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VÖLKERBALL | Lanxess Arena Köln 2020 - Lanxess Arena Köln - 06.08.2020

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Es gibt wieder so etwas wie Hoffnung für die arg gebeutelte Veranstaltungsbranche. Die durch COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen quasi mit einem Berufsverbot belegten Künstler, Bands, Agenturen, Caterer und Locations suchen seit dem bundesweiten Verbot von Großveranstaltungen händeringend nach Lösungen, wie man unter Einhaltung der Hygienevorschriften Liveevents möglich machen kann, um schrittweisen den Weg zurück in eine Normalität zu ebnen, die wahrscheinlich auch auf Dauer nichts mehr mit dem Status Quo der Zeit vor dem erstmaligen Auftritt des neuen Global Players zu tun haben wird.

Arena Now! heißt einer dieser genialen Ansätze, die es ermöglichen, auch in der aktuellen Situation durch ein speziell auf die Hygienevorschriften zum Schutz vor COVID-19 abgestelltes Infektionsschutkonzept, das Zuschauer in limitierten Cubes platziert um so ein Konzerterlebnis möglich zu machen. Selbstverständlich werden hier die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten, es gibt getrennte Zu- und Abgänge, sowie eine Rückverfolgbarkeit eventueller Infektionswege durch personalisierte Tickets.

VÖLKERBALL – a Tribute to RAMMSTEIN packen als eine der ersten Bands die Gelegenheit beim Schopf, auch in Zeiten von COVID-19 ihre spektakuläre Show auf die Bühne zu bringen. An diesem Abend haben die Jungs um Frontmann René Anlauff die Gelegenheit, die 360° - Bühne der Lanxess-Arena in Schutt und Asche zu legen, was hinsichtlich der Pyro-Dichte der sich im Kern aus Musikern der HELDMASCHINE rekrutierenden Band fast zwangsläufig erscheint. Neben dem Frontmann greifen seine Mitstreiter Tobias Kaiser (Gitarre), Björn Müller (Gitarre), Tilmann Carbow (Bass), Andreas Schanowski (Keyboards) sowie Dirk Oechsle (Drums) zu den Instrumenten.

Gestartet wird die Show mit einer brachialen Version des RAMMSTEIN-Klassikers „Rammlied“, in den die Band scheinbar ihre über die vergangenen Monate angestaute Spielfreude hineinlegt. Während der Shouter alle Ecken der Bühne erkundet, zünden die ersten Pyros und tauchen die Szenerie in ein Meer aus züngelnden, britzelnden Lichtern, was die Zuschauer mit tosendem Applaus quittieren, „Feuer frei“ direkt im Anschluss ist ja schon aufgrund des Titel zu einer Steigerung prädestiniert, was auch in der Umsetzung prächtig gelingt.

Allgegenwärtig ist die Erleichterung zu spüren, endlich wieder vor ein Livepublikum treten zu dürfen, das sich nicht in Autos verschanzen muss, sondern in den oben erwähnten Cubes das Geschehen genießen kann. „Zerstören“ und „Waidmanns Heil“ sorgen weiterhin für prächtige Showelemente, allen voran Drummer Dirk Oechsle, dessen feiner Sprühnebel einmal mehr für einen der optisch unverwechselbaren Momente des Abends sorgt.

Wiener Blut“ und „Haifisch“ rocken ebenso zwingend wie „Radio“, einem der absoluten Publikumsfavoriten. Natürlich gibt es zu „Mein Herz brennt“ das entsprechende brennende Herz vom Zeremonienmeister der Pyrotechnik, dem an dieser Stelle einmal ein ganz besonderes Lob ausgesprochen werden soll. Die Choreografie passt wunderbar zur Show und rundet die perfekte Performance der Band sensationell ab. Chapeau!

Amerika“, „Asche zu Asche“, „Mein Teil“ und „Ich will“ schütteln die Lanxess Arena weiter so richtig durch, bevor es dann bei „Puppe“ showtechnisch einen weiteren optischen Höhepunkt entgegengeht, brennender, überdimensionaler Kinderwagen inklusive. „Du hast“ als vorletzter Titel der regulären Setlist, sowie das grandiose „Ohne Dich“, das emotionaler als das Original das Highlight des Abends markiert, lassen mit Verklingen des letzten Tons eine tosenden Lanxess Arena zurück, in der sich die Besatzungen der Cubes in den Armen liegen.

Der Zugabenteil gerät mit „Sonne“, „Deutschland“ und „Engel“ enorm intensiv und beendet eine fantastische Show, die in der größten Livearena Europas für eine Sternstunde sorgt.

FAZIT: Auch für die Konzertbranche gibt es ein Leben nach - respektive mit COVID-19. Dank ARENA NOW! feiern in der ausverkauften Lanxess Arena dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts restlos begeisterte Fans ein Liveevent der Spitzenklasse. Dass es für die Zukunft wirtschaftlichere Ansätze zu erarbeiten gilt, gibt ARENA-Geschäftsführer Stefan Löcher unumwunden zu, der einräumt: Es geht bei ARENA NOW! darum, die Eventleidenschaft der Leute zu bewahren und den Künstlern eine Plattform zu geben, durch die sie endlich wieder vor Live-Publikum performen können. Für die Zukunft müssen dann andere Konzepte erarbeitet werden, die für alle Parteien wirtschaftlich zu verantworten sind.“ Der Anfang auf diesem steinigen Weg jedenfalls ist grandios gelungen.

Stefan Haarmann - Stellvertretender Chefredakteur (Info)

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