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Michael's Statement: Beauty of Sadness (Review)

Artist:

Michael's Statement

Michael's Statement: Beauty of Sadness
Album:

Beauty of Sadness

Medium: CD
Stil:

Art Rock

Label: Eigenpressung/Just For Kicks
Spieldauer: 54:49
Erschienen: 28.09.2012
Website: [Link]

Michael Vuckovac, federführend bei der vorzüglichen NIGHT PATROL tätig, ist auf Solopfaden unterwegs. Mit Material, das er nicht als hundertprozentig passend für die Stammband empfand. Wahnsinnig weit ist es allerdings nicht entfernt, und NIGHT PATROL-Gitarrist Stefan „Grobi“ Grob unterstützt Vuckovac auf zwei Songs.

Nahebei ist MICHAEL’S STATEMENT wegen des engen KING CRIMSON-Bezugs und der Vorliebe für instrumentale Exkursionen, die vor deftiger Schräglage, dunkler Härte – nicht der „neuen deutschen“ Art sondern vielmehr sternenlos und bibelschwarz –, und manchmal etwas ziellosem, gegenläufigem Herumtändeln nicht zurückschrecken. Doch gelingt es immer wieder zur Mitte zurückzufinden und durch hymnische Parts und betörende lyrische Momente die seltene Orientierungslosigkeit sachte abzufedern.
Das Soundgewand unterscheidet sich indes von den vorigen Veröffentlichungen, ist „Beauty of Sadness“ doch von Keyboards dominiert. Vor allem das Mellotron pendelt ausladend zwischen der „Hall Of The Crimson King“ und düsteren, skandinavischen Anekdoten.

Ein herzerwärmendes Statement legt Michael nicht vor. Sein Sound nährt sich eher aus lovecraftschen Alpträumen; liefert experimentellen Horror, der seine Stilmittel kennt und mit ihnen spielt, um zwischen Beklemmung, blanker Angst und Erlösung seine barocke Fassade zu errichten. Musikalisch zwar im Progressive Rock verhaftet, haben VUCKOVAC und seine Mitmusiker (u.a. SPOCK’S BEARD Dave Meros) keine Scheu vor Ausflügen in die World Music, Jazz oder die elektronische Musik. Das ausladende „Baba Fuma's Tale” ist ein Paradebeispiel dafür, wandert es doch vom opulenten Retroprog über atonale Intermezzi zum elektronischen Beat wie ihn etwa TANGERINE DREAM auf den besseren der späten Alben spielten. „Old Road Home“ ist eine schwermütige, breitwandige Ballade, die den ruhigen Nährboden für das nervöse Beinahe-Hörspiel „Trees“ schafft. Schwerer Stoff aus der Baumschule in der Alpträume wachsen. Die „Crystal Lake“ anschließend mit getragener Theatralik verpflanzt.

Zum Abschluss lockt der der Longtrack „Enter Sadness“, der das vorherige bleischwere Auf und Ab in knapp achtzehn Minuten noch einmal auf mehrere Punkte bringt. Denn einer reicht für Michaels breitgefächertes Statement zur schönen Traurigkeit bei weitem nicht aus.

FAZIT: „Beauty of Sadness“ ist ein harter Brocken und ein Fest für Freunde wallender und wogender Keyboardklänge. Gitarren sorgen zwar für einschneidende Erlebnisse, doch besonders das Mellotron bestimmt mit opulenter Macht das Musikgeschehen. Neben hymnischen Klangstürmen darf es auch rumpeln und wie besoffen Richtung Chaos schwanken, das aber nie ausbricht sondern unter Kontrolle bleibt. Kein Album für die Mittagspause oder flauschige Stunden zu zweit, sondern ein Schwerblüter, der ein wenig eigener Anstrengung bedarf um zu wirken. Aber das ist ja nicht die schlechteste Voraussetzung. Abwarten wie sich das Album auf Dauer macht.
Für den Moment: Die passende Alternative zum fröhlich-seligen Weihnachtsprogramm.
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Jochen König (Info) (Review 2278x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Black Sea Incident
  • Baba Fuma's Tale
  • Old Road Home
  • Trees
  • Crystal Lake
  • Enter Sadness

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Dave
gepostet am: 29.12.2012

User-Wertung:
15 Punkte

I bought Michael´s album yesterday.I have to say this is a masterpiece of art and music.
Daniel Krauße
gepostet am: 29.12.2012

User-Wertung:
14 Punkte

Das beste was ich an Prog seit Jahren aus Deutschland gehört habe.Respekt!
Roxanna Lawiena
gepostet am: 29.12.2012

User-Wertung:
13 Punkte

Super Album.Bin über Youtube auf das Video "Old Road Home" gestoßen.War überrascht als ich das Album komplett angehört habe, das nicht alles in eine Richtung geht.Nach 20mal anhören kann ich sagen das ich in die Materie jetzt eingedrungen bin.Einmalig
Navina
gepostet am: 01.01.2013

User-Wertung:
15 Punkte

hab sie auf i-tunes runtergeladen....haaaammer! :-D
Nils [musikreviews.de]
gepostet am: 02.01.2013

Bitte das Posten unter verschiedenen Namen unterlassen. Dass vier Leute innerhalb so kurzer Zeit dieselben Schreibfehler machen (fehlende Leerzeichen nach einem Punkt) ist ja wohl mehr als unwahrscheinlich. Anfänger! :-P
Michael´s Statement (Michael)
gepostet am: 04.01.2013

Danke für das Review. Grüße aus Pforzheim. :-)
Chris Rode
gepostet am: 04.01.2013

Danke für den Tipp
Matze
gepostet am: 28.02.2013

User-Wertung:
12 Punkte

Schwermütiger Stoff...aber gut..
Lars Kolick
gepostet am: 11.04.2013

User-Wertung:
13 Punkte

Sehr gut. Danke
Tomislav Grgic
gepostet am: 29.04.2013

I will check this one out. Thanks
Lukas
gepostet am: 28.09.2016

User-Wertung:
13 Punkte

Super. :)
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