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The Armada: The Armada (Review)

Artist:

The Armada

The Armada: The Armada
Album:

The Armada

Medium: CD
Stil:

Psychedelic Heavy Alternative Blues Rock

Label: Kingdom Records /Just For Kicks
Spieldauer: CD1: 45:57 / CD2: 33:42
Erschienen: 17.07.2009
Website: [Link]

Die Begegnung mit THE ARMADAs gleichnamigen Debütalbum löst Erstaunen aus: vermutet man hinter dem voluminösen Digipack, mit dem gewitterwolkigen, apokalyptischen Schlachtengemälde-Cover, symphonische Prog-Metaller á la AMASEFFER, AYREON oder gar SYMPHNONY X.
Doch weit gefehlt, denn THE ARMADA sind ein dynamisches Duo, bestehend aus Drummer und Percussionist Wayne Sheehy und Jeff Martin, der alle anderen Instrumente und den Gesang beisteuert.
Wem’s bei dem Namen Jeff Martin zur Teestunde klingelt, hat gute Ohren und ebensolche Assoziationsfähigkeiten, war Martin doch Mitglied der kanadischen Band „THE TEA PARTY“, die sich 2005 aufgelöst hat. Die Zeit vergeht im Sauseschritt...

Nach einigen Soloaktivitäten ist der Kandier jetzt also wieder unter einem Gruppennamen unterwegs. Denn auch wenn sich nur zwei Leute, plus dezente Hilfe an der Harmonica, hinter THE ARMADA verbergen, reicht es doch für einen vollen Bandsound. Und der hat es in sich.
Macht die ARMADA doch da weiter, wo THE TEA PARTY aufhörte. Wuchtiger Rock mit Anleihen bei LED ZEPPELIN, den DOORS (vor allem auf der Bonus Live-CD werden Jim Morrison und seine Mannen hofiert, u.a. mit einer exzellenten „Five To One“-Einlage) und geschmackssicheren Ausflügen Richtung Stadion-Rock.
Was bei anderen Bands altbacken und mitunter peinlich wirken würde, setzen Martin und Sheehy mit Hochdruck, Präzision und Kraft um. Bereits der dunkel drängende „Going Down Blues“ ist ein packendes Beispiel, wie man die Einflüsse LED ZEPPELINS einbaut, ohne zur nostalgischen Retro-Kapelle zu mutieren. Während die orientalischen Einflüsse, obwohl gelegentlich noch vorhanden, gegenüber THE TEA PARTY zurück gefahren wurden, nehmen psychedelische, dunkel-gotische und melodische Anteile zu. Im bleischwer wogenden und gleichzeitig mit asiatischer Leichtigkeit aufspielenden „Chinese Whispers“ bestens zu begutachten.
„Broken“ schließlich ist die emotionale Verbeugung vor U2 und den SIMPLE MINDS zu deren besten Phasen, ohne Gefahr zu laufen in pathetischem Kitsch zu ersaufen.

Ähnlich hochwertig geht es weiter, ob das elegische „Line In The Sand“ mit seinem fesselnden Refrain, das düstere „Morocco“ (remembering „Kashmir“), der verzerrte, akustische „Black Snake Blues“ oder der beseelte Schlusspunkt „I Want You“ (trotz bruchlosem Übergang als Hidden Track ausgewiesen).
Lediglich „The Rosary“ und „Baby’s Come Undone“ fallen ein wenig ab, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, sind beide Songs immer noch hörenswert, erweitern nur die vorangegangenen Höhepunkten nicht um neue Aspekte.

Die „Live At The Fly By Night“-EP zeigt Sheehy und Martin in bester Spiel- und Improvisationslaune. So beeindruckt das innig aufgeführte „The Rosary“ wesentlich mehr, als die eher unauffällige Version auf dem regulären Album; und zeigt wahre Größe durch Reduktion. Die abgespeckten und semi-akustisch vorgetragenen Songs sind eine wunderbare Ergänzung zum Hauptwerk. Nach einer guten halben Stunde ist leider Schluss. Es hätte ruhig so weiter gehen können.

FAZIT: Vier Jahre nach dem Ende der TEA PARTY zeigt sich Jeff Martin gemeinsam mit Drummer Wayne Sheehy mit neuem Schlachtschiff in der Öffentlichkeit. Martin nimmt seine bandbestimmte und solistische Vergangenheit auf und führt sie behände zu neuen Ufern. THE ARMADA bietet ein üppiges, melodienseliges Vergnügen, das geschmackssicher zwischen Hardrock, gefühlvollen Balladen, Psychedelic und Blues segelt und letztlich in den Gestaden ganz großer Rockmusik ankommt.

Erhältlich über www.justforkicks.de

Jochen König (Info) (Review 4681x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1:
  • Going Down Blues
  • Chinese Whispers
  • Broken
  • A Line in the Sand
  • Morocco
  • Black Snake Blues (Reprise)
  • The Rosary
  • Baby's Come Undone
  • Closure
  • Invocation
  • I Want You (Hidden (?) Bonus Track)
  • -
  • Live At the Fly By Night-EP:
  • Morocco
  • I Want You
  • The Rosary
  • Black Snake Blues
  • Going Down Blues

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Kalle
gepostet am: 28.07.2009

User-Wertung:
13 Punkte

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