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Ángel Ontalva & Vespero: Sada (Review)

Artist:

Ángel Ontalva & Vespero

Ángel Ontalva & Vespero: Sada
Album:

Sada

Medium: CD/Download
Stil:

Space Rock / Ambient

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 45:23
Erschienen: 02.02.2020
Website: [Link]

Diese interkontinentale Zusammenrottung veröffentlicht nicht zum ersten Mal ein gemeinsames Musikerzeugnis. Osteuropas Vorzeige-Astronauten VESPERO arbeiten auf "Sada" einmal mehr mit dem aus ungleich sonnigeren Gefilden stammenden Gitarristen Ángel Ontalva, um ihrem psychedelischen Freiform-Instrumentalrock eine zusätzliche Klangfarbe abzugewinnen. Die jeweils von den sechs Russen zusammen mit ihrem Zuarbeiter komponierten Stücke weisen darüber hinaus wie fast schon obligatorisch allesamt leichte bis mittlere Überlänge auf.

Die Gruppe um Strippenzieher, Bassist und Synth-Experte Arkadij Fedotow und seinen Schlagzeug spielenden Bruder Iwan klingt im Rahmen ihres jüngsten Projekts zwar nicht unbedingt südländisch, doch das auf dem Album kompilierte Material besitzt einen zumindest leisen Latin-Fusion-Unterton - nicht zuletzt wegen Ontalvas Hang, nicht nur in seine Solos sehr viele Noten zu zwängen.

Die auffallend "live" klingende Produktion, welche die Protagonisten selbst übernommen haben, verstärkt den spontan improvisierten Charakter weiter Teile der Platte. Das träumerisch tänzerische 'theme for sada' mit Pianist Witalij Borodin prägendem Geigenspiel und federndem Jazz-Drumming im letzten Drittel steht in seiner auf dramatische Steigerung beruhenden Struktur andererseits exemplarisch für sämtliche Stücke.

"Sada" wurde also relativ zwanglos in Angriff genommen, aber durchaus mit Sinn für Ordnung. Das auf mehreren absteigenden Melodie-Motiven beruhende 'uwasa no onna' beispielsweise lässt sich fast mitsingen, und das zarte 'her eyes sparkled in a strange way' geht nicht nur wegen seines Titels als Ballade ohne Gesang durch, wobei Gitarrist Alexander Kutzolews ausgiebiger Gebrauch der Violining-Technik beim Lead-Spiel unweigerlich Vergleiche mit jüngeren Pink Floyd heraufbeschwört.

Mit dem schmatzendem Klampfen-Intro von 'day of truth' wiederum täuscht das Ensemble zunächst eine Hendrix-Gedächtnis-Nummer an, doch wie sich im Folgenden herausstellt, handelt es sich ausgerechnet hierbei um eine nahezu klassizistische Komposition … und wie es sich für raumgreifenden Prog geziemt, stehen zwei waschechte Sound-Odysseen am Ende: 'a sense of clarity' und der alles vereinende, genau zehnminütige Abschluss 'futari kiri'.

FAZIT: Abstrakt, dezent verschroben - aber im Guten - und ungeachtet ihres zusätzlichen Mitmusikers bleiben VESPERO auf "Sada" unverkennbar. Wer Space Rock ohne Vocals und mit einem Mehr an Jazz als etwa Hawkwind schätzen zu können glaubt, für den ist "Sada" eine Empfehlung wert.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 502x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • uwasa no onna
  • theme for sada
  • her eyes sparkled in a strange way
  • day of truth
  • a sense of clarity
  • futari kiri

Besetzung:

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