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Martin Krümmling: The Vision Behind (Review)
Artist: | Martin Krümmling |
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Album: | The Vision Behind |
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Medium: | CD | |
Stil: | Jazz |
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Label: | Unit Records / Alive | |
Spieldauer: | 48:07 | |
Erschienen: | 16.03.2012 | |
Website: | [Link] |
Der Thüringer Schlagzeuger MARTIN KRÜMMLING rekrutiert seine eigene Band sowohl aus gestandenen internationalen Musikern als auch einem vertrauten Bläserstamm. Mit dieser gemischten Truppe hatte er in Album aufgenommen, dass sich durch intimen, unaufdringlichen Jazz auszeichnet.
Für ein Soloalbum eines Drummers, der zudem selbst als Komponist fungiert, tönen Stücke wie „Where Do We Go From Here“ (expressives Klavierspiel, fantastische Rhythmusarbeit mit speziellem Augenmerk auf den Becken und synkopischem Bassspiel) überraschend entspannt. Während des Abschlusses „Wenn ich nur wüsste“ weiß er sich vorübergehend ganz herauszuhalten, bevor die Combo zum Finale ansetzt. KRÜMMLING mag seine Snare und streichelt sie auf jede erdenkliche Weise – auch im Titelstück, das ansonsten nach klassischem Saxofon-Swing klingt, wohingegen „Maybe Next Time“ fast materialhaft in seiner vordergründigen Strukturlosigkeit wirkt. Allerdings kristallisiert sich im Laufe der Komposition ein verhaltener Puls heraus, den der Schlagzeuger genauso zaghaft andeutet wie der New Yorker White an den vier Saiten.
Dieser brilliert auch im balladesken „Warmer Herbst?“, solistisch wie im Zusammenspiel, bis am Ende ein schmissiger Ritt übers Manual des Piano erfolgt. Mit „Pent Up House“ steht ein Höhepunkt an, sowohl wegen der zusätzlichen Klangfarbe (Flöte) als auch mit Hinblick auf das spannungsreiche Arrangement. Ein Titel wie „... Und es kam anders ...“ mutet im Vergleich zur betreffenden Musik rein assoziativ an; was KRÜMMLING mit der Benennung meinte, erschließt sich nicht, doch die mannigfaltigen Klangfarben laden zur persönlichen Auslegung ein – Programmmusik für den fantasiebegabten Hörer, wunderbar.
FAZIT: „The Vision Behind“ wird seinem Titel gerecht: Trio-Jazz der hintersinnigen Art steht auf dem Plan, und MARTIN KRÜMMLING führt die Stilvorgabe mit handwerklichem Geschick wie emotionaler Brisanz aus.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Where Do We Go From Here
- The Vision Behind
- Maybe Next Time
- Warmer Herbst?
- Pent Up House
- ... Und es kam anders ...
- Wenn ich nur wüsste
- Bass - Desmond White
- Keys - Can Olgun
- Schlagzeug - Martin Krümmling
- Sonstige - Anna Weber (Saxofon, Flöte), Mark Turner (Saxofon)
- The Vision Behind (2012) - 12/15 Punkten
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