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Devin Townsend: Order of Magnitude - Empath Live Volume 1 (Review)

Artist:

Devin Townsend

Devin Townsend: Order of Magnitude - Empath Live Volume 1
Album:

Order of Magnitude - Empath Live Volume 1

Medium: Download/2CD+DVD/4-LP-Set
Stil:

Progressive Rock

Label: Inside Out / Sony
Spieldauer: 108:55
Erschienen: 23.10.2020
Website: [Link]

Für außergewöhnliche Live-Events ist DEVIN TOWNSEND bekanntlich stets zu haben - siehe die "By A Thread"-Marathon-Konzerte oder das "Retinal Circus"-Projekt -, doch die Aufführung des Materials seines jüngsten Studioalbums stellte den Kanadier vor neue Herausforderungen.

Andererseits strebte er sie quasi an, denn nach jahrelangem Verlassen auf Samples, metronomische Klicks und den Computer als integralen Bestandteilen von Bühnendarbietungen galt es, bewusst Leerstellen zu lassen und jene Unvollkommenheit zu erlauben, die eigentlich jeder Vorstellung von Musik im Auge und Ohr eines Publikums zugrunde liegt. Bei "Order of Magnitude" handelt es sich um einen Mitschnitt der vorletzten Show einer erfolgreichen wie strapaziösen, in drei Segmente ("volumes") unterteilten Tournee fürs Album "Empath" im geschichtsträchtigen Londoner Roundhouse im Dezember 2019.

Wie gut die Songs dieser im Guten wie Schlechten überladenen Platte als solche eigentlich sind, wird auf der Bühne besonders deutlich, wenn sie auf ihren Kern hin verdichtet werden. Blendet man die üblichen Sex-Anspielungen, bekloppten Publikumsspiele und Soundeffekte aus (auch wenn die spürbar tolle Stimmung am Ende einen Teil des zwingenden Charakters dieser Veröffentlichung ausmacht), entdeckt man auch das wahnsinnig eindringliche 'Coast', das hypnotische 'War' und den Über-Lovesong 'Deadhead' von "Accelerated Evolution" oder 'Spirits Will Collide' (akustische Fassung) fast gänzlich neu.

Dass das Ensemble einiges anders arrangiert hat, macht sich bezahlt, da es nie die Grenze zur Unkenntlichkeit überschreitet, weshalb selbst konservative Gemüter im Publikum begeistert gewesen sein dürften … und auch zuhause sein werden, woei man beim Kauf natürlich nicht nur die Audio-Variante berücksichtigen sollte, sondern DVD bzw. Blu-ray, denn die Videospur gehört davon abgesehen, dass sie höchsten Ansprüchen genügt, einfach dazu.

Zu den vielen Highlights gehören auch das jazz-loungige 'Ain't Never Gonna Win' und das aberwitzige 'Why?', während sogar 'Lucky Animals' ausnahmsweise nicht nervt; apropos: gecovert wird auch die 1976er Nerv-Nummer 'Disco Inferno' von The Trammps. Unabhängig von alledem wartet Townsend hier vermutlich mit der stärksten Live-Besetzung aller Zeiten auf: Gitarrist Mike Kenneally und Schlagzeuger Morgen Ågren aus dem Umfeld von Frank Zappa, Deutsche Touch-Guitar-Vorkämpfer Markus Reuter (Stick Men, centrozoon u.a.), Haken-Keyboarder Diego Tejeida sowie die wie immer bezaubernde Singer-Songwriterin Ché Aimee Dorval neben drei weiteren Frauenstimmen.

FAZIT: Ein Rundum-glücklich-Live-Program, wie man es von DEVIN TOWNSEND gewohnt ist, aber in dieser Form noch nicht kennt. Der Ausnahmekünstler erfand sich 2019 auf der Bühne neu und stellte seine manisch-depressive Ader dabei - ob gewollt oder nicht - so offen zur Schau wie selten zuvor.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 519x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Borderlands
  • Evermore
  • War
  • Sprite
  • Gigpig Jam
  • Coast
  • Gato
  • Heavens End
  • Ain't Never Gonna Win
  • Deadhead
  • Why?
  • Lucky Animals
  • Castaway/Genesis
  • Spirits Will Collide
  • Disco Inferno
  • Kingdom

Besetzung:

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