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Leaves' Eyes: Meredead (Review)

Artist:

Leaves' Eyes

Leaves' Eyes: Meredead
Album:

Meredead

Medium: CD
Stil:

Gothic Metal

Label: Napalm Records / Edel
Spieldauer: 54:42
Erschienen: 22.04.2011
Website: [Link]

Schwere Geschütze fahren LEAVES' EYES mit ihrem vierten Album "Meredead" auf - allerdings nicht in schwermetallischer Hinsicht (dafür stehen nämlich die Gitarren zu weit im Hintergrund), sondern in Sachen Bombast. Dramatische Gesänge vom Chor al dente, Victor Smolskis Lingua Mortis Orchester, allerlei Folk- und Mittelalter-Instrumentarium und Gastbeiträge von John Kelly und seiner Frau Maite Itoiz (ja, die sind von der Kelly Family), Liv Kristines Schwester Carmen Elise Espenæs und der ebenfalls aus Norwegen stammenden Sängerin Anette Guldbransen - so soll der Sturm auf den Genrethron angegangen werden.

Die Kategorisierung Gothic Metal ist für "Meredead" eigentlich zu einschränkend - Female-Fronted Symphonic Gothic Folk Metal trifft es da eigentlich besser. Cineastischer Bombast à la Nightwish trifft auf die leicht kitschige Dramatik von Krypteria und vermischt sich mit irischen und nordischen Folkelementen, die sich auch in Soundtracks zu entsprechenden Filmen gut machen würden. Liv Kristines glockenhelle Stimme thront darüber, zahlreiche wirklich gelungene Melodien laden zum elegischen Schwelgen und Schunkeln ein - nur zum Headbangen wird man nicht animiert. Es wundert schon ein wenig, dass Produzent Alex Krull die Gitarren im Gesamtsound recht weit hinten platziert hat, lediglich in den Leadpassagen drängen sie in den Vordergrund. Überaus präsent sind dagegen die Drums.

Die knapp einstündige Reise beginnt mit den einleitenden Chören von "Spirit's Masquerade", ein Dudelsack verlangt ebenfalls nach Aufmerksamkeit. Zwischen Uptempo und hymnischem Bombast pendelnd, ist der Sechseinhalbminüter ein mächtiger Opener, der die Marschrichtung für das Album vorgibt. Eingänger wird es dann mit "Étaín" mit schöner Geige und besonders dem potenziellen Hit "Velvet Heart" mit plingendem Xylophon und gutem Refrain. Nordisch-folklorisch erklingt "Kråkevisa", eine schöne Nummer mit hübscher Akustikgitarre - Begriffe wie "schön" und "hübsch" sind übrigens über weite Strecken die passendsten Attribute für "Meredead". Das Cover von Mike Oldfields "To France" passt natürlich perfekt zu einer Band wie LEAVES' EYES, die Version von Blind Guardian hat aber mehr Biss. Nach dem getragenen Titeltrack folgt mit "Sigrlinn" ein abwechslunsgreicher Longtrack, bei dem Alex Krull seinen obligatorischen Growl-Einsatz hat. Zu diesem Song passt der Begriff Metal übrigens noch am ehesten. Eine kurze Verschnaufpause gibt es mit dem anheimelnd gesungenen "Mine Tåror er ei Grimme", "Empty Horizon" erweitert die Attributs-Palette um den Begriff "Melancholie". Das Zwischenspiel "Veritas" leitet über zu "Nystev", hier geht es ins rockende Mittelalter, bevor das abschließende "Tell-Tale Eyes" nach Irland entführt.

FAZIT: Wie gesagt: schön. Und in dem Sinne mehrheitsfähig, als dass Metaller mit Faible für Blockbuster-Bombast und Goten, die eh eine Affinität zur Ästhetik des Genres in optischer und akustischer Hinsicht haben, hier bestens bedient werden. Angesichts der überbordenden Opulenz fragt man sich nur ernsthaft, wie LEAVES' EYES die Songs live umsetzen wollen, ohne sich durch den massiven Einsatz von Musik aus der Konserve einzuschränken. Dürfte schwierig werden.

Andreas Schulz (Info) (Review 4846x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Spirit's Masquerade
  • Étaín
  • Velvet Heart
  • Kråkevisa
  • To France
  • Meredead
  • Sigrlinn
  • Mine Tåror er ei Grimme
  • Empty Horizon
  • Veritas
  • Nystev
  • Tell-Tale Eyes

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Mel
gepostet am: 25.09.2011

User-Wertung:
4 Punkte

Ich persönlich habe bei Meredead mehr erwartet. Zumal klingt der Name schon recht viel versprechend und auch was die älteren Alben und Singles an Songs geliefert haben ist berauschend - so aber leider nicht bei Meredead.
Es fehlt das typische Rauhe kombiniert mit dem Ruhigen, die schön eingebrachte Stimme von Liv und Chören und Traditionellem, was die Band so ausmacht und auch auf ihre Herkunft, den Norden, anspielt.
Zwar gibt es auf dem Album einige Passagen, die sich wieder diesem Typischen annähren, es aber nicht auf nehmen. Großteils ist es einfach zu ruhig und an sehr schönen Stellen fehlt dann entweder eine Untermalung durch Livs oder Alex Stimme oder Liv hätte lieber mal nicht singen sollen. Finde ich sehr schade, dass man sich so vertun kann - auch was die TAtsache betrifft, das ALex hätte mehr singen können, sollen.
Letzendlich muss esaber jeder für sich entscheiden, typisch Leaves Eyes ist es jedoch nicht.
lG, Mel

PS: Bands müssen auch etwas neues ausprobieren, aber nicht mit einem cover von "To France", was ja nunmal gar nicht zu der Band passt.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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