Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

BRDigung: Chaostheorie (Review)

Artist:

BRDigung

BRDigung: Chaostheorie
Album:

Chaostheorie

Medium: CD/Download
Stil:

Deutschrock

Label: Rookies & Kings
Spieldauer: 53:39
Erschienen: 15.04.2016
Website: [Link]

Ruhrgebiets-Deutschrock, angenehm frei von Schwulst und zweifelhafter Selbstbeweihräucherung, ohne "Wir gegen die anderen"-Attitüde und vermutlich dennoch genau der Stoff, den die Zielgruppe von FREI.WILD über KRAWALLBRÜDER bis UNANTASTBAR braucht. Ob BRDIGUNG darauf spekulieren, in solchen Kreisen zu landen oder nicht: Ihr aktuelles Album ist wesentlich besser und im Vergleich zu den Machwerken der Genannten auch ohne Bezug zur "Szene" ein unterhaltsames Hörerlebnis.

Die Kempener setzen verstärkt auf einen fast metallischen Sound, der sich ab und an durch Doublebass-Einlagen hervortut ("Vom Fliegen & Fallen", "Der Tag danach", "Scheiß auf die scheiß dritte Welt" - textlich brisant - und "Die Fürstin von Monaco"), was am Ende auch ein Gros des Gesamteindrucks macht, den "Chaostheorie" hinterlässt.

Das treibende Titelstück gibt den Grundtenor mit klischeefreien Hoffnungsbekundungen vor, aber BRDIGUNG verstehen sich auch auf nachdenklich machende, dennoch ironische Texte wie jenen von "Autonom extrem" und generell weniger typisch deutsches Pathos - nicht einmal beim offensichtlichen "Wir sind angepisst". Vielmehr geht es hier und dort in bester Liedermacher-Tradition ohne mahnenden Zeigefinger ("Das Spiel mit dem Feuer", "Gemeinsam gegen die Zeit") zur Sache.

So gleichförmig und manchmal auch vorhersehbar das Ganze auch klingt, sind sich die Musiker nicht zu schade für Ska-Elemente wie in "Hässliche Fans" und schreiben aufs Mitsingen ausgelegte Stücke, die im Verbund mehr Auflockerndes wie die versonnenen Außenseiter "Kein Land in Sicht" und "Der letzte Chor" zum Schluss gebraucht hätten. Der Klientel kann's egal sein, und …

FAZIT: … vor dem Hintergrund dessen, was in Sachen Muttersprache und Rockmusik aktuell immer noch an Stuss verzapft wird, tun sich BRDIGUNG mit ihren neusten Songs durch erfreulich wenige Stereotypen hervor, während sie einen gekonnten Spagat zwischen (vor allem lyrischem) Eigensinn und musikalisch massentauglicher Konvention begehen. Stimmige Songs, lauteres Image und stilvoller als der Rest vom Schützenfest, nicht mehr und nicht weniger.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2467x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Chaostheorie
  • Vom Fliegen & Fallen
  • Autonom extrem
  • Hässliche Fans
  • Das Spiel mit dem Feuer
  • Der Tag danach
  • Gemeinsam gegen die Zeit
  • Scheiß auf die scheiß dritte Welt
  • Weil du ein Opfer bist
  • Die Fürstin von Monaco
  • Freundschaft & Bier
  • Wir sind angepisst
  • Kein Land in Sicht
  • Stadt aus Kristall

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Monate hat das Jahr?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!