAD Fotos

Währenddessen sorgen auf der HEINZ-Bühne die Mannen von RADIO HAVANNA für den Aufreger des Tages, denn das „Support your Local Antifa“ - Transparent, welches von zwei Vermummten auf der Bühne ausgerollt wird, erntet nicht uneingeschränkt Beifall. Das später noch gezündete Bengalo sowie Pogo tanzende Fans sorgen dann sogar noch für einen kleineren Polizeieinsatz, der aber keine weiteren Folgen hat, wie ein Polizeisprecher kommentiert.

RADIO HAVANNA Fotos

Da BERLIN SYNDROME krankheitsbedingt passen müssen, springt der Brite KOVIC in die Bresche, der bereits am Freitag auf der 1LIVE-Bühne seinen Auftritt hatte und die deutlich kleinere SPARKASSEN-Bühne spielend ausfüllt. Auch dies ist ein Charakteristikum dieses Festivals. Bands, die ihren Auftritt längst hinter sich haben, bleiben des Öfteren vor Ort und genießen ihrerseits das Treiben rund ums BERMUDA3ECK, neben KOVIC auch die Jungs von TOM ALLAN, hier vor der 1LIVE-Bühne.

KOVIC Fotos

Das Geheimnis um den „Secret Headliner“ ist ja schon seit gestern Abend gelüftet und mit den BLACKOUT PROBLEMS adäquat besetzt. Zuvor geht es aber zum New Yorker LIONS HEAD, dessen drei Singles weltweit bisher über 30 Millionen (!) mal gestreamt worden sind. Starke Titel und eine sympathische Bühnenpräsenz zeichnen IGGY URIARTE aus, der im Haifischbecken Showbusiness überleben wird.

LIONS HEAD Fotos

Der Duft, den die vielfältigen, kulinarischen Angeboteverströmen, lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen, aber dafür gibt es erst nach der letzten „Bühnenrunde“ Zeit, denn mit den BLACKOUT PROBLEMS betreten ein paar Jungs die HEINZ-Bühne, die ich schon seit längerem im Auge habe, spätestens aber seit dem starken KAOS-Album (Review hier). Alternative Rock der Extraklasse und das von einer deutschen Band findet man heutzutage schließlich nicht an jeder Ecke. Ohrwurmartig frisst sich der Titelsong „Kaos“ in die Gehirnwindungen und begleitet mich den Rest des Abends über...(KAOS, sweet, sweet KAOS...). Nach einem kurzen Abstecher bei ESCAPE WITH ROMEO bin ich pünktlich zum Stagediving zurück. Grandiose Atmosphäre und pure Partystimmung, die sich nicht mehr toppen lässt, beschließen einen unvergesslichen Festivaltag, den ich noch eine ganze Weile im Bermuda3Eck ausklingen lasse, bevor ich mich für heute auf den Heimweg mache.

BLACKOUT PROBLEMS Fotos

ESCAPE WITH ROMEO Fotos

Sonntag, 22.07.2018

Auch der letzte Festivaltag hat es noch einmal in sich. Dicht gepackt reiht sich Termin an Termin. Den Auftakt zu einem furiosen Finaltag bestreiten UNPLACES. Hinter diesem Namen verbergen sich indessen keine Newcomer, sondern die Band NRT, die sich dazu entschlossen hat, unter neuem Namen zu neuen Ufern aufzubrechen. Das Trio bringt einen starken Mix aus Elektro und Rock auf die Bühne. Das Ganze bleibt gut tanzbar und kommt im Publikum sehr gut an.

UNPLACES Fotos

Punkt 17.00 Uhr geht es weiter mit ME & REAS. Die fünf Jungs aus Nürnberg spielen Indie-Pop der besonderen Art, sprich mit Wiedererkennungswert, der sich deutlich von der Masse abhebt. Hinzu kommt die erfrischende Bühnenpräsenz der Newcomer, die frei von der Leber weg musizieren und mit ihrem Debütalbum „Past Perfect“ punkten können. Die Songs sind aus starken Melodien gestrickt, die gekonnt die verhaltene Melancholie der Texte spiegeln. Darüber hinaus sorgt das Quintett für ein Highlight des Tages.

Kennt ihr das? Diese Momente, die einem schier die Tränen in die Augen treiben, weil man weiß, man selbst gehört in diesem Augenblick zu einer kleinen Gruppe von Menschen, die Magie exklusiv erleben dürfen? Einen solchen Moment gibt es nach dem Konzert der Jungs von ME & REAS. Mit der kurzen Frage an das Publikum: „Dürfen wir denn noch zu euch ´runterkommen?“ verbindet in diesem Augenblick keiner der Besucher etwas anderes als die Ankündigung der Band, sich noch am Merchandising-Stand blicken zu lassen.

Aber weit gefehlt, denn während oben auf der Bühne das Konzert der Band noch läuft, bauen unten inmitten des Publikums, fleißige Roadies eine Gesangsanlage auf. Unvermittelt stehen die fünf dann vor der Bühne und spielen noch eine unplugged Zugabe, die aufgrund des Zeitdrucks auf den Hauptbühnen einfach nicht drin ist. Schnell bildet sich ein geschlossener Kreis um die Band, der die Aktion im Anschluss mit frenetischem Jubel quittiert. One moment in time. Danke dafür!


ME & REAS Fotos

Währenddessen rocken auf der HEINZ-Bühne NATTY DEAD, die bis 2009 unter dem Namen NATTY DREAD aktiv waren. Mit neuer Besetzung und ungebrochener Energie mixen die Jungs aus Krakau Ska-, Reggae- und Punkeinflüsse in gekonnter Manier zu einem explosiven Cocktail, das niemandem im Publikum kalt lässt.

NATTY DEAD Fotos

Ein kurzer Abstecher bei EAU ROUGE ist auch noch drin. Hier trifft brachialer Gitarrensound auf Elektronik und Shoegaze, eine gewagte Mischung, die aber beim Bochumer Publikum großen Anklang findet.

EAU ROUGE Fotos

Nach dieser sehr abwechslungsreichen, ersten Runde geht es auf der 1LIVE-Bühne weiter mit MATIJA, vier Alternative-Rockern aus Hamburg, die vor der Bühne für ausgelassene Partystimmung sorgen. WUNDERWELT hingegen spielen elektronische Musik mit Ecken und Kanten, fernab der ausgetretenen Pfade und verzaubern das Publikum vor der HEINZ-Bühne spielerisch.

MATIJA Fotos

WUNDERWELT Fotos

Weiter geht es mit INDIANAGEFLÜSTER, dem zweiten Teilnehmer des Festivals, der im Pop-Camp gecoacht wurde. Unter dem Motto „Indie-Rock trifft Rap mit Cello“ entwickelte das Quintett eine eigenwillige, völlig neuartige Mischung bekannter Genres, die ihresgleichen sucht. Starker Auftritt.

INDIANAGEFLÜSTER Fotos

Bei einem Bierchen gegen den Durst bietet sich reichlich Gelegenheit, die buntesten Vögel der Stadt zu bestaunen. Krönung in dieser Hinsicht ist der Typ mit einem leibhaftigen Ara auf der Schulter inmitten einer Menge feierwütiger Festivalbesucher. Unglaublich.

Nun aber stehen DEAF HAVANA auf dem Programm. Die Jungs aus Großbritannien stiegen mit ihrem aktuellen Album auf Platz fünf der Britischen Charts ein, der Vorgänger landete auch schon in den Top Ten. BRUCE SPRINGSTEEN holte die Alternative-Rocker in sein Vorprogramm, ein Ritterschlag der besonderen Art. Entsprechend routiniert ziehen die fünf ihr Set durch, nicht ohne an den richtigen Stellen die rauen Töne auszupacken. Die demnächst anstehende Tour sollte zum Triumphzug für DEAF HAVANA werden.

DEAF HAVANA Fotos

Zu diesen doch sehr rockigen Klängen liefern PRADA MEINHOFF ein absolutes Kontrastprogramm, denn ihr Pop zwischen Aufbruchstimmung und Untergang wirkt bisweilen wie eine überdrehte Abrechnung mit einer Welt, deren Teil man zwar ist aber nicht sein will („Wir tanzen und wir fühlen nix.“) Sehr unterhaltsam.

PRADA MEINHOFF Fotos

LENNY aus Tschechien gibt unterdessen auf der SPARKASSEN-Bühne eine Kostprobe ihres Könnens. In ihrer Heimat schon ein Star, spielt sie sich hier sofort in die Herzen der Zuhörer/Innen.

LENNY Fotos

Danach geht es auf der 1LIVE-Bühne noch einmal richtig rund, denn nun steht im wahrsten Wortsinn eine MEUTE auf der Bühne, deren Aufstieg scheinbar unaufhaltsam scheint. Techno trifft Blasmusik. Typische Techno-Beats werden durch Bläsersätze zu hypnotischen Klangkaskaden gedengelt, dass es eine wahre Pracht ist. Für das Publikum gibt es nun kein Halten mehr, denn die Songs, ineinander übergehend, liefern den Soundtrack einer großartigen Abschlussparty.

MEUTE Fotos

FAZIT: BOCHUM TOTAL hat auch in der 33. Auflage nichts von seiner Intensität, Einzigartigkeit und Faszination verloren. Ein gelungener Mix verschiedener Genres bildet, wie seit den Anfängen, die Grundlage des Erfolgs, der sich auch in schlichten Zahlen ausdrücken lässt: Laut Polizeiangaben tummelten sich während der vier Festivaltage über 610.000 Besucher in Bochum und machten das BERMUDA3ECK zur angesagtesten Partymeile der Republik. Der Termin für das Jahr 2019 steht ebenfalls schon fest: BOCHUM TOTAL 2019 findet vom 04.07. bis 07.07.2019 statt. Satisfaction guaranteed.

Mein Dank geht an:

Die vielen freundlichen Menschen, die sich bereitwillig in Pose gestellt haben...you know who you are..., meine Medienkollegen, die den reibungslosen Ablauf im Bühnengraben in gegenseitiger Rücksichtnahme zu jeder Zeit gewährleisteten, die freundlichen Jungs der Security, insbesondere „Balou“ an der 1LIVE-Bühne und mein Freund „Wir sehen uns noch...“ an der Heinz-Bühne, die Menschen, die bei hochsommerlichen Temperaturen für das leibliche Wohl sorgten, die Organisatoren, die es wiederum geschafft haben, ein perfektes Festival aus dem Boden zu stampfen, die Jungs und Mädels der Polizei sowie der Johanniter, die wahrscheinlich lieber selbst mitgefeiert hätten sowie Pressesprecherin Sabine und last but definetely not least Dietmar Seifer.


 

 

Stefan Haarmann (Info)

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