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Stereolab: Dots And Loops (1997) – Expanded Edition (Review)

Artist:

Stereolab

Stereolab: Dots And Loops (1997) – Expanded Edition
Album:

Dots And Loops (1997) – Expanded Edition

Medium: 3-LP-Set
Stil:

Krautrock, Avant Pop, Post Rock, Indie, Punk, Alternative, Electronic, Easy Listening

Label: Warp Records/Duophonic UHF Disks
Spieldauer: 103:55
Erschienen: 29.11.2019
Website: [Link]

„Dots And Loops – Expanded Edition“ von STEREOLAB war der schwierige Nachfolger des grandiosen, modernen Krautrock-Meisterwerks „Emperor Tomato Ketchup“ aus dem Jahr 1996. Auch hier erwartet den Musik-Freund und -Grenzgänger wieder vieles NEU!-Verdächtige, selbst wenn die Sounds etwas eingängiger ausfallen und insgesamt nicht an die Qualität des Vorgängers heranreichen. Trotzdem ist die englisch-französische Avant-Pop-Band natürlich ein Garant für abwechslungsreich-verspielte Musik, auch weil der unverkennbare Gesang und das experimentelle Gespür STEREOLAB zu keinem Zeitpunkt abhanden kommen.

Mit gewohnt großer Besetzung voller Streicher, nostalgischen Orgeln, Marimbas, Vibraphonen, sogar Insektenhörnern – und natürlich der Unterstützung des TORTOISE-Kopfes John McEntire treten STEREOLAB auf diesem Album breit aufgestellt an.
Mit Andi Toma und Jan St. Werner steuern sogar zwei MOUSE ON MARS-Mitglieder ein paar Stücke bei und rücken den musikalischen Fokus von „Dots And Loops stärker in die Indie-Richtung ihre marsmausigen Band. Das kam anno 1997 gut an, sodass auch dieses Album in den Billboard-Charts einsteigt und sich mehr als 75.000-mal verkauft. Die weitere Zukunft sollte allerdings deutlich bitterer aussehen, denn „Dots And Loops“ wird zugleich das letzte STEREOLAB-Album sein, welchem solcher Erfolg beschert wird.

Natürlich ist auch die Bonus-LP, welche ja neben dem großartigen Remaster des Original-Albums im Rahmen der Special-Edition-Serie den besonderen Reiz von „Dots And Loops (1997) – Expanded Edition“ ausmacht, wieder prall gefüllt mit raren, ebenfalls remasterten und somit sehr gut klingenden Demo- plus Instrumental-Aufnahmen, zu deren Hintergründen sich Tim Gane wieder ausgiebig auf der Rückseite des dem Album beigefügten Posters äußert.
So erfahren wir, dass die Instrumental-Versionen, von denen das funkige „Diagonals“ das riesige Highlight ist, im allerletzten Moment auf einer Dat-Kassette, die zur Sicherheit parallel zu den fertigen Aufnahmen des Albums angefertigt worden waren, entdeckt und für diese Ausgabe verwendet wurden. Noch nie konnte man daher die Stücke auf irgendeine andere Art zu Gehör bekommen. Daher sind die sage und schreib sechs (!!!) Titel nicht nur eine Rarität, sondern sie werden jedem Instrumental-Krautie, denen MICHAEL ROTHER und NEU! besonders zusagen, sicher sehr gefallen.

STEREOLAB – das ist tatsächlich so eine Band, die man hört und die man sich, wenn man Tag für Tag sehr viel Musik hört, gerade ihrer Eigenartigkeit wegen, welche man nur schwer zu fassen bekommt und dann kaum fassen kann, ganz schnell verliebt. Eine weitere Bestätigung für den exzellenten Entdecker-Spürsinn eines JOHN PEEL, der STEREOLAB zu einem seiner absoluten Favoriten wählte, bevor er viel zu früh im Jahr 2004 verstarb. Was für Entdeckungen blieben uns dadurch wohl in den letzen 15 Jahren vorenthalten?

FAZIT: Die britische Underground-Kultband STEREOLAB schlägt 2019 mit den (insgesamt sieben) Neuveröffentlichungen fast aller ihrer alten Alben erneut auf grandiose Weise zu. Das nunmehr fünfte in dieser glorreichen Remaster-Reihe, erweitert um unveröffentlichtes Bonusmaterial aus Demos, Outtakes und alternativen Mixen, ist der der schwere Nachfolger ihres Meisterwerks „Emperor Toamto Ketchup“, das 1997er-Album „Dots And Loops – Expanded Edition“, bestehend aus drei LP‘s im Gatefold-Sleeve samt Download-Card und 4-LP-Cover-großem Faltposter mit dem LP-Motiv und allen Songtexten sowie umfangreichen Ausführungen des Gründungsmitglieds Tim Gane, verpackt in einer klaren Heavyweight-PVC-Außenhülle. Musikalisch gibt‘s wie gehabt eine reichhaltige Mischung aus Krautrock und den unterschiedlichsten Indie-Pop-Alternative-Post-Rock-Spielarten der Extraklasse geboten, die allerdings nicht ganz an den Vorgänger heranreichen, auch wenn erneut John McEntire von TORTOISE als Produzent und zwei MOUSE ON MARS-Musiker ihre Finger mit im musikalischen Spiel hatte.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 299x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (14:54):
  • Brakhage (5:30)
  • Miss Modular (4:29)
  • The Flower Called Nowhere (4:55)
  • Seite B (14:04):
  • Diagonals (5:15)
  • Prisoner Of Mars (4:03)
  • Rainbo Conversation (4:46)
  • Seite C (17:32):
  • Refractions In The Plastic Pulse (17:32)
  • Seite D (19:22):
  • Parsec (5:34)
  • Ticker-Tape Of The Unconscious (4:45)
  • Contronatura (9:03)
  • Seite E (18:08):
  • Diagonals Bode Drums
  • Contranatura, Part 2 (Instrumental)
  • Brakhage (Instrumental)
  • The Flower Called Nowhere (Instrumental)
  • Bonus Beats
  • Seite F (20:05):
  • Diagonals (Instrumental)
  • Contranatura (Demo)
  • Allures (Demo)
  • Refractions In The Plastic Pulse (Demo)
  • I Feel The Air (Demo)
  • Off On (Demo)
  • Incredible He Woman (Demo)
  • Miss Modular (Demo)
  • Untitled In Düsseldorf (Demo)

Besetzung:

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